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Ostprignitz-Ruppin Brandenburger Schulen musizierten gemeinsam
Lokales Ostprignitz-Ruppin Brandenburger Schulen musizierten gemeinsam
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02:15 18.03.2018
Für den Coconut-Song haben sich die Sänger des Märkischen Jugendchors extra in karibische Schale geschmissen. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Ein vierstimmiges Lied mal eben aus dem Ärmel schütteln? Und das mit 300 Sängern, die den Song noch nie gehört haben? Kein Problem für die Brandenburger Schüler, die sich am Donnerstag zur 13. Landesbegegnung „Schulen musizieren“ im Rheinsberger Schlosstheater getroffen haben. Schon gar nicht wenn es so ein schub-di-dudab-lässiger Song ist wie der Badezimmer-Blues. Und so witzig vorgeführt wird wie von Ulrike Schubach. Die Leiterin des Märkischen Jugendchors ist nicht nur Dirigentin ihrer mehr als 50 Sangesfreudigen, sondern auch – gemeinsam mit ihrer Kollegin Annett Voge von der Evangelischen Schule Neuruppin – Landesbeauftragte für das Ereignis, bei dem sich eine der teilnehmenden Schulen für die Bundesbegegnung qualifiziert, die 2019 im Saarland stattfindet.

Der Chor des Leibniz-Gymnasium Potsdam hat sich Streicher mitgebracht. Quelle: Regine Buddeke

Dass das Landestreffen in diesem Jahr nicht in Potsdam, sondern in Rheinsberg stattfand, hat seinen Grund. „Wir haben es nach Rheinsberg geholt, weil wir das Ambiente so besonders finden“, erklärt Ulrike Schubach, die mit ihrem Chor alljährlich für zwei Probenphasen in der Musikakademie Rheinsberg zu Gast ist. Deren Geschäftsführer Thomas Falk habe die Idee ebenfalls begrüßt. Einziger Wermutstropfen: „Aus Südbrandenburg haben sich gar keine Ensembles angemeldet – für die ist der Weg womöglich zu weit. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen – dass wir mehr Schulen dabeihaben“, so Schubach. In diesem Jahr seien es nur sieben Ensembles – eines sagte in letzter Minute grippebedingt ab. Manche haben das Problem der Entfernung so kreativ gelöst wie die Gitarrenklasse der Potsdamer Rosa-Luxemburg-Schule. „Die sind schon seit Montag hier und üben“, verrät Ulrike Schubach.

Paula Schulz von der Mosaik-Förderschle Wittstock hat beim Theaterstück mitgemacht – und ist mit ihrem Team für die Bundesbegegnung nominiert.. Quelle: Regine Buddeke

Für die Teilnehmer ist das historische Ambiente eine tolle Sache. „Wir haben noch nie in einem Schloss gespielt. Das war für uns sehr aufregend“, freut sich Paula Schulz von der Förderschule Wittstock, die als „Möwe Paula“ mit ihren Schulkameraden das Theaterstück „Der kleine Wassermann auf Tour“ aufführte. „Wir haben uns zum ersten Mal getraut mitzumachen“, erzählt Sonderpädagogin Ellen Gottschalk, die mit den Wittstockern das Stück einstudiert hat. „Weil es kein Wettbewerb ist, sondern Begegnung.“

Ein paar der „Evi“-Schüler aus Neuruppin: sie wurden für ihr Musical für das Bundestreffen nominiert. Quelle: Regine Buddeke

Genau das ist das Motto hinter der Landesbegegnung, die alle zwei Jahre stattfindet: es soll kein Wettbewerb, sondern Stätte des künstlerischen Austauschs sein, was an Schulen alles möglich ist. Jedes Genre – ob Musical, Chor, Instrumentalisten oder Theater – ist gern gesehen. Und jede Schulform: von Förderschule bis Gymnasium. Was gibt es Schöneres, als wenn eine ganze Grundschulklasse gemeinsam Gitarre lernt? Oder Kinder mit Handicaps zusammen Theater spielen? Das ist der Gedanke hinter „Schulen musizieren“.

Daher ist es auch selbstverständlich, dass die, die ihren Auftritt bereits hinter sich haben, nicht heimfahren – sondern sich ansehen, was die anderen aufzubieten haben. Warum sollen die Neuruppiner Musical-Darsteller nicht davon profitieren, was die Basdorfer so auf die Bretter knallen? Und umgekehrt.

Der Märkische Jugendchor des Schinkel-Gymnasiums Neuruppin. Quelle: Regine Buddeke

„Wir haben uns bei der vergangenen Probenphase gut auf unser Programm vorbereitet“, erzählt Ulrike Schubach. Das Programm vom letzten Mal sei eher ernst gewesen – es hieß „Abschied“. Immerhin gehörte der Märkische Jugendchor damit zu den drei Nominierten für die Bundesbegegnung. Am Donnerstag lag der Fokus auf „heiter“: etwa mit einem ungarischen ’Viva la musica’, einem französischen Renaissance-Lied, einem ’Kuckuck’ im Bossanova-Stil, einem locker-swingenden Beatles-Song oder dem schwebend-schönen Lied ’Erlen’. „Den Coconut-Song haben sich die Schüler ausgesucht“, verrät Ulrike Schubach. „Der hat es echt in sich.“

Beim gemeinsamen Singen am Ende hatten alle Schüler viel Spaß. Quelle: Regine Buddeke

Mit dem stimmgewaltigen wunderbaren Chor-Ohrwurm „Adiemus“ verabschiedet sich am Nachmittag der letzte Teilnehmer: der Chor des Emil-Fischer-Gymnasiums Schwarzheide. Während die fünfköpfige Jury sich zurückzieht, ist Zeit für den gemeinsamen Gesang. Ulrike Schubach schafft es spielend, den Saal zu Höchstleistungen zu animieren. Besagter Badezimmerblues lässt den Saal unisono kichern, bevor die Töne sich gen Himmel schwingen.

Nominiert für die Bundesbegegnung werden am Ende drei Schulen: die Wittstocker Mosaikschule, die Evangelische Schule Neuruppin mit ihrem Musical „König der Löwen“ und die Sänger aus Schwarzheide. „Wer von den Nominierten letztlich dabei ist, ist offen“, erklärt Ulrike Schubach. Das hänge auch immer ein wenig davon ab, was die anderen Bundesländer entsenden. „Das Treffen ist ja dafür da, zu zeigen, auf welch breitgefächertem Niveau das Musizieren an Schulen möglich ist.“ Rheinsberg – so sei der allgemeine Grundtenor gewesen – sei ein schöner Ort dafür. „Also gern weiter hier.“ Mit dem Ziel, ein paar mehr Ensembles zu gewinnen. „So 12 bis 15 dürfen es gern sein“, sagt Ulrike Schubach.

Von Regine Buddeke

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