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Biologie-Unterricht für Senioren

Sewekow Biologie-Unterricht für Senioren

Biologe Gerd Mathiak ist Neu-Sewekower und stellte sich in einer Kaffeerunde den örtlichen Senioren vor. Die Reihe „Mein unbekannter Nachbar“ ist in Sewekow nach wie vor ein Dauerbrenner.

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Biologe Gerd Mathiak (am Laptop) zu Gast beim Seniorennachmittag in Sewekow.

Quelle: Björn Wagener

Sewekow. Kaffee, Kuchen – und Biologie-Unterricht. Dass das gut zusammenpassen kann, bewies die jüngste Veranstaltung der Senioren in Sewekow. Im örtlichen Feriengut trafen sie sich am Mittwoch nicht nur, um ein paar gemütliche Stunden zu verbringen und sich zu unterhalten. Vielmehr begrüßten sie in ihrer Mitte auch einen Mann, der seit zwei Jahren zwar auch in Sewekow lebt, aber noch längst nicht jedem im Dorf näher bekannt ist: Biologe Gerd Mathiak. Mit Laptop und Beamer berichtete er von seinem Alltag. Es wurde ein lehrreicher Nachmittag unter dem Motto „Mein unbekannter Nachbar“.

Immer den Naturschutz im Blick

Gerd Mathiak stammt aus Göttingen und ist Zoologe, Botaniker und Meereskundler. Wenn irgendwo Bauprojekte anstehen, ist er es, der zuvor die entsprechenden Flächen daraufhin untersucht, ob sie für die jeweils anvisierten Zwecke überhaupt geeignet sind. Dabei hat er verschiedene Aspekte des Naturschutzes im Blick. Gibt es unter Schutz stehende Tiere oder Pflanzen, sind Biotope zu beachten?

Je nach Auftrag könnten daraus auch Gutachten erstellt werden, die über die Situation vor Ort detailliert Auskunft geben. Zu seinen Auftraggebern zählen Kommunen, Vereine, Stiftungen, Straßenbauämter oder Energieunternehmen. Meist sei er in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, mittlerweile aber auch immer öfter in Brandenburg, berichtete der Gast in der Senioren-Runde. Einzelne Einsätze führten ihn auch schon weiter weg – etwa bis nach Baden-Württemberg.

Mit Feldstecher und Kescher

Doch ganz gleich wie weit das zu untersuchende Gebiet entfernt ist: Wenn der Fachmann in seinen kleinen gelben Ford Ka steigt, der schon 320 000 Kilometer hinter sich gebracht hat, habe er immer ganz bestimmte Dinge dabei, die unerlässlich für seine Arbeit sind – einen guten Feldstecher, ein Binokular, einen Kescher und ein paar Utensilien, um eine Bodenfalle aufzubauen, mit der sich Käfer oder Spinnen fangen lassen, die dann bestimmt werden können.

Ein ganz besonderes Haus

So ist Gerd Mathiak sehr viel unterwegs. Zu Hause in Sewekow bewohnt er mit seiner Familie ein Haus, das zu einem Biologen kaum besser passen könnte. „Es ist ein eigentümlicher Bau. Das Haus besteht ganz aus Holz“, sagt Mathiak. Es wird mit Holz geheizt, aber nicht mit Pellets. Vielmehr ist der ganze Bau so konzipiert, das die Wärme von einem in der Mitte platzierten Ofen auch die angrenzenden Räume beheizen kann. Außerdem gibt es Sonnenkollektoren auf dem Dach für die Warmwasserversorgung. Es wird kein Öl oder Gas verbraucht. Ortsvorsteher Martin Schäfer nennt es einen „interessanten Bau“, der im Dorf polarisiere. Er regte deshalb an, den Einwohnern eine Gelegenheit zu geben, sich das Ganze einmal näher anzuschauen.

Jürgen Mendel aus der Runde fragte Mathiak, ob der Schutz der Alleebäume in Sewekow nicht mit dem zunehmenden Schwerlastverkehr kollidiere. Die Strecke sei als kurze Ost-West-Verbindung sehr beliebt. Die Laster hätten schon Schäden an Straße und Fußwegen verursacht. Die Allee als Mittel gegen den Schwerlastverkehr einzusetzen, sei durchaus möglich. Jedoch müsse entsprechend Druck gemacht werden, meinte Mathiak. Ortsvorsteher Martin Schäfer überreichte ihm nach seinem Gastspiel zum Dank eine Flasche Wein.

Die Referenten gehen uns nicht aus

In den vom Heimatverein organisierten Seniorenrunden unter dem Motto „Mein unbekannter Nachbar“ werden immer wieder Menschen aus dem Dorf vorgestellt, die besondere Erlebnisse zu berichten haben. „Die Referenten gehen uns nicht aus“, sagt Martin Schäfer. Die Veranstaltungsreihe habe sich bewährt und sei nach wie vor sehr beliebt. Außerdem stärke sie den Zusammenhalt im Dorf.

Die Seniorennachmittage in Sewekow finden jeweils am ersten Mittwoch eines Monats statt. Die wechselnden Veranstaltungsorte werden rechtzeitig vorher angekündigt.

Von Björn Wagener

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