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Bis zu 60 000 Kraniche am Himmel gewesen

Linum Bis zu 60 000 Kraniche am Himmel gewesen

Die Kranichsaison in diesem Jahr ist vorbei. Am Dienstag hat Helga Müller-Wensky vom Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch letztmalig mit ihren ehrenamtlichen Helfern in Linum gezählt – beziehungsweise es versucht. Der Nebel war zu dicht und sie brachen ab. Dennoch kommt die Expertin zu erstaunlichen Fakten in diesem Herbst.

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Auf den Stoppelfeldern rund um Linum kann man im Herbst Tausende von Kraniche beobachten, die nach Nahrung picken. Die langhalsigen Vögel haben eine Vorliebe für Mais.

Quelle: Foto: Peter Geisler

Linum. Silberne Nebelschwaden ziehen frühmorgens oft durch das herbstliche Rhinluch. Doch vergangenen Dienstag verwandelte sich die dünne Schicht in eine dichte Wand, die jegliche Sicht auf Felder und Himmel nahm. Sie machte Helga Müller-Wensky vom Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch und ihren ehrenamtlichen Helfern der Nabu-Storchenschmiede und Naturschutzstation Rhinluch einen Strich durch die Rechnung. Kaum ein Kranich war zu sehen, wenn auch zu hören. „Wir mussten unsere Zählung abbrechen“, erklärt die Ornithologin. Es war die letzte in diesem Herbst. Mitte November ist die Kranichsaison üblicherweise vorbei. Die meisten Vögel sind schon weitergezogen.

Weniger los auf dem Hauptschlafplatz

Einmal wöchentlich haben Müller-Wensky und ihr Trupp seit Ende September die Zugvögel auf Deutschlands größtem Binnenrastplatz gezählt. „Teils waren die Ergebnisse niedriger als in den Jahren zuvor. Vorletzten Dienstag haben wir ganze 403 Vögel erfasst“, sagt die Kranich-Betreuerin. Was auch am Nebel lag. Aber nicht nur. „Normalerweise beobachten wir die Vögel, die morgens aus dem Hauptschlafplatz zu den Futterflächen fliegen. Dort waren von Anbeginn aber weniger als sonst, weil es diesen Sommer so viel geregnet hat, dass auf vielen Feldern noch immer das Wasser steht. Etliche Kraniche blieben zum Schlafen gleich dort, in den Senken.“

Das Team um Müller-Wensky vergrößerte daraufhin am 24. Oktober seinen Radius und erfasste jene Plätze teils mit. „Wir haben mehr Zählstellen eingerichtet und standen auch in Sommerfeld und Wustrau.“ Mit Erfolg: 54 229 Kraniche am Hauptschlafplatz in Linum und 5791 in der Peripherie addierten die geübten Zähler in Zehner- und Hunderterschritten an jenem Tag zusammen. Die Woche darauf listeten sie nur noch 16 940 der eleganten Vögel.

Viele Vögel aus dem Baltikum

Es war ein ständiges Ankommen und Abziehen seit Ende September, bestätigt Helga Müller-Wensky: „Rund 50 000 der eleganten Zugvögel sind mittlerweile schon in Nordfrankreich. Wie immer kamen natürlich etliche von ihnen aus dem Norden zu uns, viele aber auch aus dem Baltikum, was an den beringten Kranichen zu erkennen war. “

Einer von ihnen, ein Jungvogel aus Lettland, war besendert. Mit seinen Eltern machte er Rast in Wustrau. „Mittlerweile ist er schon im Winterquartier in der Extremadura angekommen, im Südwesten Spaniens, wie man im Internet nachverfolgen kann.“ Sein Ziel liegt etwa 4500 Kilometer entfernt vom Oberen Rhinluch. Ein paar Kraniche bleiben aber auch hier, „wenn es keinen heftigen Wintereinbruch gibt und alles zugefroren ist“. In dem Fall flögen sie ebenfalls weiter, versichert „Kranich-Zählmeisterin“ Helga Müller-Wensky. Sie ist zufrieden mit der ausklingenden Saison: „Es hat alles gut geklappt. Auch die Besucherlenkung. Unsere Absperrungen wurden beachtet. Kaum einer ist auf die Felder gelaufen, um zu beobachten.“ Auch die Kranichführungen der Storchenschmiede waren sehr gut besucht. „Es ist ein großes Interesse in der Bevölkerung für die Vögel da“, findet die Rastplatzbetreuerin.

Im Frühjahr nur kleine Kranichgruppen

Nun ist aber erstmal Ruhe. Bis zum nächsten Jahr. „Im Frühjahr, wenn die Kraniche zurückkommen, zählen wir nicht“, erklärt Helga Müller-Wensky. „Die Gruppen der Rückkehrer sind kleiner und sie rasten nur kurz. Drei bis vier Tage, von Anfang bis Ende März. Dann ziehen sie in ihre Brutgebiete. Da ist es eher Zufall, wenn man größere Kranichscharen sieht.“ Sie tauchen erst wieder im nächsten Herbst auf und werden fleißig gezählt. Bei hoffentlich guter Sicht.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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