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Biber untergräbt Goldbecker Weg

Natur im Konflikt mit den Menschen Biber untergräbt Goldbecker Weg

Die Senken und Löcher im Weg zwischen Sieversdorf und Goldbeck bedeuten einen echten Konflikt zwischen den Bibern und dem Menschen. Das gestehen auch Naturschützer ein. Auch darüber hinaus hinterlassen die Nagetiere immer deutlichere Spuren in der Landschaft.

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Beim Nagen und Graben sind Biber sehr gründlich.

Quelle: Alexander Beckmann

Neustadt. Am Weg zwischen Goldbeck und Sieversdorf haben Straßenbauer sogar im Winter regelmäßig zu tun – eigentlich das ganze Jahr über. Zehnmal rückten sie 2015 aus, um Absackungen und richtig tiefe Löcher zu reparieren. Erst Anfang der Woche gab es erneut einen Einsatz an der etwa drei Kilometer langen Strecke und der nächste zeichnet sich schon ab.

Schuld sind die Biber, die sich im Graben gleich nebenan offenbar richtig wohl fühlen. Vielen Bäumen an der Böschung ist das deutlich anzusehen. Die Nagetiere bauen nicht nur Burgen und Dämme, sondern graben auch mit Ausdauer Gänge und Höhlen – bis unter die Fahrbahn.

„Die Straße halte ich für einen echten Konfliktfall. Das müssen wir ernst nehmen“, sagt Anselm Ewert von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Inzwischen, so Ewert, suchten Experten nach Lösungen, wie sich weitere Schäden eventuell durch bauliche Eingriffe verhindern lassen – und wie das zu finanzieren ist.

Gernot Elftmann vom Wasser- und Bodenverband (WBV) Dosse-Jäglitz in Neustadt plagen ganz andere Sorgen: „Der Biber macht Arbeit und die nimmt zu.“ Im vergangenen Jahr habe der Verband deswegen zwischen Meyenburg und Großderschau rund 54 000 Euro zusätzlich aufgewendet. Das von Bibern in den Gewässern angesammelte Grünzeug verstopfe regelmäßig Durchlässe. Biberdämme hätten örtlich schon zu Überflutungen geführt. An anderer Stelle hätten die Tiere sogar Staubohlen durchgenagt.

Das Land Brandenburg leistet einen gewissen Ausgleich. Es übernimmt die Hälfte aller Kosten, die 20 000 Euro jährlich überschreiten. „Das hat bei uns problemlos funktioniert“, sagt Gernot Elftmann. Aber letztlich zahlten die Mitglieder des Verbandes eben drauf. Gernot Elftmann hält den Biber fraglos für eine Belastung, auch wenn er eingesteht: „Die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde ist sehr positiv zu erwähnen.“

Das liegt auch Anselm Ewert von eben dieser Behörde sehr am Herzen – zumal er die Aktivitäten der Biber für ganz natürlich hält. „Die Tiere sind flächendeckend da – nahezu überall, wo Wasser ist.“ Die Art erschließe sich mehr und mehr Lebenräume. Wenn dann noch Grünland in Ackerflächen umgewandelt werde – zum Beispiel für nahrhaften Mais – sei das ein zusätzlicher Anreiz. Dort, wo der Biber einmal sesshaft geworden ist, komme es hingegen schnell zu einer Stabilisierung des Bestandes. „Es werden nicht immer mehr Biber pro Fläche“, ist Ewert überzeugt.

Die immer öfter geforderte Bejagung hält er für „puren Aktionismus“. Sie würde bei immensem Aufwand bestenfalls kurzzeitige Abhilfe schaffen. „Dann sind die Tiere wieder da.“ Einzige Alternative wäre die großflächige Ausrottung, wie sie die Art beinahe schon einmal erlebt hat. „Wir sollten uns überlegen, ob wir uns nicht mit dem Biber arrangieren können.“

Von Alexander Beckmann

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