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Ostprignitz-Ruppin Nach Bombendrohung: Raststätte Linumer Bruch wieder frei
Lokales Ostprignitz-Ruppin Nach Bombendrohung: Raststätte Linumer Bruch wieder frei
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00:20 13.07.2018
Jeder Fleck auf dem großen Parkplatz der Raststätte wurde von den insgesamt vier Spürhunden abgesucht. Quelle:  
Linum/Neuruppin

Eddy geht schnurstracks auf den Papierkorb zu und beginnt sofort zu schnüffeln. Doch der zwölf Jahre alte Riesenschnauzer, der am Dienstagvormittag mit seinem Herrchen zur Autobahnraststätte Linumer Bruch an der A 24 gerufen wurde, kann nichts Auffälliges entdecken. Das ist gut so. Ist doch Eddy einer von vier sogenannten Sprengstoffhunden der Brandenburger Polizei, die am Dienstagvormittag auf der Autobahnraststätte im Einsatz sind. Die Hunde werden immer dann gerufen, wenn Waffen, Munition oder eben Sprengstoff gefunden werden sollen.

Mehr als 90 Autos mussten weichen

Und in der Tankstelle Linumer Bruch, Fahrtrichtung Hamburg, hat am Dienstag gegen 5.30 Uhr eine unbekannte Stimme per Telefon eine Bombendrohung ausgesprochen. Um 7.40 Uhr werde eine Bombe hochgehen, hieß es. Die sofort alarmierte Polizei evakuierte daraufhin umgehend die Tankstelle, den Rastplatz und ebenfalls den angrenzenden Schnellimbiss.

Während sich das Personal des Imbisses wenige Meter weiter hinter dem Gebäude versammelte, mussten die Fahrer von drei Schwerlasttransportern und 55 Lkw sowie die Insassen von 35 Pkw die Fahrt schneller als gedacht fortsetzen und sich einen neuen Halt suchen. Zurück blieben auf dem riesigen Parkplatz zwei leere Autos ohne Nummernschilder sowie ein Schwerlasttransport mit Windradflügel. Auch dessen Fahrer musste sich in Sicherheit bringen.

Dritte Drohung innerhalb von zehn Tagen

Zwar hatte es in der vergangenen Woche schon zwei Fälle von Bombendrohungen an Autobahnraststätten in der Nähe gegeben, eine am Autohof Oberkrämer, die andere am Rasthof Stolper Heide an der A 111, ohne dass dort eine Bombe oder Sprengstoff gefunden wurde. „Doch wir müssen jede Situation neu bewerten und können nicht einfach davon ausgehen, dass es sich um eine leere Drohung handelt“, sagt Dörte Röhrs, die Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin.

Deshalb ist Eddy da. Sein Haupteinsatzgebiet ist eigentlich der Berliner Flughafen Schönefeld. Doch führen die bis zu 40 Einsätze pro Jahr Eddy auch mal nach Hamburg oder Berlin, sagt Polizeihauptmeister Frank Behrends. Selbst bei Morddelikten werden Spürhunde wie Eddy immer wieder eingesetzt, wenn es darum geht, versteckte Waffen und Munition zu finden, wie es zuletzt nach einem tödlichen Zwischenfall im Rockermilieu notwendig war. Eddy hat schon mehrfach seine gute Spürnase unter Beweis gestellt und Sprengstoff gefunden, sagt Behrends. Dann gibt er dem Hund erst mal ein Schälchen mit Wasser.

11.05 Uhr: Der Rastplatz ist wieder frei

Pausen sind für die Spürhunde wichtig, genauso wie Anerkennung und Motivation. Frank Behrends führt Eddy in den Verkaufsraum der Tankstelle. Doch weder dort noch auf dem riesigen Parkplatz und in dessen unmittelbarer Nähe können die vier Spürnasen in den nächsten Stunden etwas Verdächtiges entdecken.

Kurz nach 11 Uhr können Eddy und seine tierischen Kameraden wieder in die Boxen ins Auto springen und zurück fahren. Die Polizei hebt die Sperre für die Raststätte Linum auf.

Empfindliche Strafen drohen

Der oder die Täter der Bombendrohung müssen mit empfindlichen Strafen rechnen, denn die Polizei ermittelt wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch das Androhen von Straftaten“. Der sogenannte Strafrahmen reicht von einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann, bis hin zu lebenslänglich. „Das hängt davon ab, ob es sich um eine Art Dummer-Jungen-Streich oder einen versuchten Terroranschlag mit Mordabsicht gehandelt hat“, sagte Frank Stark, der Vizepräsident des Landgerichtes Neuruppin.

Hinzu kommt, dass sowohl die Tankstelle als auch die Raststätte in einem Zivilprozess versuchen können, den wirtschaftlich Schaden, den sie durch die mehr als vierstündige Schließung erlitten haben, einzuklagen. Der Schaden dürfte sich auf mehrere tausend Euro belaufen, sowohl bei der Tankstelle als auch bei der Raststätte. Voraussetzung für den Erfolg einer solchen Klage ist aber, dass die Polizei dem oder den Übeltätern auf die Schliche kommt.

Gegen die Raststätte Linumer Bruch gab es am Dienstagmorgen eine Bombendrohung. Das Gelände wurde geräumt, sogar die Autobahn musste vorübergehend gesperrt werden. Sprengstoff-Suchhunde kamen zum Einsatz.

Von Andreas Vogel

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