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Ostprignitz-Ruppin Brandenburgs Milleniumsbaby wird volljährig
Lokales Ostprignitz-Ruppin Brandenburgs Milleniumsbaby wird volljährig
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00:18 01.01.2018
Glückliche Familie: Clara Posselt (2.v.r.) mit ihren Eltern Elke Posselt und Holger Felgner sowie ihrer Schwester Anna. Quelle: Christamaria Ruch
Eichenfelde

Clara Antonia Posselt aus Eichenfelde ist eine ganz normale junge Frau. Sie geht zur Schule, bereitet sich gerade auf das Abitur am Wittstocker Gymnasium vor und trifft sich regelmäßig mit ihren Freundinnen. Doch kaum wird sie auf ihr Geburtsdatum angesprochen, öffnen sich Türen: Clara kam am 1. Januar 2000 um 3.17 Uhr in Pritzwalk als das Brandenburger Millenniumsbaby zur Welt.

BB-Radio spendierte ein Jahr lang die Windeln

3122 Gramm brachte sie als Startgewicht auf die Waage, und das Maßband hielt 50 Zentimeter fest. Damals suchte das BB Radio nach dem Brandenburger Millenniumsbaby. „Wir hatten von dem Aufruf gehört, die Angaben hingeschickt und dann alles wieder vergessen“, erinnern sich Claras Eltern Elke Posselt und Holger Felgner. Denn: „Wir sind davon ausgegangen, dass garantiert ein anderes Baby eher geboren wurde.“ Doch niemand unterbot Claras Geburtszeit. „Dann erhielt ich einen Anruf vom BB Radio, und es hieß, dass Clara als das Millenniumsbaby in Brandenburg ermittelt wurde“, sagt Elke Posselt. Auch die MAZ berichtete damals von Claras Geburt. Damit stand sie kurze Zeit im Rampenlicht. „Ich wurde damals auf der Straße von wildfremden Leuten darauf angesprochen“, sagt Elke Posselt. Der Titel Brandenburger Millenniumsbaby bescherte den Eltern auch Geschenke. Der Radiosender stellte ein Jahr lang Windeln bereit.

Clara, der Sonnenschein

„Ich bin in der Schule immer gut gelaunt“, sagt Clara. Ein Mitschüler am Gymnasium prägte in der siebten Klasse den Ausspruch „Clara, der Sonnenschein.“ In der Tat: Clara wirkt sehr natürlich und geht freundlich auf andere zu. „Ihre fröhliche Grundstimmung fällt auf und überträgt sich“, sagt Caras Mutter. Der Name Clara bedeutet hell, leuchtend und „die Strahlende“. Damit ist bei Clara der Name Programm. Werden die Eltern beim Arzt oder anderswo auf das Geburtsdatum angesprochen, nimmt das Gespräch sofort einen neuen Verlauf. „Es wird dann oft die Frage gestellt, wie wir das gemacht haben, aber uns war das immer unwichtig“, sagen Elke Posselt und Holger Felgner. Beide sind 47 Jahre alt.

Clara Antonia Posselt aus Eichenfelde kam am 1. Januar 2000 in Pritzwalk zur Welt und war landesweit das erste Neugeborene im neuen Jahrtausend. Quelle: Christamaria Ruch

Der errechnete Geburtstermin war erst am 10. Januar

Claras Vater kann sich noch genau erinnern, wie Ostern 1999 im Radio von der perfekten Familienplanung die Rede war, um tatsächlich ein Millenniumsbaby zu bekommen. „Wir fanden das albern, hatten uns zwar ein Kind gewünscht, aber für uns zählte nicht diese genaue Planung“, so Holger Felgner. Der 10. Januar 2000 galt als der errechnete Geburtstermin für Clara. Doch die Silvesterfeier 1999 nahm dann einen anderen Verlauf. „Wir hatten mit Freunden einen Spieleabend veranstaltet, und ich war so ehrgeizig und wollte gewinnen“, sagt Elke Posselt. Womöglich löste dieser Ehrgeiz die Geburt aus, denn gegen 23 Uhr platzte bei Elke Posselt die Fruchtblase. Die Eltern waren begeistert, dass die Wittstocker Hebamme Anja Hennig mitten in der Silvesternacht noch aus Halle an der Saale zum Pritzwalker KMG Klinikum anreiste. „Nachts um ein Uhr kam die Hebamme ins Krankenhaus, und dann ging alles problemlos“, sagt Elke Posselt.

Die Tierliebe teilt sie mit ihrer Schwester

Clara hat eine sechs Jahre jüngere Schwester. Anna kam am 2. September 2006 zur Welt – ein Allerweltsdatum. „Teilweise bin ich schon neidisch, dass Clara so ein Geburtsdatum hat“, sagt die elfjährige Anna. Doch die Schwestern vertragen und streiten sich wie andere Geschwisterkinder. Beide eint die Tierliebe und die Fürsorge für kranke und verwahrloste Tiere. „Ich engagiere mich im Tierschutz“, sagt Clara. Ihre erste Katze bekam sie mit vier. Egal ob Krähen, Elstern, Katzen oder Hunde verstoßen oder verletzt sind – bei Clara und Anna werden die Tiere liebevoll aufgepäppelt, ausgewildert oder an neue Besitzer vermittelt.

Basisarbeit mit Randgruppen

„Ich möchte nach meinem Abitur im kommenden Jahr Soziale Arbeit studieren und anschließend noch die Ausbildung zur tiergestützten Therapie absolvieren“, sagt Clara. Später möchte sie dann in der Basisarbeit mit sozialen Randgruppen ihre Berufung finden. „Ich habe auch schon ein Praktikum in einer Nachsorgeeinrichtung absolviert, in der tiergestützte Therapie genutzt wird“, sagt Clara. Immer wieder ist sie fasziniert, „wie Menschen auf Tiere in bestimmten Situationen reagieren“.

Der Chor ist wie eine große Familie

In ihrer Kindheit bastelte und malte sie gern, tanzte und interessierte sich für Pferde. Clara mag am Gymnasium die Fächer Medien, Technik und Darstellendes Spiel. Sie singt seit der siebten Klasse im Schulchor. „Der Chor ist wie eine große Familie“, sagt sie.

„Beide Kinder sind sehr zuverlässig, wenn die Tiere bei uns versorgt werden sollen“, sagen Elke Posselt und Holger Felgner. „Ich möchte die Menschen auch mehr beeinflussen, was den Umgang mit Tieren betrifft“, sagt Clara. „Dazu gehört auch eine bewusste Ernährung“, sagen beide Schwestern. Clara, der Sonnenschein, setzt sich immer wieder über Vorurteile hinweg und öffnet auch ihren Eltern von Zeit zu Zeit die Augen, wenn sie voreingenommene Meinungen kundtun, lobt ihre Mutter. Mit drei Freundinnen verbringt Clara Silvester in Amsterdam. Dort feiern sie und stoßen dann um Mitternacht auf Claras 18. Geburtstag an.

Von Christamaria Ruch

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