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Blumen gegen das Vergessen in Wittstock

Linke gedenken Opfern des Holocaust Blumen gegen das Vergessen in Wittstock

Bei ihrer Gedenkminute für die Opfer von Krieg und Faschismus fühlten sich die Politiker der Partei die Linke im Wittstocker Friedrich-Ebert-Park am Mittwochvormittag von der Stadt alleingelassen. Aus dem Rathaus heißt es hingegen, dass man von der Aktion der Partei nichts oder erst zu spät gewusst habe. War also alles nur ein Missverständnis?

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Kerstin Zillmann (vorne links) und Karl-Otto Kaschull legten am Opferdenkmal ein Blumengebinde nieder.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Es sind nicht viele gekommen, um an diesem vernieselten Mittwochvormittag am Denkmal für die Opfer des Faschismus im Wittstocker Friedrich-Ebert-Park innezuhalten. Lediglich sechs Vertreter der Partei Die Linke legten ein Blumengebinde nieder und gedachten in einer Schweigeminute der Gräuel des Krieges und des Holocausts.

Traditionell organisiert die Stadt Wittstock mit Unterstützung der Partei am 27. Januar, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, diese Gedenkveranstaltung. Doch in diesem Jahr anscheinend etwas grundweg falsch.

„Mich wundert, dass die Stadt Wittstock niemanden geschickt hat“, monierte Kerstin Zillmann, Stadtverordnete und Mitglied im Regionalvorstand der Linken, die Abwesenheit eines Vertreters aus dem Rathaus. Das sei in den vergangenen Jahren sonst immer der Fall gewesen. Gerade im vergangenen Jahr, als sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee zum 70. Mal jährte.“hat unsere Stadt etwa schon vergessen?“, fragte Zillmann.

Aktion spontan geplant

Sie hat es nicht vergessen, wie Stadtsprecher Jean Dibbert auf Nachfrage der MAZ versichert. „Die Linke hat uns vor zwei Wochen informiert, dass sie in diesem Jahr keine Kranzniederlegung im Ebert-Park plant“, erklärt er das „Missverständnis“. Dass die Parteimitglieder nun doch eine kleine Gedenkveranstaltung durchgeführt haben, überrascht den Sprecher. „Hätten wir das gewusst, wäre natürlich jemand aus dem Rathaus gekommen.“

Tatsächlich haben die Linken ihr Vorhaben sehr kurzfristig, nämlich erst einen Tag vorher, angemeldet, gibt Kerstin Zillmann zu. Allerdings nur, weil sie erst dann erfahren habe, dass die Stadt nichts plane. „Ich habe am Vortag noch das Ordnungsamt und den Stadtverordnetenvorsitzenden Burkhard Schultz informiert, dass wir nun selbst etwas auf die Beine stellen“, erklärt sie. Dementsprechend enttäuscht waren die Anwesenden über die Unflexibilität im Rathaus.

„Auf jeden Fall wird ein Vertreter der Stadt bei der Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Belower Wald am kommenden Sonntag anwesend sein“, informiert Dippert.

Gedenktag für Nazi-Opfer

Seit 1996 ist der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag.

Die Vereinten Nationen erklärten ihn 2005 zum internationalen „Holocaust-Gedenktag“ .

Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 ist das Bezugsdatum zum Gedenktag.

In der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald findet am Sonntag ab 14 Uhr anlässlich des Gedenktages eine Veranstaltung mit einem Fachvortrag zu Todesmärschen des Leipziger Historikers Martin Winter statt.
br

 

Von Christian Bark

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