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Bewährungsstrafen für zwei Wittstocker

Fensterdiebe vor Gericht Bewährungsstrafen für zwei Wittstocker

Das Neuruppiner Amtsgericht verurteilte am Montag zwei Wittstocker, die im April 2014 in der ehemaligen Tuchfabrik in Wittstock acht historische Fenster ausgebaut und sie einem Bekannten zum Verkauf angeboten haben. Dieser brachte sie mit seiner Aussage vor Gericht. Die Angeklagten bestreiten die Tat. Sie wurden zu je drei Monaten verurteilt – auf Bewährung.

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Hans-Jörg Löther zeigt auf die fehlenden Fenster.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Neuruppin. Für Richter Sebastian Klinge steht fest: Andreas S. und Fred B. haben zwischen dem 11. und dem 25. April 2014 acht historische Fenster aus der ehemaligen Wegner’schen Tuchfabrik Am Rosenwinkel in Wittstock gestohlen. Dafür wurden die beiden Wittstocker am Montag vom Neuruppiner Amtsgericht zu je drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Aussage eines Zeugen brachte zwei Wittstocker auf die Anklagebank

Die Angeklagten hatten die Tat bestritten. Ins Rollen kam die Sache, weil die beiden einem Wittstocker, der in der Altstadt ein Haus umbaut, eben jene Fenster anboten. Wissend, dass er an alten Baumaterialien interessiert ist. 400 Euro zahlte der Bauherr für die Fenster, eingebaut wurden sie jedoch nie in seinem Haus. Als er die Fenster als Diebstahlsobjekte in der Märkischen Allgemeinen Zeitung abgebildet sah, wandte er sich an den Eigentümer, die Wittstocker Gebäude und Wohnungsverwaltung (GWV). Diese hat nun wenigstens vier Fenster wieder. Was mit den anderen geschehen ist, konnte bisher nicht aufgeklärt werden. Eine Wohnungsdurchsuchung im August 2014 bei den Angeklagten war erfolglos.

Es sind keine objektiven Bewiese wie Tatzeugen oder Spuren vorhanden. „Es gibt nichts, was auf Andreas S. als Täter schließen lässt“, sagte sein Verteidiger Georg Unnebrink. Was sie wüssten, hätten sie nur über diesen einen Zeugen erfahren. Unnebrink wie auch sein Kollege Martin Dakhli sahen viele Widersprüche in dessen Aussage, die ihre Mandanten vor Gericht gebracht hatte. Sie hatten Zweifel an dessen Glaubwürdigkeit. So will er bereits über die Fenster verfügt haben zu einem Zeitpunkt, als sie noch in der alten Fabrikruine eingebaut waren. Außerdem wären acht Fenster gestohlen worden, ihm seien aber nur vier angeboten worden, so die Verteidigung. „Er brauchte nur vier Stück“, sagte Richter Klinge zu diesem Einwand.

Verteidigung fand Zeugen nicht glaubwürdig

Verteidiger Dakhli sprach von einem „eklatanten“ Widerspruch zwischen dem, was der Zeuge dem Zeitungsredakteur und vor Gericht gesagt hatte. Der Zeitung gegenüber hatte er berichtet, er habe sich als Scheinankäufer ausgegeben und sogleich die GWV informiert. Vor Gericht will er erst, nachdem ihm die Fenster angeboten wurden, erfahren haben, dass diese gestohlen waren. Alles in allem fand die Verteidigung die gesamte Beweislage viel zu dünn, um auf deren Grundlage jemanden zu verurteilen. Sie beantragten Freisprüche für ihre Mandanten. Beide Wittstocker haben ein langes Vorstrafenregister, überwiegend sind dort Diebstähle gelistet. Daraus könne man nicht folgern, dass die beiden die Diebe waren, nur „weil es passt“, so die Verteidigung.

„Das Gericht ist davon überzeugt, dass die Angeklagten in das Gebäude eindrangen und dort die acht Metallfenster ausbauten“, sagte Richter Klinge. Es gebe auch keinen vernünftigen Zweifel, dass es sich um andere als diese aus der ehemaligen Tuchfabrik stammenden Fenster handele. Dass bei der Durchsuchung nichts gefunden worden sei, könne an dem langen Zwischenraum zwischen Tat und Durchsuchung liegen. Die Aussage des Zeugen sei kritisch zu würdigen, aber im Kern sei sie stimmig. „Ich glaube ihm“, sagte Klinge.

Die Bewährungszeit für beide beträgt drei Jahre. Außerdem müssen sie 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Von Dagmar Simons

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