Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 5 ° Schneeregen

Navigation:
Bootskanal-Idee wird weiterverfolgt

Kyritz Bootskanal-Idee wird weiterverfolgt

Nach dem Willen der Kyritzer Stadtverordneten soll die Planung für einen durchgehenden Bootskanal am Untersee fortgesetzt werden. Zugleich forderten sie die Verwaltung auf, nach einer kurzfristigen Lösung für die Nutzer dort befindlicher Bootshallen zu suchen. Diese sind wegen des zu flachen Wassers im bestehenden Kanalstück unerreichbar.

Voriger Artikel
LPDG bilanziert ausgeglichene Ernte
Nächster Artikel
Soziales Jahr in der Kinderbibliothek

Durch den verlandenden Kanal können mittlerweile nur noch Wasservögel schwimmen. Ruderboote kommen nicht mehr durch.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Die Planungen können jetzt weitergehen, einen am Untersee bestehenden Bootskanal mittels eines Durchstichs so zu verlängern, dass er komplett von Wasser durchflossen wird und damit eine Insel entstehen lässt. So beschlossen es kürzlich die Kyritzer Stadtverordneten. Erhofft wird sich davon nicht nur, dass sich in dem zusehends verlandenden und schon jetzt nicht mehr befahrbaren Teilstück künftig weniger Sedimente absetzen. Auch das Areal drumherum soll touristisch entwickelt werden. Wohnmobilstellplätze und Camping-Möglichkeiten gehören dazu.

Weil viel Zeit bis zur Umsetzung dieses Konzepts vergehen dürfte, soll für die Nutzer der dort befindlichen Bootshallen zugleich nach einer kurzfristigen Lösung gesucht werden. Auf diese Ergänzung wurde sich nach einem Vorschlag des Stadtverordneten Franz Conraths (Bündnisgrüne) geeinigt, den zu der Zeit auch schon Thomas Settgast (SPD) im Kopf hatte, wie er sagte.

Planungen für einen Durchstich des Kanals am Untersee gehen weiter

Als Sprecher der Bootshallen-Nutzer machte Reinhard Schröter erneut auf das Problem aufmerksam, den Kanal mit den Booten wegen der geringen Wassertiefe nicht mehr befahren zu können. Schon vor den Mitgliedern des Hauptausschusses hatte er daran erinnert, dass bereits vor drei Jahren bei der Stadt beantragt wurde, das Hafenbecken auszubaggern.

Doch Angela Schulz von der Bauverwaltung betonte nun noch einmal mehr, dass dafür ein immenser Kostenaufwand entstünde, den die Stadt alleine finanzieren müsste. Die Rede ist von 130 000 Euro maßgeblich auch wegen dann notwendiger Gutachten. Zudem bestehe „die Gefahr, dass die Uferbefestigung kaputtgeht“. Auch würden diverse Firmen für solche Arbeiten heutzutage keine Haftung übernehmen.

Die Bootshallennutzer können den Kanal derzeit nicht befahren

Wie eine „kurzfristige Lösung“ aussehen könnte, ließ sich also noch nicht sagen. Dennoch stimmten neun der Stadtverordneten für diesen Weg. Sieben votierten dagegen, da wohl einigen von ihnen vor allem das Gesamtkonzept nicht passt. Sie plädierten lieber nur für den Erhalt des bisherigen und eben noch zu sanierenden Bootskanals.

„Es handelt sich um ein Pamphlet fern jeglicher Realität“, sagte etwa der CDU-Stadtverordnete Konstantin Normann mit Blick auf das Konzept. Er findet allein eine für 20 000 Euro zu bauende Brücke, die auch ein Feuerwehrfahrzeug tragen müsse, „irrsinnig“. Und weil bisher von einer Gesamtsumme von knapp 480 000 Euro die Rede ist, würde man das Konzept umsetzen, beliefe sich der Eigenanteil am Ende ja ebenso auf 130 000 Euro.

Diese Ausgabe ist für die Konzeptbefürworter offenbar jedoch weniger ein Problem, gerade weil es wegen der Förderung für das gleiche Geld viel mehr gibt, als damit auf eigene Kosten nur den bisherigen Abschnitt auszubaggern.

Neun der Stadtverordneten stimmten für das Konzept

Allerdings wurde der von Fachleuten stammende Betrag nun in Frage gestellt. Es müsse doch eine günstigere Variante geben für diese kurzfristige Lösung, hieß es. So verwies Dieter Groß (Linke) auf die Mitgliedschaft der Stadt im Wasser- und Bodenverband. „Dort wird doch Technik vorgehalten.“ Auch erregte Unmut, dass beim alleinigen Ausbaggern naturschutzrechtliche Bedenken herangezogen werden, obwohl bei der Umsetzung des größeren Projektes die Eingriffe in die Natur noch viel größer wären.

Dass es trotz allem einen Weg geben müsse, den Hallennutzern auf diesem städtischen Areal so schnell wie möglich zu helfen, blieb unbestritten. Verwiesen wurde dabei auch auf ihre jahrelange Pachtzahlungen. Sprecher Reinhard Schröter betonte am Ende, dass viele das im nächsten Schritt mögliche Konzept sogar positiv sehen. Ein durchgehender Kanal sei „gar nicht schlecht“, das Projekt samt der Tourismusaspekte „zukunftsweisend“.

 

Von Matthias Anke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg