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Ostprignitz-Ruppin Biber-Gitter offiziell fertiggestellt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Biber-Gitter offiziell fertiggestellt
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00:19 19.06.2017
Gernot Elftmann (l.) erklärte am Freitag noch einmal, was genau am Goldbecker Weg passiert ist. Quelle: Alexander Beckmann
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Goldbeck

Momentan sind erst einmal alle ganz zufrieden. Die Straße zwischen Sieversdorf und Goldbeck ist wieder sicher befahrbar und die Biber bleiben dem Untergrund hoffentlich auf Dauer fern.

Im Juni 2016 musste die Straße gesperrt werden. Ab dem vergangenen März waren entlang der etwa 900 Meter langen Strecke Schutzgitter in die Böschung des benachbarten Grabens eingebaut worden, um die Tiere am Anlegen weiterer Baue zu hindern. Am Freitag erfolgte die offizielle Übergabe des Bauprojekts.

In der Not erfinderisch

Landrat Ralf Reinhardt dankte dem Amt Neustadt und dem Wasser- und Bodenverband (WBV) Dosse-Jäglitz für ihr Engagement, eine Lösung zu finden. Denn vor allem finanziell schien anfangs kein Weg in Sicht. Zwar verspricht das Land Brandenburg zur Beseitigung von Schäden durch Biber eine 50-prozentige Kostenbeteiligung, doch den Rest hätten die Kommunen aufbringen müssen. Dieses Geld war nicht da. Zugleich bestand das Land auf einer Bauvariante, die mindestens 55 000 Euro gekostet und erheblichen Schaden an der Vegetation angerichtet hätte.

Die Kommunen, das Amt Neustadt und der WBV fanden eine andere, weniger aufwendige Methode und setzten sie gegen allen Widerstand durch. Erhebliche finanzielle Unterstützung erhielten sie dabei von der Stiftung des Landkreises OPR. „Die Stiftung hat gesagt: Das kann ein Projekt sein, das für das ganze Land beispielgebend ist“, sagte am Freitag Amtsdirektor Dieter Fuchs und freute sich zugleich über die zügige Umsetzung: „Für ein Pilotprojekt war das eine verhältnismäßig kurze Zeit.“

Auch WBV-Geschäftsführer Gernot Elftmann äußerte sich zufrieden. Der Bau sei recht problemlos verlaufen. Man habe aber auch Glück gehabt. „Wir haben das mit eigener Technik und eigenen Leuten gemacht. Bei sowas stoßen wir natürlich irgendwann an unsere Grenzen.“

Kritik an der Landespolitik

Landwirt Henning Hartmann aus Sieversdorf ist zum einen froh, den Weg jetzt wieder nutzen zu können. Zum anderen kritisiert er die Landespolitik: „Was mich ärgert, ist der Umgang der Politik mit solchen Sachen.“ Wenn die Rückkehr des Bibers öffentlich gewollt sei, dann müsse auch die Öffentlichkeit für die Folgen geradestehen – nicht nur die Anlieger. „Wir haben einen Brocken hingeworfen bekommen mit 50 Prozent Förderung.“

Landrat Ralf Reinhardt nutzte das Treffen vom Freitag, um dem ersten ehrenamtlichen Biberberater des Landkreises die Berufungsurkunde zu überreichen. Ingo Warmt aus Linum steht ab sofort als Vermittler und Sachkundiger bei Konflikten mit Bibern bereit. Zu erreichen ist er über die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises.

Von Alexander Beckmann

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