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Ostprignitz-Ruppin Bilder mit Sog: Armin Mueller-Stahl in Wittenberge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bilder mit Sog: Armin Mueller-Stahl in Wittenberge
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00:18 27.09.2017
Rund 70 Gäste begrüßten Armin Mueller-Stahl bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Wittenberge. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Nach dem Konzert mit Armin Mueller-Stahl und Günther Fischer am Freitag im Kultur- und Festspielhaus Wittenberge, wurde in der Galerie des Hauses am Sonnabend die Ausstellung „Menschenbilder” mit Malereien des Ausnahmekünstlers Armin Mueller-Stahl eröffnet.

Eine „Ehre“ für Wittenberge

Charlotte Zado (Violine) und Mai Linh Nguyen (Klavier) von der Kreismusikschule Prignitz begrüßten die Gäste musikalisch, bevor sich die künstlerische Leiterin des Hauses, Petra Luft, an die rund 70 geladenen Gäste wendete: „Das ganze Jahr über haben wir Ausstellungen im Haus. Wir sind ausgesprochen stolz, diesmal einen ganz besonderen Künstler präsentieren zu können. Es ist uns eine Ehre, Armin Mueller-Stahl bei uns begrüßen zu dürfen”, freute sie sich.

James Bond des Ostens

„Ich denke, wohl jeder von uns hatte irgendwann eine Begegnung mit Armin Mueller-Stahl. Meine ist rund 40 Jahre her”, berichtete Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann in seinen Grußworten. Mit seinem älteren Bruder durfte er abends etwas länger aufbleiben als sonst und „Das unsichtbare Visier” im Fernsehen verfolgen, erinnerte er sich. Der Film galt als das Pendant des Ostens zu den James-Bond-Filmen im Westen. Armin Mueller-Stahl spielte darin eine Hauptrolle. „Mit meiner Familie wohnte ich damals in Prenzlau. Kriegsnarben waren noch deutlich in der Stadt zu sehen. Zehn Jahre lang bin ich dort aufgewachsen. Auch Armin Mueller-Stahl lebte von 1938 bis 1948 dort, stellte ich später fest. Doch warum sprach man in den 1980er Jahren nicht über den großen Sohn dieser Stadt?”, fragte sich Oliver Hermann.

Der Weltenbürger Armin Mueller-Stahl sei allen in seinen Kunstwerken begegnet. Die Begegnungen blieben eine Annäherung darin. „Dass Sie heute hier sind, ist vielen Menschen zu verdanken”, sagte er an den Künstler gewandt. Im Besonderen nannte er den ehemaligen künstlerischen Leiter des Kulturhauses, Hans-Joachim Böse. Er dankte dem alten und dem neuen Team des Kulturhauses, dessen Förderverein und allen Sponsoren. „Der größte Dank geht an Sie, Herr Armin Mueller-Stahl”, schloss er seine Rede.

Bilder, die „einen Sog“ haben

„Es gibt Bilder, die haben einen Sog. In die möchte man sich hineindenken. Sie sind einfach schön. Aber das sind nur wenige. Die sind heute hier”, begann Stefan Skowron, Kunstkritiker und Publizist aus Aachen, seine Laudatio. „Dieser Maler ist ein Mensch mit Rhythmus. Das Suchen zählt in seinen Bildern mehr als das Finden. Dieser Prozess ist es, dem wir als Betrachter beiwohnen können. Es ist wie der Punkt in einem Satz, der fehlt”, beschrieb er Armin Mueller-Stahls Werke weiter. Mueller-Stahl gebe Hinweise auf Ereignisse in der Welt. Als Betrachter habe man gelernt, die Linien zu vervollständigen. Der Maler habe sich entfernt von konkreten Äußerungen. Er verzichte auf Zierwerk. Er suche und finde den Charakter des Menschenwesens, so Skowron. Dabei frage er mit dem Herzen und mit dem Bauch. Seine Bilder wollen nicht überzeugen. Sie sind ein Angebot, deuteten Geschichten an, die die Betrachter selbst erleben wollen. Die Bilder sind nicht geschönt. Die Aura zeige sich im Schatten, im Überzeichnen des Figürlichen. Das Sehenlernen komme bei Babys vor dem Sprechen. Dieses kindliche habe sich Armin Mueller-Stahl bewahrt.

Armin Mueller-Stahl dankte allen und rezitierte ein Gedicht, dass er einen Abend zuvor mit Musik vortrug: „Bin schon Gaukler über 60 Jahre”. Danach trug er sich ins Ehrenbuch der Stadt Wittenberge ein.

Die Ausstellung kann bis zum 5. November in der Galerie des Kultur- und Festspielhauses besichtigt werden. Geöffnet und zugänglich ist sie montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr (über die Touristinformation).

Von Jens Wegner

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