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Brandenburg hat Platz fürs Medizin-Studium

Hochschule ab 2017 nicht nur in Neuruppin Brandenburg hat Platz fürs Medizin-Studium

Jetzt hat sich die Stadt Brandenburg an der Havel einen Ort für die Medizinische Hochschule Brandenburg gefunden. 2017 sollen Studenten in die sanierte Nicolaischule einziehen. Hätte der Aufsichtsrat des Städtischen Klinikums dem nicht zugestimmt, wäre die Hochschule womöglich komplett in Neuruppin geblieben.

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Die Nicolaischule soll bis 2017 saniert werden.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Neuruppin. Fast sah es so aus, als könnte Neuruppin der einzige Standort der neu gegründeten Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) bleiben. Durch einen unerwartet klaren Beschluss hat der Aufsichtsrat des Städtischen Klinikums Brandenburg (Havel) jetzt verhindert, dass es aus Sicht der Havelstadt zum Äußersten kommt. Er hat den Weg dafür frei gemacht, dass die Medizinische Hochschule ab 2017 die ehemalige Nicolaischule in der Stadt Brandenburg nutzen kann.

Die Hochschule war 2015 eigentlich als Gemeinschaftwerk der Städte Neuruppin, Brandenburg und des Kreises Ostprignitz-Ruppin gestartet. Inzwischen haben sie mit der Immanuel-Diakonie aus Berlin noch einen weiteren Partner mit im Boot. Das bisherige Konzept sah vor, dass die Ausbildung der angehenden Mediziner an mehreren Standorten stattfindet. Das Studium sollte in Neuruppin starten, später dann auch in Brandenburg (Havel) stattfinden. Dort fehlten bisher allerdings Räume. Dieses Problem ist jetzt gelöst. Seit Mittwoch ist klar: Die Nicolaischule kann für die Medizinische Hochschule umgebaut werden.

Die Zustimmung des Aufsichtsrates war entscheidend, obwohl das Klinikum lediglich als Zwischenmieter auftritt. Jetzt fehlt nur noch ein Erbbaurechtsvertrag zwischen der Stadt sowie den Investoren Robert Müller (Müller-Bau Genthin) und dem Architekten Uli Krieg als Interessengemeinschaft Nicolaischule, die das Haus für das Studium herrichten sollen.

Oberbürgermeisterin Tiemann: „Ein schwieriger Weg“

Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann ist froh, dass die Diskussion so ausgegangen ist. „Es war eine wesentliche Entscheidung, um den Sitz der Ausbildung der MHB hier in Brandenburg an der Havel zu verorten. Vom Wollen bis zum Umsetzen war es ein schwieriger Weg“, sagt sie: „Wir mussten auch einen verlässlichen Partner finden, weil das Klinikum die Investition nicht aus eigener Kraft stemmen sollte, da gibt es im eigenen Haus genug zu tun.“ Tiemann leitet den Aufsichtsrat des Städtischen Klinikums.

Erleichtert ist auch Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter, weil im Vorfeld Widerstände von Aufsichtsratsmitgliedern angedroht waren – doch die Kraftprobe blieb aus. „Der Hochschulstandort Brandenburg an der Havel hätte sich bei einem Scheitern des Antrags erledigt. Es stand auch zu befürchten, dass Neuruppin die MHB komplett übernommen hätte“, sagt Gabriele Wolter.

Studium in Neuruppin und ab 2017 auch in Brandenburg (Havel)

Sobald der Mietvertrag unterschrieben und das Erbbaurecht von der Stadt an die IG Nicolaischule vergeben ist, kann der Umbau beginnen. Rund zwei Millionen Euro investieren die Partner. Das Klinikum ist Hauptmieter und vermietet an die MHB weiter. Zum 1. März 2017 soll das Haus fertig sein, dann bleibt noch ein Monat zum Einrichten. Am 1. April soll das Studium auch dort beginnen.

Von Reyk Grunow und André Wirsing

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