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Bisher traut sich noch keiner

Ostprignitz-Ruppin Bisher traut sich noch keiner

Trotz des am 1. Oktober in Kraft tretenden Gesetzes zur gleichgeschlechtlichen Ehe gibt es im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bisher keine Anfragen von gleichgeschlechtlich Liebenden bei den Standesämtern. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft kann auch nachträglich in eine Ehe umgewandelt werden.

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Ehefrau und Ehefrau vorm Traualtar – das ist ab Oktober möglich.

Quelle: imago

Neuruppin. Nach einer jahrelangen Debatte hat der Bundestag am 30. Juni beschlossen, dass Homosexuelle in Deutschland heiraten dürfen. Dem Gesetzentwurf zur Ehe für alle wurde mit großer Mehrheit zugestimmt – eine historische Entscheidung. Weil das Gesetz am 1. Oktober in Kraft tritt, soll es ab diesem Tag für schwule und lesbische Paare möglich sein, sich standesamtlich trauen zu lassen.

In Ostprignitz-Ruppin ist diesbezüglich bisher noch nicht viel passiert: Weder bei den Standesämtern in Neuruppin, Kyritz und Wittstock noch in Rheinsberg hat es nach dortigen Informationen Anfragen für gleichgeschlechtliche Eheschließungen gegeben.

„Vom Prinzip wird die Anmeldung für eine gleichgeschlechtliche Ehe nicht viel anders ablaufen als bei einer eingetragenen Partnerschaft“, sagt die Kyritzer Standesbeamtin Daniela Bading. In Kyritz seien in den vergangenen Jahren jeweils ein bis zwei Lebenspartnerschaften zwischen gleichgeschlechtlich Liebenden geschlossen worden.

Ähnlich verhält es sich in den anderen drei Städten. Der Vorstoß mit dem Gesetz sei letztendlich ziemlich überraschend gewesen, obwohl die Thematik schon lange bestanden hatte. „Paare, die noch in diesem Jahr eine Lebenspartnerschaft eingehen möchten und dafür bereits ein Datum festgelegt haben, konnten ja nicht wissen, dass die Ehe für alle plötzlich innerhalb von drei Monaten möglich sein soll“, sagt Bading. Bis Anfang Oktober können noch Lebenspartnerschaften geschlossen werden, danach ist nach neuem Gesetz „nur“ noch eine Heirat möglich.

„Bestehende Lebenspartnerschaften können nachträglich in eine Ehe umgewandelt werden“, sagt Ingo Decker vom Innenministerium in Potsdam. Er hält die Umsetzung des Gesetzes zum Startzeitpunkt des 1. Oktober für machbar. „Solange aber das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht gilt, können die Standesbeamten lediglich im verbleibenden Zeitraum einen Termin für die eingetragenen Lebenspartner reservieren, die sich mit diesem Wunsch bereits an ein Standesamt gewandt haben.“

Die elektronischen Vordrucke existieren noch nicht, in den Eheurkunden werden die Bezeichnungen „Ehemann“ und „Ehefrau“ durch das Standesamt neutralisiert. Im Eheregister wird eine Anpassung der Leittexte wohl erst ab 2018 möglich sein.

Von Christina Koormann

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