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Ostprignitz-Ruppin Brände und Einbrüche nicht aufgeklärt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Brände und Einbrüche nicht aufgeklärt
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17:51 19.01.2018
Die Dreibrücker Einrichtung liegt abgelegen auf einem großen Gelände. Das lade Gesetzesbrecher förmlich ein, meint deren Leiter. Quelle: foto: Peter Geisler
Dreibrück

Insgesamt vier Mal innerhalb weniger Tage hat es im vergangenem Sommer in Dreibrück gebrannt. Mehrfach wurde seit Ostern 2017 auch in die Gebäude der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal eingebrochen, die in dem kleinen, abgelegenen Örtchen am Südzipfel des Landkreises Ostprignitz-Ruppin rund 80 Menschen mit Behinderungen Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten bietet. Aufgeklärt wurde keiner dieser Fälle. Die Polizei, die von Brandstiftung ausgeht, hat sich zwar direkt nach den Bränden zwei Verdächtige vorgenommen, und die Anhaltspunkte gegen einen 38-jährigen Bewohner der Dreibrücker Wohnstätten, der die Stiftung nun aber verlassen hat, erhärtete sich sogar zuerst. Die Beweislage sei jedoch äußerst dünn gewesen, sagt Polizeisprecher Toralf Reinhardt. So dünn, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat. „Es war kein hinreichender Tatnachweis möglich“, so Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer. Bei den Einbrüchen indes konnte die Polizei nicht einmal Verdächtige ermitteln, berichtet deren Sprecher.

Dass keiner der Täter geschnappt wurde, trage nicht gerade zur Beruhigung bei, sagt Arne Breder. „Das Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter und der Betreuten ist hin“, so der Leiter der Dreibrücker Einrichtung. „Wir sind misstrauischer geworden.“ Auch eine gewisse Angst habe sich breitgemacht. „Nach so vielen Bränden geht es einem schon durch den Kopf, ob die Feuerwehr immer so schnell zu Stelle ist und es immer so glimpflich ausgeht.“ Zudem laut Breder klar ist, dass zumindest bei zwei Feuern auch Brandbeschleuniger benutzt wurden. „Das unterstreicht ja noch einmal den Vorsatz der Brandstiftung.“ Bei den Feuern haben zweimal Sperrmüllhaufen gebrannt, zweimal stiegen aber auch Flammen an Gebäuden hoch. Zu Schaden ist aber niemand gekommen.

Die Büroräume und Wohnhäuser zu schützen, sei nicht so schwer. Das gesamte Gelände aber, das sehr weitläufig und verwinkelt ist, im Blick zu behalten, sei hingegen nicht einfach. „Wir haben eine Alarmanlage eingebaut und auch die Beleuchtung verbessert“, berichtet Breder. Auch werden alle Geräte, die für Diebe interessant sein könnten, jetzt immer weggeschafft, um keine Begehrlichkeiten zu wecken. Und der Sperrmüll ist jetzt auch nicht mehr öffentlich zugänglich. „Damit es nicht dazu einlädt, einfach ein Streichholz an einen alten Sessel zu halten.“ Der alte Tresor, der zu Ostern aufgeknackt wurde, wurde gegen ein neues Modell ausgetauscht, das sogar viel sicherer ist, als es die strengen Versicherungsvorschriften auferlegen. Auch professioneller Wachschutz und Überwachungskameras waren mal im Gespräch nach den Vorfällen. Das koste zum einen aber sehr viel bei der großen Fläche, die man im Auge behalten muss. Zum anderen spreche der Persönlichkeitsschutz gegen eine solche Maßnahme – zumindest vorerst. Denn seit dem Herbst – da gab es zuletzt einen Einbruch – sei es ruhig gewesen, berichtet der Einrichtungschef.

Solange nicht erneut etwas passiert, will die Stiftung es bei den ergriffenen Maßnahmen belassen, die in Zusammenarbeit mit der Versicherung und der Polizei entwickelt wurden. „Die Polizei war uns ein guter Partner dabei“, lobt Breder. So seien die Beamten nach den Ereignissen öfter in Dreibrück Streife gefahren und der Präventionsbeauftragte kam auch vorbei. Dass die Polizei aber jemanden schnappen kann, davon geht Breder kaum aus. „Selbst wenn wir sofort etwas merken: Von Neuruppin aus dauert es eine halbe Stunde, bis die Polizei bei uns ankommt“, sagt Breder. Da wären die Diebe längst über alle Berge. Für die Mitarbeiter gelte trotzdem die Devise, nicht die Helden zu spielen und bei der Nachtwache lieber im Doppelpack durch den Ort zu ziehen.

Das Gelände scheine Gesetzesbrecher aber magisch anzuziehen. Als vor Kurzen Bauarbeiter ihre Maschinen über Nacht aus der Straße stehen ließen, seien sofort Dieseldiebe da gewesen, die auch die Batterie und den Anlasser ausgebaut haben. „Um das zu verhindern, müssten wir schon eine Sonne über Dreibrück einbauen, die alles ausleuchtet. Je länger es dauere, dass nichts passiert, desto besser geht es zwar den Bewohnern und Mitarbeitern in Dreibrück, sagt Breder. „Es reicht aber schon ein komisches Knacken nachts, und schon ist die Angst wieder da.“

Von Celina Aniol

Ihrer Geburtsstadt ist Hildegard Vaerst immer treu geblieben. Auch wenn sie seit über 70 Jahren schon in Hamburg lebt, unterstützt sie Wittstock regelmäßig nach Kräften. Insbesondere als Ehrenmitglied im Förderverein des Gymnasiums hat sie viel für die Stadt und die Schule getan. Dafür wurde sie beim Neujahrsempfang auf eine besondere Weise geehrt.

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