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Bilanz der Neubert-Ära: durchweg positiv

Rheinsberg Bilanz der Neubert-Ära: durchweg positiv

Rheinsberg verabschiedet sich vom Kämmerer Andreas Neubert mit überschwenglichem Lob. Wohl zurecht, wie die von dem Finanzexperten zuletzt dargestellten Zahlen zur Haushaltslage der Kommune beweisen: Der heute 38-Jährige hat in seiner siebenjährigen Amtszeit die Stadtfinanzen auf gesunde Füße gestellt.

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Andreas Neubert als Rheinsberger Kämmerer: immer sachlich, immer objektiv, immer gesprächsbereit – so lautet das Urteil der Stadtvertreter.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Einen Blumenstrauß zum Abschied des Kämmerers hätte sich die Stadt schon leisten sollen, meinte der Rheinsberger Linken-Stadtverordnete Heinz Karwath. Der scheidende Andreas Neubert winkte mit einem Lächeln ab. Es sei besser, wenn die Stadt das Geld spart, sagte er freundlich, aber bestimmt – und meinte es ernst.

Diese Szene: typisch für Neuberts Zeit im Rheinsberger Rathaus. Der immer zuvorkommende Kämmerer war bei aller Kompromissbereitschaft vor allem auf eins erpicht: ein Plus unter den Zahlenkolonnen, die er seit Juni 2010 zu verwalten hatte. Wohl auch deshalb war die Bilanz, die der 38-Jährige nun wenige Tage vor seinem Wechsel aus dem Rheinsberger Rathaus zur Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung zog, durchweg positiv. So habe die Stadt in den vergangenen sieben Jahren ihre Schulden um 40 Prozent und die Zinsbelastung um 80 Prozent abgebaut. „Darauf bin ich wirklich stolz.“ Weil sich auch dadurch die finanzielle Lage der zuvor als „notleidende Kommune“ abgestempelten Stadt verbessert hat, war wieder Geld für Investitionen da. Insgesamt 18 Millionen Euro habe Rheinsberg seit 2010 investiert.

Zwar lieferte Neubert keine Vergleichszahlen aus dem Zeitraum davor. Er setzte die Summe allerdings in Vergleich zur Höhe der Abschreibungen. Eine Kommune zehre ihre Substanz auf, wenn die Investitionen geringer ausfallen als die Summe der Wertminderung. In Rheinsberg lag die Abschreibung in den sieben Jahren aber bei zwölf Millionen – und somit deutlich unter dem Investitionsbetrag. Sprich: Die Prinzenstadt hat mehr aufgebaut und saniert als verbraucht. Trotz der hohen Ausgaben habe die Stadt, die seit 2013 wieder schwarze Zahlen schreibt, zudem mehr Geld in der Kasse als noch 2010.

Alle diese Zahlen schüttelte Neubert wie gewohnt aus dem Ärmel. Zuvor lieferte er den Stadtverordneten aber den Beweis dafür, dass seine Berechnungen auf einer stabilen Basis aufgebaut sind: Er präsentierte ihnen den Jahresabschluss 2011, den ersten, der in der neuen Form der doppischen Haushaltsführung erstellt und vom Rechnungsprüfungsamt erst Anfang Juni für gut befunden wurde. Er freue sich sehr, dass er es noch schafft, dieses Papier persönlich zu übergeben, so Neubert. Schließlich haben er und seine Kollegen aus der Kämmerei – „das beste Team überhaupt“ – in den vergangenen sieben Jahren darauf hingearbeitet, dieses Sonderprojekt unter extremem Zeitdruck zu erledigen. Er sei erleichtert, dass diese Mammutaufgabe abschlossen ist.

Mit pplaus und eindeutigem Lob dankten die Stadtvertreter dem Kämmerer und Vize-Bürgermeister für seine Arbeit. Als Neubert kam – „ein so junger Mann und auch noch Banker“–, sei er ziemlich skeptisch gewesen, erzählte Linken-Fraktionschef Karwath. „Dann habe ich ihn aber als den besten Kämmerer kennengelernt: immer sachlich, immer objektiv, immer zu Gesprächen bereit.“ Tatsächlich habe Neubert auch für Fragen und Sorgen aus den Ortsteilen immer ein Ohr gehabt, betonte CDU-Fraktionschef Burkhardt Stranz. Und zwar egal zu welcher Uhrzeit, ergänzte Frank-Rudi Schwochow, Vorsitzender von BVB/Freie Wähler/FDP, und erinnerte an nächtliche Telefonate in der Anfangszeit, als es viel Finanzielles zu regeln gab. „Auch wie er sein Team geführt hat: Es war nie eine One-Man-Show“, lobte SPD-Fraktionschef Sven Alisch. „Auch wenn es darum ging, Dinge auszubaden, die er nicht verursacht hat, hat er nie die Contenance verloren und ist immer sachlich geblieben – auch gegenüber Kritikern. Sie hinterlassen große Schuhe.“ Ihn die tritt am 1. Juli

Von Celina Aniol

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