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Ostprignitz-Ruppin Blitzer sorgt für Nachdruck
Lokales Ostprignitz-Ruppin Blitzer sorgt für Nachdruck
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00:18 26.05.2017
Die Säule registriert jedes unerlaubte Tempo. Die Bushaltstelle im Hintergrund hätten die Metzelthiner gerne weiter ab von der Straße gesehen. Quelle: Hörmann
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Metzelthin

Zwei Ereignisse haben die Metzelthiner in der jüngeren Vergangenheit besonders bewegt. Das war zum einen der Ausbau der Bundesstraße 167 vor ihrer Haustür, zum anderen ein geplantes Solarfeld hinter ihren Grundstücken. Das mit der Sonnenlichternte ist erst einmal vom Tisch – aufgeschoben aber nicht aufgehoben. Der Investor sitzt in den Startlöchern und wartet ab, wie die Gemeindevertreter in Wusterhausen künftig generell verfahren wollen, wenn alternative Energiegewinner anklopfen. Und auf der Straße? Da rollt es fleißig in Richtung Autobahn oder in Gegenrichtung zur B 5.

Die Dörfler haben beim Neubau der Trasse nicht nur zugeschaut, sondern auch Vorschläge eingebracht. Dazu gehörte die Idee, zur neuen Bushaltstelle einen Zebra-Streifen führen zu lassen – mit Ampel für Fußgänger. Das wurde zwar abgelehnt, doch hat die untere Verkehrsbehörde beim Landkreis auf einem Abschnitt der Trasse dann Eile mit Weile verordnet. Und das aus gutem Grund. Groß und Klein sollen gefahrloser zum einzigen öffentlichen Verkehrsmittel weit und breit gelangen. Deshalb gilt auf einem Abschnitt von 100 Metern Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit. Ansonsten sind 50 km/h erlaubt. Das Ganze überwacht eine harmlos aussehende Säule. Sie trägt gedeckte Farben, kommt irgendwie moderner daher als ihre „Schwestern“ in Kampehl und Segeletz. Aber auch sie ist eine reizbare „Blitze“, eine fleißige, die das Fahrverhalten deutlich beeinflusst – zumeist zum Guten. „Ja, es geht jetzt gesitteter zu“, sagt Evelin Heller, die mit ihrer Familie gegenüber der Messstelle wohnt. Allerdings sei es nicht unbedingt leiser geworden.

Schonzeit an der Dorfstraße

„Viele Autofahrer haben noch immer nicht mitgekriegt, dass sie den Fuß etwas vom Gas nehmen müssen. Wenn sie dann dran sind an der Säule, quietschen die Reifen. Ist nach Vollbremsung alles noch mal gut gegangen, wird dahinter wieder auf die Tube gedrückt“, ergänzt Ehemann Helmut. Der Rentner hat die längste Zeit seines Berufslebens als Kraftfahrer verbracht und weiß, wie die PS-Lenker ticken. Die „Schonzeit“ an der Dorfstraße dauert von 6 bis 8 Uhr, dann noch mal von 13 bis 16 Uhr. Zusatzzeichen unter den 30er-Schildern legen das fest. Mit den Ergänzungen gab es schon etliche Huddeleien. „Erst sollte die Begrenzung ja nur am Morgen gelten, wenn die Kinder zur Schule müssen. Dann kam einer drauf, dass sie ja auch wieder nach Hause kommen. Also wurde eine neue Variante angeschraubt“, erinnert sich Ortsvorsteherin Barbara Burau. Und dann war plötzlich gar kein Schild mehr dran, einfach abmontiert. Über die unbegrenzte Reduzierung wunderten sich besonders die Busfahrer. „Wir fanden es toll“, ist man sich bei den Hellers einig. Die „Blitze“ selbst bekam aber auch da noch genug zu tun. Zu viel, meinten irgendwann vermeintliche Spaßvögel, die ihr bei Nacht und Nebel alle Öffnungen zuklebten.

Das ist keine Lösung und vor allem: Es ist kriminell. So sieht es auch die Ortsvorsteherin, die sich mit Evelin und Helmut Heller generell darin einig ist: „Die Verkehrsberuhigung war notwendig und hat etwas gebracht.“ Immer noch nicht glücklich zeigt sich Barbara Burau über den Standort der Bushaltestelle nach dem Straßenbau. „Sie steht zu dicht an der Fahrbahn, was es überhaupt nicht bräuchte“, ärgert sich die Ortsvorsteherin. Auch hier teilt sie die Ansicht der Hellers. Das Wartehäuschen hätte gut ein paar Meter nach hinten versetzt werden können, Platz war dafür vorhanden. „Aber als wir den Baustopp veranlassten, waren die ersten Schichten schon gemauert. Und alles sei DIN-gerecht.“ Vorsteherin Burau zuckt mit den Schultern, soll heißen: Nix zu machen. So bleibt den Metzelthinern, ihren Kindern außer dem Pausenbrot auch immer mahnende Wort mit auf den Schulweg zu geben.

Von Wolfgang Hörmann

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