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Ostprignitz-Ruppin Bodenreform: Gedenkveranstaltung in Kyritz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bodenreform: Gedenkveranstaltung in Kyritz
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02:18 02.07.2015
Historiker Rainer Potratz sprach in Kyritz zuletzt auch zum Thema Zwangskollektivierung.   Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

 Aus den Erfahrungen vom 60. Jahrestag der Verkündung der Bodenreform in Kyritz könnte gelernt worden sein. Die Stadt hat das Heft für den im September anstehenden 70. Jahrestag jedenfalls in die Hand genommen und will alle Akteure zusammenbringen. „Wir arbeiten an einem Flyer zum Programm, auf dem sämtliche Aktivitäten der Linken wie auch der Are, der Aktionsgemeinschaft Recht und Eigentum, aufgeführt werden sollen“, informiert Veronika Lausch von der Stadtverwaltung. Geplant ist zudem eine Gedenkveranstaltung für Mittwoch, 2. September, im Kyritzer Jahn-Gymnasium samt Ausstellung, Vorträgen und einer Filmvorführung sowie auch am Denkmal, das sich unweit der Schule befindet.

Am 2. September 1945 verkündete Wilhelm Pieck in Kyritz für die gesamte sowjetische Besatzungszone, die spätere DDR, die Bodenreform. Großgrundbesitzer und Landeigner, die als Kriegsverbrecher oder Nationalsozialisten eingestuft waren, wurden entschädigungslos enteignet. Das Land wurde neu verteilt, maßgeblich an sogenannte Neubauern, darunter auch zahlreiche aus den Ostgebieten gekommene Flüchtlinge. Im Jahr 2005, zum 60. Jahrestag der Bodenreform, gab es eine wissenschaftliche Konferenz im Kulturhaus dazu. Eingeladen hatte der damalige Bürgermeister Hans-Joachim Winter. Historiker betrachteten die Bodenreform während der Konferenz näher. Zur selben Zeit fand im Gymnasium eine Veranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt. Auch dabei kamen Historiker, Praktiker und Zeitzeugen zu Wort. Die damalige Linkspartei PDS hatte sich von der wissenschaftlichen Konferenz bereits während deren Vorbereitung distanziert.

Historiker besuchte als Schüler das Gymnasium in Kyritz

Auch dieses Mal ist eine Veranstaltung seitens der Rosa-Luxemburg-Stiftung geplant. Und wohl auch die Are wird ihre Sicht auf die Geschichte zu vermitteln versuchen. Doch die Verwaltung setzt auf gemeinsames Auftreten. Daher hat die Stadt zudem eine Studie zum Thema in Auftrag gegeben. Der Historiker Andreas Noetzel, einst selbst Schüler am Kyritzer Jahn-Gymnasium, fertige sie an. Noetzel konnte kurzfristig dafür gewonnen werden, nachdem der ursprünglich dafür vorgesehene Regionalhistoriker Sebastian Stude abgesagt hatte.

Neben der Studie soll bei der für den 2. September geplanten Gedenkveranstaltung in der Aula des Gymnasiums auch eine Ausstellung zum Thema gezeigt werden. Schüler erarbeiten sie derzeit noch gemeinsam mit Mitgliedern vom Historischen Heimatverein Kyritz. Dazu soll eine Dokumentation aus den 1990er Jahren gezeigt werden: „Rinn in de Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln.“

Des Weiteren ist die Kirche bei der Veranstaltung dabei. Zu einer Ansprache wird Heilgard Asmus erwartet, die Generalsuperintendentin der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Darüber hinaus wird Historiker Rainer Potratz sprechen. Er ist unter Ulrike Poppe, der brandenburgischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, für Forschung und Gedenkstätten zuständig. Erst kürzlich sprach er in Kyritz bei einer Gedenkveranstaltung des Deutschen Bauernbundes zur Zwangskollektivierung, die einige Jahre nach der Bodenreform folgte als weiterer, prägender Schritt für die ostdeutsche Landwirtschaft.

Von Matthias Anke

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