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Bibliothek platzt aus den Nähten

Kyritz Bibliothek platzt aus den Nähten

Die Kyritzer Stadtbibliothek zählte im vergangenen Jahr rund 16 000 Besucher. Längst sind die Räume am Marktplatz zu eng – sowohl für die Leser als auch für die vielen Veranstaltungen. Die Bibliothekarinnen setzen große Hoffnungen in den geplanten Ausbau des Klosterviertels.

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Bücherspenden sind Bibliothekarin Silka Laue zwar stets willkommen, allein mit ihnen lässt sich aber kein geordneter Bestand aufbauen.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Wenn die Stadt Kyritz am Sonnabend Führungen durch die alte Brennerei am Klosterviertel veranstaltet, werden Silka Laue und Juliane Koark zu den Besuchern zählen. Die beiden Kyritzer Bibliothekarinnen sollen das Haus nach seinem Umbau schließlich einmal mit Leben füllen. „Das ist noch Zukunftsmusik. Aber natürlich wollen wir schon mal sehen, wie es da aussieht.“

Denn etwas ungeduldig sind die Bibliothekarinnen durchaus. In den Räumen am Marktplatz platzt die Stadtbibliothek mittlerweile aus allen Nähten. „Wir stoßen mit den Möglichkeiten hier an unsere Grenzen“, schätzt Juliane Koark ein.

Mehr Medien, mehr Besucher

Das beginnt beim klassischen Betätigungsfeld der Bibliothek: dem Bereitstellen von Literatur. Im vergangenen Jahr teilten sich über 16 000 Besucher (durchschnittlich gut 80 pro Öffnungstag) den Platz mit rund 17 000 Büchern, fast 5000 elektronischen Medien und knapp 1000 Zeitschriften.

Die Kyritzer lesen gern. Rein statistisch lieh sich jeder Einwohner der Stadt und ihrer Ortsteile vergangenes Jahr 5,7 mal etwas in der Bibliothek aus. Im Vergleich zu 2015 sind die Zahlen erneut gestiegen. Damit liegt Kyritz beispielsweise weit vor Wusterhausen (1,2 Entleihungen) oder Neuruppin (1,5 Entleihungen). Nur in Wittstock ist die Lesewut mit 6,8 Entleihungen je Einwohner noch etwas größer.

Vor allem Kinder sind immer aktivere Nutzer der Bibliothek. In dem Bereich stiegen die Ausleihzahlen (Literatur und elektronische Medien) spürbar an. Bei Belletristik und Sachbüchern registrierten die Bibliothekarinnen hingegen einen leichten Rückgang. Sie führen das zum einen auf die zunehmende Nutzung von E-Books (Online-Bibliothek) und zum anderen auf das teilweise etwas veraltete Angebot an Sachliteratur zurück.

Beliebter Veranstaltungsort

In der Leseförderung und damit Bildung von Kindern und Jugendlichen sehen Silka Laue und Juliane Koark allerdings auch eines ihrer wichtigsten Aufgabengebiete. Die Stadtbibliothek organisierte im vergangenen Jahr 123 Veranstaltungen – so viel wie noch nie. 112 davon richteten sich speziell an junge Leser: Spieletreffs, der „Bibliotheksführerschein“ für Vorschulkinder, Familiennachmittage, thematische Treffen und Feste, der „Sommer-Leseclub“, das „Bilderbuchkino“, Lesungen.

Die nächsten Termine

Das Veranstaltungsprogramm der Stadtbibliothek Kyritz wird bereits am kommenden Montag, dem 24. April, fortgesetzt.

Aus Anlass des „Welttages des Buches“ (23. April) gibt es am Montag in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Steffen wieder die Buchtauschbörse: von 10 bis 13 Uhr am Bassewitzbrunnen und von 13 bis 17 Uhr in der Bibliothek.

Außerdem lädt die Stadtbibliothek für Donnerstag, den 27. April, zu einer Lesung ein. Barbe Maria Linke liest um 19 Uhr in der Bibliothek aus ihrem Roman „Träum mich, Geliebte“. Der Eintritt kostet 5 Euro (4 Euro im Vorverkauf).

Alles in allem zählte man allein bei diesen Gelegenheiten rund 2500 Besucher. Und in diesem Jahr könnten es sogar noch mehr werden. „Wir hatten seit Januar schon fast 40 Veranstaltungen“, berichtet Juliane Koark. „Vor Ostern haben uns die Kitas der Stadt besucht – zum Bilderbuchkino, zum Spielen und Basteln. Das waren insgesamt 83 Kinder.“ Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit den Schulen. Rund 40 Veranstaltungen waren 2016 allein dieser Zielgruppe gewidmet. Die Bibliothek stellt sich als Unterrichtsort zur Verfügung, hilft bei der Recherche für Schulprojekte oder beim Einstieg in die Literaturbeschaffung.

Hoffnungen auf ein neues Domizil

Bei all dem sind Silka Laue und Juliane Koark unbedingt auf die Unterstützung durch die Kommune angewiesen. Zwar machen Bücherspenden einen erheblichen Teil des Bestandes aus, doch ein umfassender, systematischer Bestand lässt sich allein damit nicht aufbauen, betonen die Bibliothekarinnen. Leser erwarten nun einmal aktuelle Angebote. Erst das mache die Bibliothek für sie attraktiv. Doch es koste eben auch Geld. Darüber hinaus wirkten sich die räumlichen Gegebenheiten immer mehr als Hemmnis aus. Sowohl für die Veranstaltungen als auch für die Familienbibliothek oder den Aufenthalt der Leser sei der Platz derzeit äußerst knapp bemessen. Zudem ist die Bibliothek nicht barrierefrei und verfügt auch über keine Sanitäranlagen für Besucher. Die Wunschliste der Bibliothekarinnen ließe sich mit Dingen wie einem W-Lan-Zugang für Nutzer oder der Einrichtung eines Lese-Cafés noch fortsetzen. Ihre Hoffnungen auf das Klosterviertel sind groß.

Von Alexander Beckmann

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