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Boden verseucht, Baugrund schlecht

Kyritz Boden verseucht, Baugrund schlecht

Die Arbeiten rund um die einstige Kyritzer Brennerei für ein neues Kulturzentrum dürften teurer werden, als bisher bekannt ist. Nicht nur verseuchter Boden ist umfangreich auszutauschen. Auch der Baugrund an sich wird jetzt teils als sehr schlecht erachtet. Von erhöhten Kosten für die Gebäudegründung ist bereits die Rede.

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Bei der linken Gebäudehälfte handelt es sich um einen der Anbau, der eigentlich schon bald dem Abrissbagger weichen sollte.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Um das derzeit noch brach liegende, frühere Industrieareal am Nordende der Kyritzer Bach-Straße samt des angrenzenden, ehemaligen Franziskanerklosters in ein Kulturzentrum zu verwandeln, wurde mit einer Gesamtinvestition über 7,6 Millionen Euro gerechnet. In einer zuletzt von den Stadtverordneten beschlossenen, reduzierten Variante ließe sich ein erheblicher Teil noch einsparen, vor allem mit dem Wegfall eines Eckgebäudes. Doch selbst diese Rechnung dürfte nun wohl nicht mehr aufgehen. Denn nicht allein der Boden ist vermutlich verseuchter als gedacht, sondern auch der Baugrund an einer Stelle deutlich schlechter, als in der Planung bisher angenommen.

Gefährliche Stoffe sollen auf Wäscherei-Betrieb zurückzuführen sein

Der Boden ist derart verseucht, dass „ein umfangreicher Bodenaustausch“ vorgenommen werden muss, wie Angela Schulz von der Bauverwaltung sagt. Angesichts einer dort einst befindlichen Tankstelle und der Nutzung dieses früheren Brennerei-Gebäudes mit einem späteren Anbau als Wäscherei war das zwar absehbar. Doch in welchem Umfang? Nun lag das Ergebnis einer ersten Probebohrung, einer „Kontaminationsuntersuchung“, vor. Angela Schulz hatte die schlechten Werte schon vor den Mitgliedern des Hauptausschusses angedeutet. Vor der gesamten Stadtverordnetenversammlung wurde sie jüngst deutlicher: „Es wurden im Erdreich flüchtige Fluorkohlenwasserstoffe festgestellt, die auf den Wäscherei-Betrieb zurückzuführen sind.“ Und: „Es ist mit einer Gefahr zu rechnen, wenn die Betondecke geöffnet wird.“ Nun sei eine weitere Probebohrung abzuwarten, bei der tiefere Schichten analysiert werden.

Fluorkohlenwasserstoffe, Chlorkohlenwasserstoffe und auch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) wurden einst nicht nur als Kältemittel eingesetzt, und einige davon gelangten als Ozonlochverursacher Bekanntheit. Sie wurden besonders auch in der chemischen Reinigung verwendet. Viele der Stoffe sind heutzutage verboten oder auf wenige Anwendungsbereiche beschränkt.

Zudem wird auf einem Teil des Geländes der Baugrund an sich jetzt als sehr schlecht beurteilt, und zwar schlechter, als er bei der bisherigen Planung angenommen werden konnte. Womöglich sind die bekannten Kosten damit nicht mehr haltbar. Genaueres werde Architekt Gerald Kühn-von Kähne der Verwaltung und damit auch den Stadtverordneten mitteilen können, sobald die Untersuchungen abgeschlossen sind. „Erhöhte Kosten für die Gründung der Gebäude sind absehbar“, sagte Angela Schulz bereits.

Von Matthias Anke

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