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Brandschützern drückt der Schuh

Blumenthal / Heiligengrabe Brandschützern drückt der Schuh

Brandschützer gehen für andere Menschen durchs Feuer. Schrittweise erhalten die 159 Mitstreiter in den elf Einheiten der Gemeinde Heiligengrabe neue Helme und Stiefel. Atemschutzgeräteträger werden in diesem Jahr neu eingekleidet. Allerdings hakt die Kommunikation zwischen den Feuerwehrhierarchien, wenn es um die persönliche Ausrüstung geht.

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Neues Schuhwerk und Helme in Sicht: Wehrführer Gerhard Preuß erhält in diesem Jahr die neue Ausstattung für seine Feuerwehreinheit.

Quelle: Christamaria Ruch

Blumenthal / Heiligengrabe. Helm, Handschuhe, Stiefel, Jacke und Hose. Das gehört zur Grundausstattung eines Brandschützers. In der Jahreshauptversammlung der Feuerwehreinheit Blumenthal-Dahlhausen-Grabow (die MAZ berichtete) stand genau diese Frage im Raum. Ein Kamerad kritisierte, dass nicht alle Einsatzkräfte die Mindestanforderungen erfüllen. Damit meinte er einen jungen Kollegen, der ohne Stiefel dasteht. Bei der Sitzung ließ der Gemeindebrandmeister Mathias Jennrich diese Frage unbeantwortet im Raum stehen.

Nun ging die MAZ diesem Problem nach und sprach mit Mathias Jennrich. „Das kann ich so nicht stehen lassen. Jeder darf nur mit der vollständigen Einsatzuniform ausrücken, sonst machen wir uns ja strafbar“, sagte er. „Es gibt ein Lager mit Kleidung, dort stehen ausreichend Jacken, Hosen und Stiefel bereit.“ Diese stammen auch aus ausgemusterten Beständen der Berliner Feuerwehr.

1200 Euro pro Einsatzkleidung

Mit 1200 Euro schlägt die komplett neue Einsatzbekleidung für einen Brandschützer zu Buche, so Jennrich. „Bis auf den jungen Mann sind alle anderen Kameraden in Blumenthal ausgestattet. Er muss uns nur seine Schuhgröße mitteilen, dann bekommt er die Stiefel sofort“, sicherte Jennrich zu. Lukas und Max Rohwedder sowie Julian Geisler sind die jüngsten Aktiven in Blumenthal. Die beiden Brüder sind zwei Meter groß. „Im vergangenen Jahr haben wir je eine dünne Hose und dicke Überjacke bekommen, das wurde extra für uns in Überlänge bestellt“, sagt Max Rohwedder. Bis die passende Kleidung eintraf, rückte er „mit der alten und zu kurzen Kleidung“ aus. Die langen Handschuhe bedeckten die freien Stellen an seinen Armen.

Zwei Modelle für neue Schutzschuhe und das ältere Modell in Lederausführung (vl)

Zwei Modelle für neue Schutzschuhe und das ältere Modell in Lederausführung (v.l.).

Quelle: Christamaria Ruch

„Vor fünf Jahren haben wir Einsatzuniformen erhalten, die vorher zur Berliner Feuerwehr gehörten“, sagt Gerhard Preuß, Wehrführer in Blumenthal. Dazu zählten Jacken und Hosen in dicker Ausführung, teilweise auch dünne Feuerwehrhosen. Fast alle aus Preuß’ Einheit tragen noch die Lederstiefel älterer Ausführung. Er liebäugelt mit den neuen Modellen für seine elfköpfige Truppe. Denn in der Gemeinde Heiligengrabe werden die Helme und Stiefel schrittweise in allen elf Einheiten ausgetauscht; jedes Jahr sind zwei vorgesehen. Sechs Einheiten sind bereits neu bestückt. In diesem Jahr stehen die Feuerwehreinheit von Gerhard Preuß sowie die aus Rosenwinkel auf dem Plan, teilt Mathias Jennrich mit.

Wunsch nach Ausgehuniformen

Auch der Wunsch nach Ausgehuniform steht im Raum. „Das ist doch ein guter Anreiz für junge Aktive, wenn sie diese tragen dürfen“, sagt Gerhard Preuß. Doch dies geht über die Grundausstattung hinaus und muss nur in bestimmten Fällen bereitgestellt werden, klärt Mathias Jennrich auf. Steht die Ausbildung zum Gruppenführer in Eisenhüttenstadt an, erhält derjenige zwingend eine Ausgehuniform. „Es ist Pflicht, in dieser Uniform zur Ausbildung zu erscheinen“, sagt er. Bei der Ausgehuniform fallen gut 400 Euro pro Person an. Seine Idee: „Wir möchten wenigstens Pullover, Hemd und Schlips als Bestandteil der Ausgehuniform für jeden bereitstellen. Das wollen wir bei der Gemeinde in diesem Jahr anbringen und durchsetzen.“ Maschinist Max Rohwedder hätte im vergangenen Jahr einen alten Pullover bei Versammlungen tragen müssen. „Ich habe mir dann den Pullover in der Größe 3XL selbst gekauft“, sagt er. Dort kann er seine Schulterstücke anheften.

Brandschutz in der Gemeinde Heiligengrabe

Elf aktive Feuerwehreinheiten mit 159 Brandschützern sind in der Gemeinde Heiligengrabe tätig. Diese Zahl ist 2015 und 2016 stabil geblieben.

Bei der Jugendfeuerwehr verzeichnete die Gemeinde im vergangenen Jahr einen Zuwachs um elf Mädchen und Jungen. Damit sind 61 Kinder und Jugendliche aktiv.

Zur Alters- und Ehrenabteilung zählten 2016 insgesamt 84 Mitglieder.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Statistik 53 Einsätze auf dem Territorium der Gemeinde (2015: 46 Einsätze).

Investitionen: Die Gemeinde stellte 2016 insgesamt 322 000 Euro für den Brandschutz bereit. Davon entfielen 10 000 Euro auf Rufmelder, Feuerwehrstiefel, Helme und Schläuche. In diesem Jahr sollen die Atemschutzgeräteträger komplett neu eingekleidet werden. Dafür sind 48 000 Euro vorgesehen. cmr

Von Christamaria Ruch

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