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Bewegender Abschied von getöteter Jutta K.

Fassungslosigkeit in Alt Ruppin Bewegender Abschied von getöteter Jutta K.

Mehr als 200 Freunde und Bekannte, die Jutta K. gekannt haben, suchten am Freitagabend Trost in der Kirche von Alt Ruppin. Die 61-jährige Vermieterin war in der vergangenen Woche getötet worden, vermutlich von ihrem Mieter Friedrich-Wilhelm K. (39). Der mehrfach wegen Gewalttaten vorbestrafte Mann schweigt weiter.

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Fassungslos suchten mehr als 200 Menschen, die Jutta K. gekannt haben, am Freitagabend Trost in der Kirche von Alt Ruppin.

Quelle: Reyk Grunow

Alt Ruppin. Mit jeder Menge Kerzen und Blumen sowie einem Gebet haben am Freitagabend weit mehr als 200 Freunde, Bekannte und Familienangehörige bei einem Trauergottesdienst Jutta K. gedacht. „Fassungslos stehen wir vor den Ereignissen. Sie war eine von uns“, sagte Pfarrerin Ilona Kretzschmar. Und: „Wir sind ratlos und ohnmächtig angesichts der Gewalt, die bei uns eingebrochen ist.“ Plötzlich sei das Verbrechen „unter uns“.

Die 61 Jahre alte Vermieterin Jutta K., die wegen ihres jahrelangen Bootsverleihs weit über die Grenzen von Alt Ruppin hinaus bekannt war, war in der Nacht zum Freitag vergangener Woche getötet worden. Die Ermittler gehen von Mord aus und verdächtigen Friedrich-Wilhelm K., einen der Mieter. Der 39-Jährige, der mehrfach wegen Gewalttaten vorbestraft ist, war vier Tage mit dem Auto von Jutta K. auf der Flucht und hatte sich erst am Montagabend mit einem Anwalt bei der Polizei in Eberswalde gestellt ( die MAZ berichtete).

Das Motiv für die Gewalttat ist weiter unklar

Seit Dienstag sitzt der mutmaßliche Täter in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Wulkow. Zu den Mordvorwürfen schweigt er. Auch sein Anwalt kann und will dazu nichts sagen, solange er die Untersuchungsakten nicht kennt. Die Akten sollen dem Anwalt in den nächsten Tagen zugeschickt werden, sagte Wilfried Lehmann, der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Neuruppin, am Freitag. Zum möglichen Motiv für die Tat und zu den genauen Todesumständen sagte der Oberstaatsanwalt nichts, außer: „Die Ermittlungen dauern an.“

Die Ermittler gehen aber wohl nicht davon aus, dass der dringend Tatverdächtige sein Schweigen brechen wird, wenn es Mord war: In dem Fall könnte Friedrich-Wilhelm K. selbst bei einem Geständnis kaum mit Milde rechnen. Denn bei Mord droht eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Der Staatsanwalt geht von Mord aus

Anders sieht es aus, wenn es sich um einen Fall von Totschlag gehandelt haben sollte. Dann droht lediglich eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und 15 Jahren, in minderschweren Fällen von Totschlag beträgt das Strafmaß sogar nur zwischen einem und zehn Jahren Haft. Die Ermittler sind aber weiterhin davon überzeugt, dass Jutta K. ermordet wurde. Die schweren Verletzungen, die Jutta K. bei der Tat erlitt, scheinen wohl darauf hinzudeuten. Die Leiche der 61-jährigen wurde bereits in der Gerichtsmedizin in Potsdam obduziert.

Klar ist inzwischen, dass Jutta K. am Tag ihres Todes zunächst einen gemütlichen Nachmittag und einen schönen Abend hatte. Am Nachmittag hatte noch ein Ehepaar aus Berlin, das bei ihr auf dem Grundstück ein Boot zu liegen hatte, einen Kaffee getrunken. Später soll Jutta K. den lauen Sommerabend genossen haben – beim Grillen mit Friedrich-Wilhelm K. Das hatte sie einer Freundin gegen 22 Uhr telefonisch mitgeteilt. Was genau danach geschah, das weiß wohl nur der Täter.

Der Fall hatte in Alt Ruppin für Entsetzen gesorgt. Die Andacht am Freitagabend sollte auch helfen, dass der Ort wieder zur Ruhe kommt.

Unzählige Blumen und Kerzen schmücken das Wohnhaus von Jutta K

Unzählige Blumen und Kerzen schmücken das Wohnhaus von Jutta K.

Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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