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Ostprignitz-Ruppin Bienenkönigin ruft den Hofstaat
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bienenkönigin ruft den Hofstaat
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11:21 03.06.2015
Fachsimpelei unter Imkern: Die Einwabenkästen mit Bienenkleinvolk werden begutachtet. Quelle: Christamaria Ruch
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Waldhof

„Das ist landesweit die beste Bienenbelegstelle.“ Reiner Gabriel, Vorsitzender vom Landesverband Brandenburgischer Imker, spart nicht mit Lob, wenn er über den Standort in Waldhof (Gemeinde Heiligengrabe) spricht. Landesweit gibt es sieben Belegstellen. Seit 50 Jahren wird in Waldhof eine Bienenrasse gezielt gezüchtet. In diesem Fall handelt es sich um die Kärtner Biene (Apis mellifera carnica).

Alljährlich um den 1. Juni fällt der Startschuss für die neue Saison in dieser Bienenbelegstelle. Sie befindet sich im Niemandsland zwischen der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. „Auch der Standort an sich erstreckt sich über die beiden Landkreise“, sagt Raimund Peters. Er steht seit 2008 der Belegstelle vor.

Jüngst trafen sich mehr als 50 Imker aus den Vereinen Kyritz, Meyenburg, Wittstock, Fehrbellin und Frankfurt (Oder) in Waldhof. Auch der Landesvorsitzende Reiner Gabriel und die OPR-Amtstierärztin Simone Heiland weilten unter den Besuchern. Dabei feierten sie zugleich ein Jubiläum: Seit 50 Jahren wird dort züchterisch gearbeitet. „Obwohl sich die ersten zehn Jahre noch die Belegstelle zwischen Breitenfeld und Schönebeck (beide Gemeinde Gumtow) befand“, erinnert sich Peters.

Und: „1974 fiel der Staatssicherheit das Areal auf und der Imkerverein Kyritz musste das Gelände aus nicht ganz geklärten Gründen aufgeben.“ Seit 1975 ist nun Waldhof die erste Adresse für die umliegenden Imkervereine. Bis zur politischen Wende 1989 musste ein Radius von drei Kilometern rund um eine Belegstelle bienenfrei sein. Heute umfasst dieses bienenfreie Gebiet sogar einen Radius von zehn Kilometern. „Dieser Einzugsbereich ist wie ein Sperrbezirk und dort dürfen sich nur Bienenvölker der Belegstellenlinie befinden“, sagt Reimund Peters. Dieser Umstand macht es auch so schwierig, geeignete Standorte für eine Belegstelle zu finden.

Gäbe es die Belegstelle nicht, malt Peters ein düsteres Szenario: „Alle Königinnen müssten sonst künstlich besamt werden und sie würden sich wild verpaaren. Dann gäbe es keine sanftmütigen Bienen mehr, aber umso schwarmfreudigere.“ Gerade aber die Schwarmträgheit und Sanftmut zeichnen die Kärtner Bienen aus. Mit 101 Schutzhäuschen gehört Waldhof zu den größeren Belegstellen. Die Königinnenzucht läuft nach einem immer gleichen Schema ab. In einem Zuchtdurchlauf können maximal 202 Königinnen im Flug von den Drohnen begattet werden.

Denn in jedem der 101 Schutzhäuschen ist Platz für zwei so genannte Einwabenkästen. In diesen leben jeweils Kleinvölker von Arbeiterinnen mit der geschlüpften Jungkönigin. Wenn diese dann in Waldhof bei gutem Wetter ausschwärmen, treffen sie die Drohnen in 30 Meter Höhe auf den so genannten Tummelplätzen. Dort verpaaren sich Drohnen und Jungköniginnen. „Wichtig ist, dass Drohne und Königin aus einer hervorragenden Zuchtlinie stammen“, sagte Raimund Peters. Erst dann überzeugt auch das neue Bienenvolk mit einer guten Sammelleistung.
Schon zweimal überzeugte Peters landesweit als bester Züchter für Königinnen. „Reich wird man damit allerdings nicht, das sind mehr ideelle Werte“, bremst Reiner Gabriel die Erwartungen. „Für uns ist es wichtig, dass diese Belegstelle in dieser Qualität weitergeführt wird“, sagt Amtstierärztin Simone Heiland. Zweimal jährlich treffen sich Imker und Behörde zu Fachgesprächen.

Von Christamaria Ruch

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