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Ostprignitz-Ruppin Bisher fast 30 000 Euro Klagekosten für BI
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bisher fast 30 000 Euro Klagekosten für BI
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00:18 24.11.2016
Freude und Dankbarkeit: Angela Gautzsch von der Bürgerinitiative Wittstock contra Industriehuhn. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Protest kostet Geld: 29 800 Euro habe die Bürgerinitiative (BI) Wittstock contra Industriehuhn bisher in die juristische Auseinandersetzung mit der Prignitzer Broilermast-Gesellschaft investiert, die bei Groß Haßlow eine Hähnchenmastanlage betreiben möchte. Diese Zahl nannte Philipp Wacker am Sonntagabend im Kino Astoria in Wittstock. Dorthin hatte die Initiative Interessenten eingeladen, um über den aktuellen Stand im Klageverfahren zu berichten. Als Kläger tritt zwar der Naturschutzbund (Nabu) auf, aber die Initiative unterstützt ihn nach Kräften und sammelt vor allem Spenden, um in dem Verfahren weiter gegenhalten zu können. „Wir sind allen Spendern absolut dankbar“, sagte Philipp Wacker von der Initiative.

Bisher konnte die Fertigstellung des Baus der Anlage tatsächlich verhindert werden. Erst am vergangenen Donnerstag bestätigte das Verwaltungsgericht Potsdam den bestehenden Baustopp (die MAZ berichtete). Ob die Sache nun vor das Oberverwaltungsgericht gebracht wird, bleibt abzuwarten. „Darüber ist noch nicht entschieden. Wir stimmen uns mit unseren Beratern über die nächsten Schritte ab“, sagte am Montag auf MAZ-Nachfrage Bernhard Fortwengel, Inhaber der Prignitzer Broilermast.

Die Hähnchenmastanlage bei Groß Haßlow darf nach wie vor nicht weitergebaut werden. Quelle: Björn Wagener

Peter Kremer, der Anwalt des Nabu in dem Klageverfahren, rechne mit etwa einem weiteren Jahr, das vergehen wird, bis ein Urteil vorliege, sollte es in die nächste Instanz gehen. Das teilte Andrea Stellmecke von der Bürgerinitiative am Sonntag vor rund 50 Besuchern im Kino mit.

Hausherrin Viola Terzijska, die sich ebenfalls in der BI engagiert, nannte den bisherigen Verlauf des Protestes eine „tolle Arbeit“, die bereits dafür gesorgt habe, dass den Einwohner in der Region die frische Luft erhalten bleibt. Auch Andrea Stellmecke ist stolz auf das Erreichte. „Niemand hatte es für möglich gehalten, dass eine bereits genehmigte Anlage noch gestoppt werden kann“, sagte sie. Das sei ein ermutigender Erfolg. Um sich in den Fall einzuarbeiten, war allerdings einiger Aufwand nötig. „Bei der Akteneinsicht wurden 10 000 Seiten gescannt. Wir haben dafür extra einen Scanner angeschafft.“ Obwohl sich der Nabu und die BI bislang erfolgreich in dem Klageverfahren behaupten können, so wissen sie auch: „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen“, betonte Andrea Stellmecke. Die BI sei auch weiterhin auf Spenden angewiesen.

Den Dokumentarfilm „Landstück“ von Volker Koepp gezeigt

Abgerundet wurde der Abend mit dem Dokumentarfilm „Landstück“ von Volker Koepp. Darin geht es um den Landverkauf an Großinvestoren, Monokulturen und Tiermastbetriebe im Land Brandenburg. Gleichzeitig bietet der Streifen aber auch einen direkten Einblick in das Leben auf dem Lande und bleibt dabei immer nah an den Menschen, die dort leben. Volker Koepp, der spätestens seit seinem filmischen Wittstock-Zyklus von Mitte der 1970er bis 1990er Jahre in der Dossestadt ein Begriff ist, sollte am Sonntagabend eigentlich persönlich vor Ort sein und mit den Gästen über „Landstück“ reden, aber dazu kam es nicht. Zunächst war es nicht ganz klar, ob er doch noch eintreffen würde. Aber laut Viola Terzijska habe Koepp Probleme mit seinem Auto gehabt, weshalb er schließlich doch gänzlich habe absagen müssen.

Der Protest gegen die Mastanlage

Vor drei Jahren gründete sich in Groß Haßlow die Bürgerinitiative (BI) Wittstock contra Industriehuhn. Seit etwa zweieinhalb Jahren unterstützt sie den Naturschutzbund (Nabu) bei seiner bislang erfolgreichen Klage gegen die Inbetriebnahme der Hähnchenmastanlage bei Groß Haßlow.

Gefährdet sieht die BI mit einer Inbetriebnahme der Mastanlage nicht nur das Tierwohl, sondern auch das ökologische Gleichgewicht im 133 Hektar großen Dranser See, der nur etwa anderthalb Kilometer entfernt liegt und zu den besonders wertvollen Klarwasserseen zählt.

Von Björn Wagener

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