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Bewährungsstrafen für Kyritzer Schläger

Urteilsspruch am Neuruppiner Amtsgericht Bewährungsstrafen für Kyritzer Schläger

Zwei junge Männer aus Kyritz sind am Dienstag wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Sven S. (33) und Christopher S. (26) sollen einen 29-jährigen Mann aus Großderschau verprügelt haben – mit einem Totschläger und einem Kantholz. Das Opfer erlitt erhebliche Verletzungen. Grund für den Streit waren Schulden.

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Die beiden Kyritzer wurden im Neuruppiner Amtsgericht verurteilt.

Quelle: Peter Geisler

Dreetz. Dass die Konstellation zwei gegen einen unfair ist, wissen schon Kinder, sagte die Staatsanwältin. Genau so war es aber am 11. Mai vergangenen Jahres in Großderschau passiert. Da hatten Sven S. und Christopher S. den 29-jährigen Christian T. verprügelt. Am Dienstag wurden die beiden Kyritzer vom Neuruppiner Amtsgericht verurteilt: Sven S. (33) zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, Christopher S. (26) zu zehn Monaten. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt, in beiden sind vorangegangene Urteile enthalten.

Die beiden arbeitslosen Angeklagten hatten bis zuletzt geschwiegen. Das Gericht war überzeugt, dass sich die Taten „im Kern“ so zugetragen haben wie von Christian T. beschrieben. Demnach hatte Christian T. im Januar 2014 an Sven S. ein gebrauchtes Hallenlampensystem mit zehn Einheiten für 1000 Euro verkauft. Trotz mehrfacher Nachfragen hatte er auch Monate später noch nicht sein Geld. So fuhr er am 11. Mai zu Sven S. nach Dreetz. Der öffnete auch nach mehrmaligem Klingeln nicht die Tür. Da Christian T. die Lampen im Carport vermutete, wollte er sich auf dem Grundstück umsehen.

Doch dazu kam er nicht. Denn plötzlich stand Sven S. vor ihm, nackt mit einem Totschläger in der Hand. Mindestens einmal, so das Gericht, hat der Angeklagte gegen den Kopf seines Gegenübers geschlagen, das schützend die Arme vors Gesicht hielt und dann schleunigst das Weite suchte. Schon im Auto hatte Christian T. das Gefühl, dass da noch etwas nachkommen könnte. Deshalb nahm er aus dem Auto Pfefferspray mit. Und tatsächlich: Kurze Zeit später fuhren Sven S. und Christopher S. vor. „Einmal reicht nicht. Da muss man noch eins draufsetzen und sich Verstärkung mitnehmen“, sagte Richter Gerhard Pries.

Sven S. griff in seiner Tasche nach dem Totschläger und wollte über den Gartenzaun springen, als Christian T. mit Pfefferspray sprühte. Was den Angeklagten aber nicht hinderte, einmal zuzuschlagen. Christopher S. versuchte, mit einem Kantholz zu treffen. Es kam zu einer wechselseitigen Auseinandersetzung, bis es Christian T. gelang, ins Haus zu flüchten. Er erlitt nicht unerhebliche Verletzungen, die fotografiert wurden. „Er wird sich kaum selbst verletzt haben“, sagte Richter Pries.

Die Verteidigung hatte für ihre Mandanten Freisprüche gefordert, weil sie die Aussagen von Christian T. nicht für glaubhaft hielten. Er hatte bei der Polizei Sven S. als Fahrer identifiziert, wohlwissend, dass dieser keinen Führerschein hatte. Vor Gericht rückte er von dieser Aussage ab. Er habe das damals so gesagt, weil er „stinksauer“ gewesen sei. Dass Sven S. keine Skrupel hat, sich auch ohne Fahrerlaubnis hinters Steuer zu setzen, stellten die zwei Polizisten fest, die ihn im Mai dieses Jahres auf der Bechliner Chaussee in Neuruppin stellten.

Beide Angeklagten sind vorbestraft – Sven S. mehr als Christopher S. Ob sie noch Bewährung bekommen, diese Entscheidung habe „am seidenen Faden“ gehangen, so Gerhard Pries. Letztendlich hätten sie alle Bedenken hintenan gestellt. Damit sie sich mit ihrer Tat auseinandersetzen, muss Sven S. 600 Euro und Christopher S. 300 Euro Geldbuße zahlen.

Von Dagmar Simons

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