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Bewährung nach Verkauf von Amphetamin

Wittstock Bewährung nach Verkauf von Amphetamin

Ein 25-Jähriger saß 2013 mit teils Minderjährigen in Wittstock zusammen. Weil er einem damals 16-Jährigen einmal Amphetamin verkauft und zwei Mal kostenlos Cannabis abgegeben hat, wurde er am Donnerstag vor dem Neuruppiner Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er konsumierte selbst Drogen – bis Januar dieses Jahres.

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gkam mit Bewährung davon.

Quelle: dpa

Wittstock. Christopher N. saß in den Sommerferien 2013 in Wittstock mit teils minderjährigen Jugendlichen zusammen, kiffte und konsumierte Amphetamine. Weil er einem 16-Jährigen ein Gramm Amphetamin verkauft hat und zwei Konsumeinheiten Cannabis zu je 0,2 Gramm kostenlos überlassen hat, wurde der 25-Jährige am Donnerstag vom Neuruppiner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Erinnerung ausgelöscht

Der Angeklagte konnte sich an die ihm vorgeworfenen Taten nicht mehr erinnern, das sei zu lange her. Aber „wenn ich das gemacht habe, tut es mir leid. Ich bin kein Verbrecher, sondern selber Konsument.“ Verkauft habe er aber nie, da war er sich sicher.

Seit seinem 14. Lebensjahr konsumiert er regelmäßig Drogen und Alkohol. „Der Tod meines Opas hat mich schwer mitgenommen.“ Der Großvater war die Bezugsperson für Christopher N., dessen Vater die Familie früh verlassen hatte. Mit 16 Jahren flog N. von zu Hause raus, lebte drei Jahre auf der Straße oder schlüpfte bei Freunden unter. Seine Lehrstelle verlor er, wegen der Drogen. „Ich war mit 20 Jahren stark drogenabhängig.“ Seit der Jahreswende hat er eine Partnerin und ist seit Januar drogenfrei. „Ich habe einfach keinen Bock mehr auf das bisherige Leben gehabt“, sagte er.

Angeklagter brachte 16-Jährigem bei, wie man Amphetamine nimmt

2013 steckte der Angeklagte noch tief im Sumpf. Er hatte sich mit einem heute 19-Jährigen angefreundet. „Wir haben rumgesessen und gequatscht“, sagte der Kochlehrling. Dass er noch Schüler und erst 16 Jahre alt war, sei allerdings kein Thema gewesen. Er habe einmal Speed ausprobieren wollen und ein Gramm für 15 Euro vom Angeklagten gekauft. Am Dosse-Teich wechselte der Stoff den Besitzer. „Chris hat mir abends gezeigt, wie man das macht.“ Es war eine Erfahrung, die ihm genügte. „Es brannte in der Nase, meine Augen tränten. Ich fühlte mich wie aufgedreht und konnte nicht mehr still sitzen.“ Er ließ sich trotzdem von N. noch eine weitere Portion geben. Das hat die damals zuständige Kriminalbeamtin dem Angeklagten besonders übel genommen. Sie „fand das ziemlich hässlich.“

Angeklagt war noch eine weitere Tat. Der Angeklagte soll einem damals 14-Jährigen geringe Mengen Amphetamine gegeben haben. Das ließ sich aus Sicht des Gerichts so nicht bestätigen. Auch, dass er hätte wissen müssen, dass sein Kumpel minderjährig war, konnte das Gericht nicht sicher feststellen. „Aufgrund des Äußeren auf das Alter zu schließen, ist sehr schwer“, sagte Richterin Kathrin Reiter. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass sich Christopher N. Gedanken über das Alter gemacht habe.

Angeklagter ist seit Januar drogenfrei

Trotz seines langen Vorstrafenregisters bekam der Angeklagte noch Bewährung. Offenbar hat er sich stabilisiert. In diesem Bemühen soll ihn ein Bewährungshelfer unterstützen. N. muss 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. „Damit sie eine sinnvolle Beschäftigung haben“, so die Richterin. Außerdem muss N. regelmäßig zur Suchtberatung, um langfristig von den Drogen weg zu kommen. Allerdings hat er noch ein weiteres Verfahren vor dem Landgericht Neuruppin vor sich.

Von Dagmar Simons

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