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Borker fordern Landrat auf einzulenken

Zu viele Flüchtlinge für kleines Dorf Borker fordern Landrat auf einzulenken

Für die Bewohner von Bork sind 100 Asylsuchende zu viel. Ihre Ankunft aber ist bereits ab dem 1. November vorgesehen. In einem Protestschreiben an den Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD), schreiben die Borker deshalb, dass sie gerne Asylsuchende aufnehmen würden – wenn es nur 25 bis 30 wären.

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In Ferienlager sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

Quelle: Privat

Kyritz. Mit einem Protestbrief haben sich die Bewohner des Kyritzer Stadtteils Bork an den Ostprignitz-Ruppiner Landrat Ralf Reinhardt (SPD) gewandt. Darin bitten sie ihn, einzulenken und statt der bisher angekündigten bis zu 100 Flüchtlinge nur 25 bis 30 in ihren Ort zu schicken. „Wir Bürger des Dorfes Bork wenden uns noch einmal auf diesem Wege an Sie, mit der Bitte, Ihre Entscheidung zur Unterbringung von 100 Flüchtlingen in unserem Dorf zu überdenken“, heißt es in dem Brief.

Die Borker waren Anfang dieses Monats in einer nichtöffentlichen Einwohnerversammlung darüber informiert worden, dass ab dem 1. November rund 50 Asylsuchende in den Bungalows der Anlage „Blauer Anker“ und weitere 50 Asylsuchende im nebenan befindlichen Kinderferienlager untergebracht werden sollen. Für letzteres Areal jedoch, das einst der Kreisbauernverband betrieb und das heute privat gemanagt wird, wurde betont, dass es sich ausschließlich um ein Winternotquartier handelt. Das Ferienlager soll 2016 wie gewohnt erfolgen.

In dem Schreiben heißt es weiterhin: „In den Tagen nach Ihrer Informationsveranstaltung vom 6. Oktober gab es viele Gespräche zwischen den Einwohnern. Dabei wurde noch einmal deutlich, dass niemand gegen eine Aufnahme und Hilfe von Flüchtlingen bei uns ist. Die Hilfsbereitschaft im Dorf ist da, aber bei jeweils 50 Flüchtlingen pro Objekt sind zum einen die Bedingungen der Menschen bei einer Unterbringung auf so engem Raum problematisch und zum anderen ist es uns Einwohnern bei einer so großen Zahl nicht möglich, mit den Flüchtlingen eine Atmosphäre des Miteinanders aufzubauen. Es wird nur ein Nebeneinander geben. Wir glauben, dass dies nicht Ihr Wille sein kann. Sorgen Sie für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Einwohnern und Flüchtlingen.“

Unterzeichnet ist der Brief mit „die Bürger von Bork“. Wie der Einwohner und frühere Ortsvorsteher Mathias Henke der MAZ erklärt, wird er von allen Haushalten mitgetragen, da damit „von Tür zu Tür“ gegangen worden sei. Auch steht darin geschrieben: „Mit einer Anzahl von 25 bis 30 Asylsuchenden haben wir Bürger und die Flüchtlinge auch die Möglichkeit und den Willen, aufeinander zuzugehen. Herr Reinhardt, lassen Sie uns gemeinsam die Zustimmung und Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge nutzen. Vermeiden Sie die Gefahr, dass daraus Ablehnung und Frust entsteht.“

Die Erfolgsaussichten für ein Einlenken des Landrats dürften dennoch gering sein. Laut Landkreis zähle schließlich jeder Platz, der genutzt werden kann.

Und schon im Vorfeld der Einwohnerversammlung hatten sich die Kyritzer Stadtverordneten per Beschluss darauf verständigt, die Anzahl der für Bork angekündigten Flüchtlinge zu verringern. Sie sollte ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt werden. Derzeit leben in dem entlegenen Ort am Obersee schließlich nur 75 Menschen. Dennoch kassierten selbst die Kommunalpolitiker eine Abfuhr.

Unterdessen werden in Bork die Bungalows winterfest gemacht. Wasser-, Strom- und Elektroleitungen waren schließlich nicht für eine solche Belegung gedacht. Für die Ferienlagerbetreiber ergibt sich mit den Flüchtlingen damit der Vorteil, dass endlich überfällige Sanierungsarbeiten erledigt werden können.

Von Matthias Anke

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