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Ostprignitz-Ruppin Biblische Gartengeschichten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Biblische Gartengeschichten
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18:15 03.08.2016
Trockenen Fußes durchs Moor: Ein Steg führt entlang der Jäglitzquelle bis zum kleinen Wassertümpel. Quelle: Claudia Bihler
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Papenbruch

Wasserläufer tummeln sich zu Hunderten auf dem Teich, ein grünes Dach aus Schlingpflanzen und Bäumen wölbt sich über dem Steg, neben diesem quillt klares Wasser aus dem Boden: „Das hier ist die Jäglitz-Quelle“, sagt Berthold Schirge. Eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein: Der Blick über die Landschaft ist unverbaut, nicht mal Windräder stören die Sicht auf Weiden, Hecken, Wälder. „Dass wir dieses Stück Moorlandschaft wieder herstellen konnten, ist in erster Linie meiner Frau zu verdanken“, sagt der Pfarrer von Papenbruch: „Wir mussten alles erstmal freilegen, denn eigentlich war das alles völlig verlandet.“

Die Moorlandschaft in Miniatur ist nur ein Teil des 7000 Quadratmeter großen Pfarrgartens, das die Pfarrersfamilie aus Papenbruch heute zwar für Besuchergruppen öffnet, aber aus privaten Taschen finanziert. „Früher einmal war das anders“, sagt Berthold Schirge, „da bekamen wir Unterstützung bei der Anlage, aber auch was Arbeitskraft angeht. Es gab ABM und MAE, heute gibt es gar nichts mehr.“

Die beiden Esel gehören zu dem Garten der Pfarrersfamilie aus Papenbruch.. Quelle: Claudia Bihler

Neben der Moorlandschaft gehört zum Garten nach wie vor eine kleine Tierhaltung. Dafür wurde der frühere Archehof auf ein Maß geschrumpft, das die private Bewirtschaftung nebenbei zulässt. Ein Hütehund, zwei Esel, ein paar Schafe: „Das war früher mal eine richtig große Herde“, meint der Pfarrer, „aber wir schaffen das alles nicht mehr alleine.“ Der riesige Garten ist im Stil eines traditionellen Bauerngartens gestaltet, birgt aber als „Bibelgarten“ einiges an Überraschungen. Das Gesamtkonzept stammte einmal vom Dresdener Professor für Gartenbau Siegfried Sommer.

Schautafeln verdeutlichen biblische Pflanzengeschichten

Wer den Pfarrer fragt, bekommt so manche Geschichte erzählt. „Der Weinstock taucht an vielen Stellen in der Bibel auf. Aber auch andere Pflanzungen haben eindeutige Bezüge zu biblischen Geschichten.“ Weizen, Hirse, ein großer Weinstock als zentrales Element: „Wein und Brot“, fügt Schirge hinzu. Oder auch der Rizinus, der jetzt im Sommer seine Blütenknospen noch unter den ausladenden Blättern verbirgt. „Jona hatte im Auftrag Gottes der Stadt Ninive den Untergang vorhergesagt“, erzählt der Pfarrer: „Aber nachdem die Bevölkerung das Wort Gottes beherzigt hatte, blieb sie vom Untergang verschont.“ Der Prophet Jona war enttäuscht darüber, und suchte wenig später Schatten unter einem Rizinusbaum. Kaum saß er darunter, biss ein giftiger Wurm die Wurzeln ab. Der Baum verdorrte. Jona beklagte sich darüber, worauf ihm Gott sagte: „Du wagst es, mir zu zürnen, weil ich Ninive verschont habe und beklagst dich wegen eines einzigen Baumes?“ Viele Erläuterungen – nicht nur zu den biblischen Pflanzen wie Flachs oder Mariendistel finden sich auf Schautafeln – das gesamte Gelände ist als Lehrpfad gestaltet.

Durch den Garten führt ein Lehrpfad, auf dem Tafeln nicht nur Wissenswertes zu Bibelpflanzen, sondern auch zur Natur erläutern. Quelle: Claudia Bihler

Inzwischen sind auch wieder zahlreiche Schmetterlinge im Garten unterwegs. Schirge: „Nachdem per Hubschrauber Mittel gegen den Eichenprozessionsspinner ausgebracht wurden, obwohl es hier gar keine Eichen gibt.“

Margitta Schirge bewirtschaftet gemeinsam mit Gudrun Kriese 7000 Quadratmeter Gartenfläche. Quelle: Claudia Bihler

„Wir wollen, dass der Garten auch nach uns erhalten bleibt“, sagt Margitta Schirge, die gemeinsam mit Gudrun Kriese aus Fretzdorf das Gelände bewirtschaftet und dabei auf Unterstützung unter anderem auch von Dirk Nichotz aus Rossow zählt, der gerade einen neuen Weg und einen Steingarten angelegt hat. Träger des Gartens ist der Christliche Verein junger Menschen (CVJM), der auch Spenden entgegen nehmen könnte. „Aber davon gibt es nur wenige“, sagt die Pfarrersfrau. Ein wenig Geld in die Kassen bringen Gruppen, die zu Besichtigungen kommen, oder auch das kleine Gartencafé. Bertold Schirge: „Das öffnen wir gerne auf Voranmeldung.“

Von Claudia Bihler

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