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Bili ist ein Bückwitzer

Gartenfiguren mal anders Bili ist ein Bückwitzer

In Bückwitz bietet Jadwiga Peik seit Jahr und Tag kuriose Gartenfiguren an. Nur eine davon ist unverkäuflich: die schlaksige Plastik-Ente „Bili“. Mittlerweile hat sie sogar Moos angesetzt. Doch dahinter verbirgt sich ein eher tragischer Grund.

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Jadwiga Peik im Kreise ihrer Plastetiere, von denen sie einige fürs Pressefoto schnell putzte.

Quelle: Matthias Anke

Bückwitz. Irgendwie kennt ihn jeder. Jeden, der in Bückwitz einmal in die Bundesstraße 167 Richtung Neuruppin einbog oder der sie dort auf entgegengesetzter Spur verließ, grüßt er schließlich seit nunmehr über einem Jahrzehnt. Immer frisch, fromm, fröhlich, frei wirkte dieser Mix aus Donald Duck, Daniel Düsentrieb, Mick Jagger und Günther Jauch bisher. Doch jetzt hat er Moos angesetzt. Sein Entenschnabelgrinsen ist zwar so breit wie eh und je. Dem Orange aber fehlt die Kraft. Und Abgase haben sein weißes, glattes Gefieder mit einem Grauschleier überzogen.

„Er heißt Bili“, verrät Jadwiga Peik und erklärt, weshalb er so mitgenommen aussieht: „Ich konnte mich nicht kümmern.“ Jadwiga Peik zeigt ihre Handgelenke. Beide sind operiert. „Zu viel gearbeitet“, sagt sie und lächelt dennoch.

Aus Polen der Arbeit wegen nach Deutschland gekommen

Seit 2013 ist ihr Laden an der B 167 geschlossen. Nur noch ausnahmsweise verkauft sie eine ihrer Gartenfiguren, die dort wie eine Herde im Rücken von Bili über den Vorgarten verteilt stehen. Aber nicht nur für den Pressebesuch hat sie die meisten dieser Tiere gesäubert, die aus einer auf Silikon basierenden Plastikmischung bestehen. Jadwiga Peik hofft, dass sie gesundheitlich noch in diesem Jahr so weit auf der Höhe ist, ihren Laden endlich wieder zu öffnen.

Unverkäufliches Exemplar

Unverkäufliches Exemplar: Bei „Bili“ handelt es sich um eine schlaksige Plastik-Ente.

Quelle: Matthias Anke

Angefangen hat alles vor nunmehr schon zwei Jahrzehnten. Da kam die heute 50-Jährige, deren Akzent ihre Herkunft aus dem Land jenseits der Oder noch heute verrät, der Arbeit wegen nach Deutschland und fand auch die zunächst große Liebe. „Ich bin anfangs immer mal wieder gefragt worden, ob ich nicht diese oder jene Figur aus Polen mitbringen könnte“, erinnert sie sich. Irgendwann seien es so viele Anfragen geworden, dass sie von vornherein schon immer eine Figur mehr mitbrachte, um sie in ihren Vorgarten zum Verkauf anzubieten.

Nur Bili gab sie nie weg. Mittlerweile dürfte der unverkäufliche Enterich als waschechter, wenngleich eben ungewaschener Bückwitzer durchgehen.

Vor wenigen Jahren jedoch trennten sich Jadwiga Peik und ihr Mann, was mit noch anderen Schicksalsschlägen zusammenhing. Seither lebt die trotz allem jung gebliebene Frau alleine in diesem letzten Haus vor dem Ortsausgangsschild.

Rundherum ackerte sie jahrelang auf dem Grundstück. Sie hatte sich ohnehin einst in der Landwirtschaft verdingt und hier und da durchgeschlagen. Sobald ihr Laden offen ist, wird also auch die Markise neben dem Hoftor wieder ausgerollt für etwas Schatten auf einem Stand voller Gemüse aus eigenem Anbau oder auch Eier.

Sammler und Touristen halten an – doch Gartenzwerge will keiner

„Es halten sehr oft interessante Menschen hier an. Sie kommen manchmal sogar aus Bayern oder Sachsen“, erzählt die frühere Polin. In der Regel seien es Touristen, die zufällig entlangkommen. Mancher aber ist ein Sammler, der sich jedes Jahr eine neue Figur mitnimmt.

Den größten Ansturm gebe es, wenn im nahen Neustadt die Hengstparaden stattfinden. „Dann besorge ich extra viele Pferdefiguren.“ Vergleichbar ist ihr Angebot zu Ostern. Dann gibt es eben Hasen. Oder manche Frau kaufe ihrem Mann, der Jäger ist, ein Plastewildschwein für den Garten. Katzen und Maulwürfe seien ebenso beliebt. Die Preise klingen dabei moderat: Ein stattlicher Esel mit Wagen oder eine ziemlich große Kuh kosten rund 150 Euro und sind schon die teuersten Tiere überhaupt. Eine schöne Schwanenfigur, die zugleich als Blumentopf taugt, ist schon für 25 Euro zu haben. Eine Spezies aber verkaufe sich so gut wie gar nicht: Gartenzwerge.

Dass Jadwiga Peik wegen Krankheit derzeit nichts verkauft, ist für sie zum Glück nicht ganz so schlimm: Über die B 167 rollt wegen deren Sanierung schon seit weit über einem Jahr nicht der Durchgangsverkehr, von dem sie dort sonst profitiert. Und weil die Baustelle auch noch bis fast vor die Haustüre wandern wird, bleibt für Comic-Ente Bili also ohnehin noch eine Menge Zeit, bis er sich wieder in Bestform präsentieren muss.

Von Matthias Anke

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