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Ostprignitz-Ruppin Biwak im Park
Lokales Ostprignitz-Ruppin Biwak im Park
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00:19 15.06.2017
Die „Wittstocker Schweden“ hatten es gemütlich. Quelle: Sandra Bels
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Berlitt

Sie kamen auch, um zu schießen und zu plündern. Acht Kanonen hatten sie dabei und belegten am zurückliegenden Wochenende den Berlitter Schlosspark mit ihren Zelten. Das Ganze war natürlich angekündigt und kein wahlloser Überfall auf Berlitt.

Das Biwak des 1. Historischen Traditions- und Artilleriecorps von Kyritz gehörte zum diesjährigen Dorffest im kleinen Kyritzer Ortsteil. Der Verein feierte gleichzeitig sein 15-jähriges Bestehen und hatte sich dafür Wegbegleiter eingeladen. Sie kamen aus Merseburg, Wittstock, Berlin, Fehrbellin, Havelberg und von der Historischen Gesellschaft Kyritz. „Es sind Vereine, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben“, sagt Bernd Lehmann, Vorsitzender des 1. Historischen Traditions- und Artilleriecorps. Er und seine Mitreiter sind den Berlittern sehr dankbar, dass sie ihnen am Wochenende den Park zur Verfügung gestellt hatten. Etliche Zelte standen dort. Einige gehörten zum Beispiel den Wittstocker Schweden. Ihre Zeit ist der Dreißigjährige Krieg. Jede Gruppe hatte ihre eigene Zeit, die sie repräsentiert. Demzufolge waren auch die Uniformen vielfältig und unterschiedlich.

Mehrmals Kanonensalut geschossen

Die Vereine reisten bereits Freitagabend an und bauten das Lager auf. Wie angekündigt machten sich die Uniformierten anschließend auf den Weg durchs Dorf und plünderten es. „Die Bewohner waren gut vorbereitet und hatten allerlei Lebensmittel für uns“, so Bernd Lehmann.

Böllerschüsse aus den acht mitgebrachten Kanonen eröffneten das Berlitter Dorffest. Quelle: Privat

Am Sonnabend schossen die Biwak-Teilnehmer gleich mehrmals Kanonensalut. Es begann schon morgens mit dem Weckschuss. Um 10 Uhr wurde geböllert und 12 Uhr folgte der Mittagsschuss. Das Hauptböllern um 14 Uhr eröffnete gleichzeitig das Dorffest der Berlitter.

Die Berlitter Frauen sorgten für ein reichlich bestücktes Kuchenbuffet. Quelle: Sandra Bels

Die Frauen des Ortes hatten die Kuchentafel bestückt. Es gab aber auch Deftiges. Für die Kinder stand eine Hüpfburg bereit. Das Lager konnte besichtigt werden. Mit den Böllerschüssen wurde auch Vereinsmitglied Günter Lehmann zum Ehrenvorsitzenden des 1. Historischen Traditions- und Artilleriecorps ernannt. Es ist ein Dankeschön für 15 Jahre Treue. Anschließend kam in den Suppentopf, was am Abend zuvor erbeutet worden war. Die Frauen hatten alles geschnippelt und schwangen den Kochlöffel. Das Ergebnis wurde dann zusammen verspeist. „Das ist das schöne an unseren Treffen. Sie sind sehr familiär“, so Bernd Lehmann. Es gab sie bereits in Lohm und Sieversdorf. „Wir sind immer eine Attraktion, egal in welchen Landstrichen“, fügt der Kyritzer an.

Die 32 Biwak-Teilnehmer trennten sich erst am Sonntag nach dem Frühstück und kehrten nachdem sie ihre Zelte wieder abgebaut hatten in ihr normales Leben zurück – ohne Uniform und mit Technik.

Von Sandra Bels

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