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Bewährungsstrafe nach tödlichem Unfall

Gerichtsurteil in Neuruppin Bewährungsstrafe nach tödlichem Unfall

Das Amtsgericht Neuruppin hat am Donnerstag den 20-jährigen Titus S. wegen fahrlässiger Tötung des Motorradfahrers Nico B. zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass S. am 5. Mai vergangenen Jahres dem Motorradfahrer Nico B. in der Heinrich-Rau-Straße die Vorfahrt genommen hatte.

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Das Amtsgericht Neuruppin hat am Donnerstag den 20-jährigen Titus S. wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Vor dem Amtsgericht Neuruppin ist am Donnerstag der 20-jährige Titus S. nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. S. war angeklagt, fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht zu haben, indem er im Straßenverkehr „grob verkehrswidrig und rücksichtslos“ die Vorfahrt nicht beachtet hatte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass S. am 5. Mai vergangenen Jahres mit seinem Auto von der Shell-Tankstelle nach links auf die Heinrich-Rau-Straße eingebogen war und dabei dem Motorradfahrer Nico B. die Vorfahrt genommen hatte. Nico B. fuhr auf das Auto auf, stürzte über den Lenker, prallte gegen den Pkw und dann zu Boden. Nico B. erlitt schwere Verletzungen, an denen er kurz darauf im Krankenhaus Neuruppin starb.

Aus Gewohnheit links abgebogen

Mehrfach hat Titus S. vor Gericht betont, dass ihm die Tat leid tue und auch er bis heute mit den Folgen des Unfalls zu kämpfen habe. Er versicherte, den Motorradfahrer nicht gesehen oder gehört und keinesfalls absichtlich gehandelt zu haben. Er sei aus Gewohnheit links abgebogen, was lange möglich, nach dem Umbau der Straße zum fraglichen Zeitpunkt aber nicht mehr erlaubt war. Als S. erfuhr, dass das Unfallopfer gestorben ist, sei das ein Schock für ihn gewesen.

Das Gericht hatte vier Zeugen sowie einen Sachverständigen der Dekra zur Beweisaufnahme geladen. Ein Paar, das auf dem Weg nach Finowfurt war, hatte zum Unfallzeitpunkt an der Tankstelle Halt gemacht. Beide bestätigten, dass S. Verursacher des Unfalls war, konnten aber zum genauen Unfallhergang keine Aussagen treffen.

Unfall wäre vermeidbar gewesen, wenn Titus S. früher reagiert hätte

Die beiden Polizei­beamten, die den Unfall aufgenommen hatten, waren ebenfalls als Zeugen im Gericht. Sie konnten aber ebenfalls keine Aussagen zum Unfallhergang treffen, sondern lediglich Feststellungen zur Situation vor Ort bei ihrem Eintreffen.

Der Gutachter der Dekra sagte, dass beide Fahrzeuge frei von technischen Mängeln gewesen seien. Die Sicht auf den Kreisverkehr sei außerdem frei gewesen. Laut Gutachten hatte S.’s Auto beim Aufprall eine Geschwindigkeit von 15 bis 20 Kilometern pro Stunde, das Motorrad sei bis zum Einsetzen des Bremsvorganges mit Tempo 54 bis 66 unterwegs gewesen. Der Unfall wäre aus Sicht des Gutachters nur vermeidbar gewesen, wenn der Autofahrer früher reagiert hätte.

Richter Gerhard Pries: „Die Schwere der Schuld liegt vor.“

Der Staatsanwalt stellte in seinem Plädoyer fest, dass zwei Punkte unklar blieben. Dass Titus S. die Schilder nicht gesehen haben will, sei eine Schutzbehauptung des Angeklagten, so der Staatsanwalt. Der zweite unklare Punkt sei die Geschwindigkeit des Motorradfahrers. Zugunsten des Angeklagten müsse davon ausgegangen werden, dass Nico B. mit 66 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sei. Zweifelsfrei handele es sich bei der Tat jedoch um eine fahrlässige Tötung und die Gefährdung des Straßenverkehrs.

Zu diesem Schluss kam am Ende auch Richter Gerhard Pries bei seiner Urteilsverkündung. „Der Angeklagte hätte den Unfall vermeiden können, wenn er vorschriftsmäßig rechts abgebogen wäre. Titus S. hat hier in eklatanter Weise die Verkehrsvorschriften missachtet.“ Die Schwere der Schuld liege vor, es habe sich nicht um Augenblicksversagen des Angeklagten gehandelt. Für Titus S. spreche jedoch, dass er geständig gewesen sei, sich bei der Familie von Nico B. entschuldigt habe und vorher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sei.

Von Josephine Mühln

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