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Bolle’s Hofladen in Herzberg

Was das Herz begehrt Bolle’s Hofladen in Herzberg

Mal eben einen Kuchen backen und das Mehl ist alle? Es kommen Gäste und die Kartoffeln reichen nicht? Man kommt aus dem Urlaub und der Kühlschrank ist leer? Das Shampoo ist aus oder ein Topf Geranien für Oma Betty muss schnell her? In Herzberg ist das kein Problem. Björn Neumann bietet in seinem Laden alles, was man mal eben so zwischendurch braucht.

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Björn Neumann in seinem Refugium.

Quelle: Regine Buddeke

Herzberg. Herzberg kann sich glücklich schätzen. Hier gibt es noch – und das ist keineswegs alltäglich für solch kleinen Ort – einen Tante-Emma-Laden. Nur dass der „Bolle‘s Hofladen“ heißt. Aber das ist ganz egal – wichtig ist, dass die Herzberger hier das Nötigste einkaufen können, ohne erst in die Stadt fahren zu müssen. Ob frische Brötchen und Butter, Waschmittel oder Wurstkonserve, Kaffee oder Kartoffeln, Schokolade, Shampoo oder Selters: Björn Neumann sorgt dafür, dass jeder, der kommt, sich fürs erste versorgen kann. 2005 hat er sich mit einer Zoohandlung zuerst in Lindow, später in Herzberg selbstständig gemacht – das lief aber nicht besonders. 2010 hat er dann den Tante-Emma-Laden übernommen, weil dessen Besitzerin in Rente ging. Aber auch hier waren die Fixkosten bald zu hoch für die rückläufigen Umsätze. „Ich musste nebenher einen Zweitjob machen, um die Miete und Nebenkosten fürs Geschäft zu stemmen“, sagt er rückblickend. Eine Familie mit drei Kindern könne man so eher nicht ernähren. „Zum Leben zuwenig, zum Sterben zuviel“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Björn Neumann ist eine Frohnatur – kein Grund also, die Flinte ins Korn zu werfen. Statt zu schließen, hat er sein Geschäft 2014 aufs eigene Grundstück verlegt. „Ein kleiner Neubau, mit Blut, Schweiß und Eigenregie“, nennt er es. Im Juni wollte er eröffnen – da durchkreuzte erst einmal das Bauamt seine Pläne. „Da war ich dann echt am Boden. Und kurz davor, das Handtuch zu werfen“, sagt er. „Der Laden war fertig, und ich durfte nichts verkaufen.“ Einige Stammkunden hätten damals eine Unterschriftenaktion gestartet, das habe ihm Kraft gegeben. „Die wollten den Laden, das hat mich bestärkt.“ Glücklicherweise kam das Okay vom Bauamt dann doch noch.

Jetzt regiert Björn Neumann über ganze 23 Quadratmeter Ladenfläche – ein Miniatur-Supermarkt, in dem man aber auch einen Kaffee oder ein Feierabendbier am Tresen trinken kann. Björn Neumann kann gut mit Leuten – man kennt den Ur-Herzberger im Ort: „Ich bin hier schon auch mal der Seelentröster. Für manchen ist es sehr wichtig, jemanden zum Reden zu haben.“ Der Pfarrer habe ihn einmal als sozialen Treffpunkt bezeichnet. „Das fand ich schmeichelhaft“, freut sich der. Das Prinzip des Nachrichtenaustauschs passt auch zum Nebenzweig Neumanns: „Ich bin auch Hermes und Turbopost“, sagt er und grient. Und was schon immer seine Passion war, tut er auch weiter. Neumann hat vor Jahren, um das Gewerbe anmelden zu können, einmal eine Prüfung als Zoofachhändler abgelegt. „Ohne die vorherige Ausbildung dazu“, erzählt der 30-Jährige. Er scheint also sowohl Veranlagung als auch viel Vorwissen in dieses Thema investiert zu haben. Kein Wunder, dass er auch Garten- und Balkonpflanzen im Sortiment hat. Tiere zwar gerade nicht – aber die Genehmigung hat er nach wie vor. „Ich habe zwar nicht alles auf Lager – aber auf Voranmeldung schaffe ich alles ran“, verspricht der umtriebige Unternehmer. Der sehr dankbar ist über die Hilfe seiner Frau. „Sie hat nicht nur mich sondern auch den Laden geheiratet“, sagt er. Darüber hinaus interessiert sich Björn Neumann auch für Ortsgeschichte. Er hat die Sage über die Hexen von Rüthnick ausgegraben und will die auf einer Postkarte drucken, eine über den Schönen Berg am Werbellinsee hat er schon produzieren lassen. Wo es die gibt? In „Bolle’s Hofladen“ natürlich.

Info: „Bolle’s Hofladen“ in Herzberg, Im Eichholz 22, hat Montag bis Freitag von 7.30 bis 12 und 15 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonnabend von 7.30 bis 11 Uhr. Im Sommer kann man sogar bereits ab 7 Uhr frische Brötchen kaufen.

Von Regine Buddeke

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