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Bodenreform-Stele für Kyritz erneut vertagt

Einigung über Erinnerungstext steht weiterhin aus Bodenreform-Stele für Kyritz erneut vertagt

Bei der jüngsten Sitzung der Kyritzer Stadtverordneten stand er zwar auf der Tagesordnung, doch der Beschluss über den Text für die Bodenreform-Stele in der Innenstadt wurde erneut vertagt. Die Linke-Fraktion sieht ihre Vorschläge nach wie vor nicht ausreichend berücksichtigt.

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So ähnlich könnte die Erinnerungsstele zur Bodenreform aussehen.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Die Entscheidung über die Aufstellung einer Stele zur Verkündung der Bodenreform in Kyritz verzögert sich erneut. Seit fast einem Jahr wird darüber diskutiert, vor dem Haus in der Maxim-Gorki-Straße 38 an die Ereignisse vom September 1945 zu erinnern. Ursprünglich sollte die Stele im Zuge des 70. Jahrestages des Geschehens entstehen. Im Gespräch ist ein Aufsteller aus Edelstahl, wie er bereits an der Jäglitzbrücke steht. Dort ist unter anderem die Kyritzer Mühlengeschichte Thema.

Doch die Geschichte der Bodenreform hat sich als ungleich sensiblerer Gegenstand erwiesen. Über die Formulierung des Textes liegt nach wie vor keine Einigung der Stadtverordneten vor. Ein erster Entwurf des Historikers Andreas Noetzel stieß auf Widerspruch – vor allem die Linken sahen die Rolle der Stadt nicht ausreichend beleuchtet. Noetzel hatte im Kyritzer Auftrag bereits eine wissenschaftliche Studie zu den historischen Ereignissen erarbeitet.

Eine Arbeitsgruppe aus den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung sollte die Sache voranbringen und einen neuen Entwurf vorlegen. Als Basis nutzte man dabei die Ausführungen der damaligen Vorsitzenden des Historischen Heimatvereins Kyritz, Dorte Schmeissner. Auf der Tagesordnung der jüngsten Stadtverordnetensitzung landete ein entsprechender Beschlussentwurf.

Allerdings legte bei der Sitzung am Mittwoch der Vorsitzende der Linke-Fraktion, Dieter Groß, Einspruch ein: Der vorliegende Textentwurf für die Bodenreformtafel sei nicht ausreichend in den Fachausschüssen besprochen worden. Auch hätten die bereits im August vorgelegten inhaltlichen Vorschläge der Linken erneut keine angemessene Berücksichtigung gefunden. Die ganze Sache müsse überdacht werden – zumal die Zeit nun sowieso nicht mehr dränge. Die Stadtverwaltung zog ihren Beschlussentwurf daraufhin am Mittwoch kommentarlos zurück.

Trotzdem erklärt Amtsleiterin Veronika Lausch auf Nachfrage: „Aus unserer Sicht war der Beschluss ausreichend vorbereitet.“ Die Vorschläge der Linke-Fraktion wolle man nun der Arbeitsgruppe vorlegen, die sich mit der Formulierung des Stelen-Textes befasst. „Ich hoffe, dass wir dann einen Text haben, den wir den Stadtverordneten vorlegen können“, so Veronika Lausch. Die nächste Sitzung ist für den 9. Juli geplant.

Die Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone, zu der am 2. September 1945 in Kyritz der Startschuss fiel, prägt bis heute die Besitzverhältnisse und die Landwirtschaft im Osten Deutschlands. Zugleich sind ihre Absichten, ihre praktische Durchführung und ihre Folgen auch aktuell heftig umstritten. Das Haus, in dem die Reform verkündet wurde, steht nicht mehr. Dort befindet sich heute ein Drogeriemarkt.

Von Alexander Beckmann

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