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Ostprignitz-Ruppin Brand bei Großfamilie – Schüler starten Spendenaktion
Lokales Ostprignitz-Ruppin Brand bei Großfamilie – Schüler starten Spendenaktion
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10:48 06.01.2017
Ein Teil der Großfamilie vor ihrem Haus, an dem erst kürzlich die Fassade neu verputzt und gestrichen worden war. Jetzt zeigen Rauchspuren, wo es am Montagabend brannte. Quelle: Matthias Anke
Sieversdorf

Ob ihr gerade erst fertiges und solide gebautes Haus reparabel ist, etwa ein neuer Putz an den Innenwänden und ein Austausch des vom Löschwasser getränkten Fußbodens genügen, ist offen. Fakt ist: Die Elektrik im Obergeschoss des Wohnhauses der 13-köpfigen Familie Bürger in Sieversdorf ist seit dem Feuer vom Montagabend hin. Die Heizungsanlage, die von dort aus auch das Untergeschoss versorgte, ist aufgrund der Hitzeeinwirkung ebenso zerstört. Und wenngleich das Untergeschoss samt zweier Bäder komplett verschont blieb und die meisten Zimmer oben aufgrund der offensichtlich überaus feuerfesten Bauweise nur Ruß abbekamen, ist ebenso Fakt: Bürgers brauchen Hilfe. So sehen das auch einige Schüler, die wie auch vier Kinder der Bürgers in Neustadt die Homburg-Schule besuchen. Und es soll geholfen werden, auch wenn noch nicht klar ist, was und wie sehr im Haus etwas kontaminiert und unwiederbringlich verloren ist und ob der finanzielle Schaden tatsächlich bei dem liegt, was die Polizei zunächst angab: 250 000 Euro. Auch die Brandursache ist unklar.

Neuntklässlerinnen aus der Neustädter Homburg-Schule starteten kurzerhand einen Hilfeaufruf mittels Plakat. Quelle: Matthias Anke

„Es geht doch vor allem um die Kinder“, betont Heike Grüttner vom Nestor-Bildungsinstitut. Sie hat ihr Büro als Berufseinstiegsbegleiterin im Vereinshaus auf dem Schulgelände. Die von ihr betreuten Schüler starteten schon am Tag nach dem Unglück kurzerhand einen Spendenaufruf für die Bürgers. Sie beschrifteten ein Plakat, wonach Kleidung, Schuhe, Schulmappen, Federtaschen Stifte, Hefte, Blöcke und auch Spielzeug benötigt werden.

Erste Spender haben den Sieversdorfern schon geholfen

Heike Grüttner kann bereits Spender benennen: „Marschner, ein Geschäft für Bürobedarf aus Kyritz, hat beispielsweise Hefter, Blöcke und Füller spendiert. Der Hagebaumarkt stellt kostenlos einen Luftentfeuchter zur Verfügung und schenkt der Familie zudem zwei Ölradiatoren, damit das Haus den Frost übersteht und nicht noch mehr kaputtgeht. Und auch die Sparkasse hilft mit Schulmaterial aus.“

Ein Teil der Großfamilie vor ihrem Haus, an dem erst kürzlich die Fassade neu verputzt und gestrichen worden war. Jetzt zeigen Rauchspuren, wo es am Montagabend brannte. Quelle: Matthias Anke

Andere sollen bereits von sich aus Sachen nach Sieversdorf gebracht haben. Und auch die Kyritzer „Gab“ steht für Hilfe bereit. Diese Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung hält schließlich eine Kleiderkammer und ein Möbellager vor. Für den größten finanziellen Aufwand werden am Ende jedoch die Reparaturen sorgen. Die Familie, die von „Hartz IV“ lebt, wird das alleine nicht stemmen können. Doch bis dahin sind ohnehin Gutachter abzuwarten, Versicherungsfragen zu klären und vor allem erst auch noch die Ermittlung der Brandursache. Vor fast genau vier Jahren galt ein technischer Defekt als Auslöser dafür, dass Bürgers Haus komplett niederbrannte. Es war ein Bau von weniger Wert als das nun zuletzt entstandene neue Haus. Die Elektrik war wohl nicht ordnungsgemäß verlegt. Dann hieß es, vermutlich habe ein eingeschlagener Nagel die Kabelleitung getroffen, so dass es Jahre später anfing zu schmoren. Die Versicherung half dennoch aus, die TV-Show „Die Bauretter“ sprang mit ein. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet.

Dieses Mal indes teilte die Polizei mit: „Die Elektrik war laut kriminaltechnischer Untersuchung fachmännisch verlegt und in Ordnung.“ So wird nun weiterermittelt.

Familienvater Enrico Bürger (40) vor dem Schutthaufen aus dem ausgebrannten Zimmer. Quelle: Matthias Anke

Die Neustädter Amtsverwaltung bot der Familie unterdessen Wohnungen an. Auf die will Familienvater Enrico Bürger jedoch nicht zurückgreifen: „Das mit der Hin- und Herfahrerei wird einfach zu viel“, sagte er der MAZ – aus Erfahrung. Dabei lag die Behelfsunterkunft damals in Sieversdorf selbst. Die Gemeinde hatte das ehemalige, mittlerweile aber verkaufte Ärztehaus zur Verfügung gestellt. Kurzfristig war damals sogar ein Krisenstab, zusammengesetzt aus Vertretern der Gemeinde und des Amtes Neustadt, gebildet worden, um die drängendsten Probleme zu lösen.

Die 2013 noch elfköpfige Familie ist nun um zwei weitere Mitglieder angewachsen. Wohl auch wegen dieser Größe ist das Medieninteresse nach wie vor beachtlich – eine erhöhte Chance auf großzügige Spender damit erneut gegeben. Am Donnerstag wollte sich beispielsweise auch das SAT-1-Frühstücksfernsehen im Dorf erkundigen, wie geholfen werden kann.

Von Matthias Anke

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