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Bewegende Frauenschicksale in der Oper

Rheinsberg Bewegende Frauenschicksale in der Oper

Anlässlich der Carmen-Premiere, die am Freitag im Heckentheater der Rheinsberger Schlossanlage statt fand, trafen sich die Musikwissenschaftlerin Ulrike Liedtke und der Künstlerische Leiter der Kammeroper im Schlosstheater. Thema des Künstlergesprächs waren die Frauenbilder in romantischen Opern.

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Ulrike Liedtke und Frank Matthus plauderten im Schlosstheater über Frauenbilder in der Romantik.

Quelle: Cornelia Felsch

Rheinsberg. Drei große Opern und drei große Themen bestimmten in den vergangenen Jahren die Kammeroper-Saison in Rheinsberg. Violetta, Tosca und nun Carmen – drei Frauen leben, lieben und sterben auf der Bühne. Der künstlerische Direktor der Kammeroper, Frank Matthus, hat es so gewollt. Eine Trilogie großer romantischer Opern, in denen bewegende Frauenschicksale im Mittelpunkt stehen – mit diesem Konzept ist Frank Matthus gestartet, als er die künstlerische Leitung der Kammeroper Schloss Rheinsberg von seinem Vater Siegfried Matthus, dem Gründer des Festivals, übernahm.

Bereits am Beginn der Trilogie 2015 widmete sich ein Vortrag der Musikwissenschaftlerin und Landtagsabgeordneten Ulrike Liedtke der Rolle der Frau in der romantischen Oper. Mit „Carmen“ endet nun die Trilogie und vor der Premiere diskutierten Ulrike Liedtke und Frank Matthus am Freitag im Schlosstheater vor rund 60 Zuhörern über die Schicksale von Opern-Heldinnen im Allgemeinen und Carmen im Besonderen.

Emanzipation auf der Opernbühne

Mit „La Traviata“ begann die Kammeroper 2015 ihre Trilogie „Frauenopern der Romantik“ mit einer Inszenierung von Frank Ma­tthus. Die Oper wurde am 6. März 1853 in Venedig uraufgeführt. Eine Oper über eine Edelprostituierte, die noch dazu an Tuberkulose stirbt, war für die damalige Zeit eine unerhörte Neuerung. Sittsam und unschuldig – so waren die weiblichen Idealgestalten und das vorherrschende Frauenbild der früheren Jahrhunderte. Doch die Faszination jener Frauen, die nicht diesem Ideal entsprachen, beherrschte schließlich immer mehr die Bühnen. Leidenschaftlichkeit und Dramatik sind gefragt und so nehmen die Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand. Während Violetta in „La Traviata“ von Verdi noch für ihre Liebe verzichtet, leidet und stirbt, Tosca aus der gleichnamigen Oper von Puccini für ihre Liebe tötet und sich selbst das Leben nimmt, steht mit Carmen eine Zigarettenfabrikarbeiterin auf der Bühne, die sich emanzipiert und ihre Freiheit in der Liebe letztlich mit dem Tod bezahlt.

Begeistert von Opernheldinnen

„Ich kann Carmen gut verstehen“, sagt Frank Matthus am Freitag. „Sie tanzt für José und will sich ihm hingeben, und als der Zapfenstreich ertönt, sagt der Idiot, dass er seiner Pflicht folgen müsse. Kann man eine Frau mehr beleidigen?“

Auf die Frage, welche Opernheldinnen es ihm noch angetan hätten, schwärmt Frank Matthus von Mimi aus der Puccini-Oper „La Bohéme“. „Die Oper ist allerdings so wunderbar, dass ich sie nie inszenieren möchte.“ Mit acht Jahren begeisterte ihn Prokofjews Ballett „Romeo und Julia“. „Später merkte ich, dass ich mich nicht in Julia, sondern in Prokofjew verliebt hatte“, sagte er und fügte hinzu: „Eigentlich habe ich meine großen Lieben in Rheinsberg schon auf die Bühne gestellt.“

Dreimal Liebe auf unterschiedlichste Weise. Das müsse man vertiefen, meinte Matthus und bat Ulrike Liedtke, das zu übernehmen. „Es hat mir Spaß gemacht und ich würde mich freuen, wenn derartige Veranstaltungen häufiger stattfinden würden“, sagte sie vor der Premiere von „Carmen“ – der wohl leidenschaftlichsten aller Opern.

Von Cornelia Felsch

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