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Blutspendewette: Gewinner sind alle

Neuruppin Blutspendewette: Gewinner sind alle

Schon Mephisto wusste: „Blut ist ein ganz besond’rer Saft“. Weil dem so ist, ließ sich das Autohaus Jürgens bereits zum zweiten Mal vom Bad Belziger Handballverein herausfordern, wer die meisten Spender zusammenkriegt. Etliche Erstspender und Wiederholungstäter kamen am Sonnabend zum Aderlass. Das Autohaus unterlag zwar – trotzdem gewinnen bei der Aktion alle.

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Corinna Fülster (l.) mit Schwester Heidemarie.

Quelle: Buddeke

Neuruppin. „Auf Anhieb getroffen – so schlimm war’s gar nicht“, sagt Corinna Fülster, die gerade ihre erste Blutspende hinter sich hat, während ihr Mann bereits die Goldene Nadel in dieser „Disziplin“ besitzt. „Früher hatte ich immer Angst“, bekennt sie. Schwester Heidemarie lächelt – sie ist ein alter Hase im Geschäft. Gemeinsam mit vier anderen Mitarbeitern des Blutspendedienstes ist sie am Sonnabend für viereinhalb Stunden im Autohaus Jürgens Neuruppin, um hier möglichst viele Spender zur Ader zu lassen.

Im Hintergrund steht eine Wette: Ein Belziger Handballverein sucht sich jedes Jahr einen Herausforderer, wer die meisten Blutspenden zusammenbekommt. Bisher haben die Herausforderer jedes Jahr gewonnen – das Autohaus, das zur gleichen Zeit auch die Brandenburger Filiale für diese Aktion freigibt, stellt sich der Herausforderung bereits das zweite Jahr.

Autohaus gibt pro Spender 5 Euro für Klinik-Clowns

„Im vergangenen Jahr hatten wir 30 Spenden, die Belziger mehr als doppelt so viel“, erinnert sich Autoverkäufer Jürgen Schnur, der die Spender danach mit Eis und Würstchen verwöhnt. „Ich darf aus gesundheitlichen Gründen nicht selber spenden, aber ich finde die Aktion toll“, sagt der Mann, der aus eigener Erfahrung um die Wichtigkeit von Blutkonserven weiß. Auch dass das Autohaus pro Spender 5 Euro sponsert, um damit die Potsdamer Klinik-Clowns zu unterstützen, die auch ab und an in den Ruppiner Kliniken schwerkranke Kinder zum Lachen bringen, findet er neben dem Sammeln von möglichst vielen lebensrettenden Blutspenden ein gutes Zeichen. „Ich mach dafür heute den Grillmeister“, sagt er. „Es wäre schön, wenn wir bei dem Wetter wenigstens zwanzig Spender zusammen bekommen.“

Michael Schulz ist „Gewohnheitsspender“ – er duzt sich mit Schwester Heidemarie, die seine Vene praktisch „blind“ findet. „Ich versuche, vier Mal pro Jahr zu spenden“, so der Alt Ruppiner: 67 Spenden hat er bislang geleistet. „Das ist notwendige Hilfe“, sagt er.

Erstspender füllen Fragebögen aus

Für Erstspender gilt es, vorab Fragebögen auszufüllen, alle Spender werden vorher ärztlich gecheckt.

Ein Mann, der eigentlich sein Pannen-Auto durchsehen lassen wollte, nutzt die Wartezeit für eine Spende, er hat seinen Blutspendeausweis dabei. Für die Wette ist das von Vorteil – trotzdem kann sich das Autohaus letztlich nicht gegen die Belziger durchsetzen, die mit 83 Spenden das Autohaus schlagen, das in Brandenburg und Neuruppin auf gute 40 kommen. Aber am Ende ist es für alle ein Gewinn: am meisten für die, die eine Blutspende brauchen.

Von Regine Buddeke

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