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Boote in der Badebucht

Zechlinerhütte Boote in der Badebucht

Früher markierten Tonnen im Wasser, wo der Badebereich am Zootzensee in Zechlinerhütte beginnt. Nun gibt es sie nicht mehr – und das birgt Gefahren für die Planschenden, kritisiert die Ortsvorsteherin. Die Stadt will die Tonnen nicht aufstellen – denn damit liefe sie Gefahr, für die Badenden an der inoffiziellen Badestelle Verantwortung zu übernehmen.

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Der Badestrand von Zechlinerhütte ist gut beschildert – allerdings nur von der Landseite aus,

Quelle: foto: Celina Aniol

Rheinsberg. Gelbe Tonnen auf dem Wasser sind für alle Freizeit- und Profikapitäne ein unmissverständliches Zeichen: Bitte dieses Gebiet meiden. Die Kommunen markieren mit den Behältern die Badestellen, damit Boote diese Bereiche nicht befahren – oder sie lassen es sein. Genau das sei der Fall am Badestrand in Zechlinerhütte, berichtet Ortsvorsteherin Dörte Gustmann. „Dabei fahren hier manchmal sogar die großen Mietsboote in unsere Badebucht rein. Das ist gefährlich.“ Sie kritisiert, dass die Stadt einerseits Kurtaxe verlangt, andererseits aber solch ein touristentypisches Angebot streicht. Den Grund dafür kann sie sich zusammenreimen: Die Stadt befürchte, dass die Zechlinerhütte Badestelle dann als offizielle Badeanstalt geführt werden müsste – und dafür gibt es strenge Vorschriften, zu denen Überwachung durch einen Rettungsschwimmer gehört. „Das wäre uns nur recht“, sagt Dörte Gustmann. Sie sei ohnehin dafür, dass in der Badesaison jemand auf die im Wasser tobenden Gäste aufpasst. „Das wollen wir erreichen.“

Dass am Zootzensee einmal ein Bademeister für Ordnung sorgt, ist allerdings wenig wahrscheinlich. Denn keine Gemeinde ist verpflichtet, einen Rettungsschwimmer zu engagieren. Rheinsberg leistet sich zwar diesen Luxus – allerdings nur im Seebad am Grienericksee. Mehr gebe der Haushalt nicht unbedingt her, sagt Kämmerer Andreas Neubert. Die Kommune gebe mit 25 000 bis 35 000 Euro pro Jahr ohnehin viel für Strände aus. Von diesem Geld wird der Rettungsschwimmer in der Kernstadt und der Bauhof bezahlt, der den Rasen regelmäßig mäht, für Ordnung auf den Liegewiesen sorgt und die Mülleimer leert. Manchmal werden auch Extras bezahlt: Aktuell sind es neue Schilder mit Baderegeln in mehreren Sprachen. Mehr könne die Kommune kaum stemmen, so Neubert.

Eine Absage gibt es auch an die Markierung der Badestelle in Zechlinerhütte oder anderswo in Rheinsberg. „Die Tonnen sind eigentlich hilfreich, weil sie eine Abgrenzung zwischen den Badenden und den Wasserfahrzeugen schaffen“, sagt zwar Bürgermeister Jan-Pieter Rau. Andererseits signalisieren sie auch: An dieser Stelle ist ein Badestrand und man planscht unter Aufsicht – auch wenn es sich dabei in Wirklichkeit um keine offizielle Badestelle handelt, bei der die Stadt für eventuelle Unfälle verantwortlich gemacht werden könnte. „Nach der Vorstellung der Versicherer müsste man sämtliche Badestellen eigentlich verbieten“, kritisiert Rau die Bestimmungen. In einer Wasserregion wäre das aber kaum umzusetzen und für den Tourismus sogar schädlich.

Wie heiß die Schadensersatzthematik ist, zeigt der Fall Lychen. Vor Kurzem stellte der öffentlich-rechtliche Versicherer klar, dass die Stadt ihre Badestege beaufsichtigen oder abreißen muss, wenn Toiletten oder Umkleiden das Ensemble in eine „bäderähnliche Anlage“ verwandeln. Damit Rheinsberg im Fall der Fälle kein Strick aus ihrem Umgang mit den Badestellen gedreht wird, passe die Stadt an Neuregelungen an, sagt Neubert. So kontrolliere Rheinsberg jetzt öfter die Strände , habe die Hinweisschilder verändert und lässt die Badestellen zweimal jährlich abtauchen.

Von Celina Aniol

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