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Bewegende Montagsdemo in Neuruppin

Flüchtlinge erzählen von ihren Wünschen und Sorgen Bewegende Montagsdemo in Neuruppin

Zum vierten Mal haben am Montag 300 Menschen in Neuruppin für Toleranz und Vielfalt demonstriert. Die Montagsdemo haben dieses Mal Flüchtlinge organisiert. Sie haben von ihren Wünschen und Sorgen erzählt und so für eine bewegende Veranstaltung gesorgt. Vor allem weil sie von Ängsten erzählten, die viele andere nicht kennen.

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Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin . Am Abend fährt Morsal gerne Fahrrad. Vom Asylbewerberheim in Treskow radelt die zierliche 13-Jährige, die mit ihrer Familie von Afghanistan nach Deutschland flüchtete, an den Ruppiner See. „Ich sehe die schöne Natur und bin froh“, sagt sie. „Ich hoffe, dass ich für immer hier in Deutschland bleiben kann.“

Am Montag haben in Neuruppin viele Menschen erneut für mehr Toleranz und Offenheit gegenüber Flüchtlingen demonstriert. Es war die inzwischen vierte Montagsdemo dieser Art. Dieses Mal ist sie von Flüchtlingen, die in Treskow leben, organisiert worden.

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Zu der bislang bewegendsten Montagsdemo für Vielfalt hatten am Montagabend „Treskow International“, die Fußballmannschaft der Treskower Asylbewerberheims, und das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ eingeladen. Mehr als 300 Menschen waren auf den Neuruppiner Schulplatz gekommen, wo Asylbewerber von ihren Wünschen und Ängsten berichteten. Zum Ende der Demo ließen die Teilnehmer bunte Luftballons in den Himmel steigen – mit Wunschzetteln für die Zukunft.

Viele Flüchtlinge haben Angst, Deutschland verlassen zu müssen

„Ich bin einer der vielen Menschen, die ihre Heimat in Afrika verlassen haben“, sagte ein junger Kameruner, der sich Ali nennt. In Deutschland hofft er, Angst und Bedrohung hinter sich lassen zu können. „Ich möchte einfach nur ein Leben führen wie ihr alle auch.“ Das hätten auch die vielen Menschen ersehnt, die bei ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken sind – „Menschen wie du und ich“.

Es bis nach Deutschland geschafft zu haben – „das ist ein Geschenk Gottes“, sagt ein anderer afrikanischer Flüchtling. Was er sich von einem Leben in Neuruppin erhofft, ist in ganz wenigen Worten beschrieben: „Freiheit und Sicherheit.“

Wie aber geht es weiter, wenn die Flucht nach Deutschland geschafft ist? Die Angst, doch nicht bleiben zu dürfen, regiert viele Asylbewerber. „Unser Haus steht in Treskow“, sagt der 29-jährige Ali. „Aber wir hoffen, eines Tages in Neuruppin leben zu können.“ Alle Asylbewerber kämen aus Ländern, in denen „sie wirklich Angst haben müssen.“ Jetzt hätten sie Angst, wieder zurückgeschickt zu werden. „Diese Angst macht einen Menschen manchmal ganz verrückt.“

Rund 500 Neonazis aus ganz Deutschland wollen am 6. Juni beim so genannten Tag der deutschen Zukunft in Neuruppin aufmarschieren. Schon jetzt sind zahlreiche Gegenveranstaltungen geplant. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir den Rechten mit sehr viel Kultur zeigen werden, dass sie hier nichts zu suchen haben“, so Bürgermeister Jens-Peter Golde.

Von Frauke Herweg

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