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Ostprignitz-Ruppin Blockparade – Installation auf dem Brasch-Platz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Blockparade – Installation auf dem Brasch-Platz
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00:17 01.09.2016
Philipp Modersohn (r.) erzählt über sein Werk. Quelle: Buddeke
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Neuruppin

Was will uns dieses Bild sagen? In einem Film antwortete der so befragte Künstler darauf: „Gar nichts. Es ist ja kein Hörbuch.“ Letztlich ist ein Bild, eine Skulptur oder auch eine Installation immer erst einmal etwas, womit der Künstler sich ausein­andersetzt, weil ihn das Thema interessiert. Punkt. Wenn er darüber hinaus noch Menschen für sein Werk interessiert, sie gar bewegt oder begeistern kann – umso besser.

Dem Berliner Bildhauer Philipp Modersohn haben es die Dämmstoffe angetan: Bereits im Herbst 2014 experimentierte er damit – als Atelierstipendiat der Stiftung für futuristische Forschung von Thomas Zipp in Neuruppin. Die Verschmelzung verschiedenster Materialien wie Styropor und Kunststoff, Stein-, Holz- und Schafwolle, aber auch Heu und Zement reizt ihn. „Dämmstoffe sind in der Architektur der gemeinsame Nenner. Ich finde es spannend, die gesamte Bandbreite zusammenzubringen.“ Für seine Installation, die am Sonntag mit 20 Vernissage-Gästen eröffnet wurde, hat Modersohn all diese Materialien zu acht Quadern verpresst, eingeschweißt und auf dem Bernhard-Brasch-Platz lose arrangiert. „Das Heuballenformat fand ich spannend“, verrät er. Ausgangspunkt für die Installation „Blockparade“ war die Planstadt des früheren Stadtbaudirektors Bernhard Brasch, der nach dem großen Stadtbrand 1787 den Wiederaufbau Neuruppins leitete. Sein Entwurf einer streng symmetrischen, gut strukturierten Stadt war Modersohns Ideengeber: In Braschs Zeichnung bündeln neun dicke Linien die einzelnen Häuserparzellen und unterstreichen so den Gegensatz von Außenhülle und Innerem der Blöcke. Modersohn hat seine Installation an dieses rasterförmige Parzellen-Prinzip angelehnt.

Sie wirken ein wenig verloren, die acht Quader, wie sie da inmitten der riesigen grünen, symmetrisch angeordneten Rasenflächen des Neuruppiner Bernhard-Brasch-Platzes liegen, jedes kaum größer als eine Kinderbank. Zu wenig, um so spektakulär zu wirken, wie es vor ein paar Monaten die Fontanefiguren von Ottmar Hörl waren, zu viele jedoch, um sie zu übersehen. Die Objekte sollen Architekturmodelle in einer Miniaturstadt darstellen, in streng industrielle Form gebündelt. Das trifft auf die Ballen durchaus zu, nicht jedoch auf ihr Lümmeln im Grün.

An Städtebau im Sinne Braschs erinnern sie in ihrer zufällig arrangierten Form auch wenig. Eher wie eine Idee für das, was irgendwann einmal eine Stadt werden will. Auch der Begriff Parade scheint angesichts der verstreuten Anordnung fehlgeleitet. „Es steckt keine mathematische Logik dahinter“, so der Künstler. „Eher wie vom Hänger gefallen. Ich habe sie dann an den Linien des Platzes ausgerichtet.“

Tipp: Die Installation steht noch bis zum 11. September auf dem Neuruppiner Brasch-Platz.

Von Regine Buddeke

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