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Ostprignitz-Ruppin Breite Risse im Südtor der Stadtmauer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Breite Risse im Südtor der Stadtmauer
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00:17 31.01.2016
Wo reißt sie denn? Jana Holzmann, Leonhard Maschewski, Walter Harbach und Martina Grubetzki (v.l.) schauen auf die Stadtmauer. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Das einsturzgefährdete und seit zwei Jahren gesperrte Südtor an der Wittstocker Stadtmauer wird ab Frühjahr saniert. Aller Voraussicht nach beginnen im April die Bauarbeiten.

Derzeit werden vier Sanierungsvarianten geprüft. „Noch steht die bautechnische Lösung nicht fest“, sagt die Wittstocker Architektin Martina Grubetzki. Sowohl kostentechnische Gründe als auch der Denkmalschutz spielen dabei eine Rolle. Die Baugenehmigung vom Landkreis liegt seit Dezember letzten Jahres vor.

Riss am Südtor. Quelle: Christamaria Ruch

„Mindestens 200 000 Euro werden für die Sanierung des Südtores benötigt“, sagte Martina Grubetzki am Dienstag. Noch nicht eingerechnet sind dabei Kosten für die archäologische Begleitung, die Absenkung der Baustelle für die Zufahrt zum Museumshof sowie die Gestaltung der Zuwege sowie Art und Umfang der Befestigung im Umfeld.

Trotz der Traggerüste unter dem Torbogen muss die Feuerwehrzufahrt zum Museum während der Bauphase gewährleistet bleiben. Denn das ist die einzige Rettungszufahrt für die Drehleiter zum Museumshof. Von dort können Rettungsmaßnahmen am Amtsturm eingeleitet werden. „Wenn die Baugerüste stehen, fehlen 68 Zentimeter an der Durchfahrtshöhe vom Tor. Deshalb wird der Untergrund an der Baustelle abgesenkt“, so Grubetzki. Somit werden die geforderten 3,5 Meter Höhe für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr sichergestellt.

Die Architektin, Walter Harbach und Leonhard Maschewski von der Stadtverwaltung sowie Jana Holzmann von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (B.B.S.M.) aus Potsdam trafen sich am Dienstag vor Ort. Dabei stand die sogenannte Plausibilitätsprüfung der Baumaßnahme zur Diskussion. Das heißt, inwieweit sie baufachlich nachvollziehbar ist.

Noch ist völlig unklar, wie das Innenleben dieses 1,63 Meter breiten Abschnittes aussieht. Quelle: Christamaria Ruch

Auf dieser Grundlage ermittelt das Büro B.B.S.M. anhand eines vom Land Brandenburg vorgegebenen Kostenkataloges den endgültigen Förderbetrag. „Das dauert vier bis acht Wochen“, sagte Jana Holzmann. In diesem Zuge stimmt sich das Büro mit der Stadt Wittstock als Eigentümer ab. Dann beginnen die Bauarbeiten. Das Südtor gehört zum Sanierungsplan in Wittstock. Damit kann das Vorhaben im Rahmen des städtebaulichen Denkmalschutzes umgesetzt werden. Dafür stehen 80 Prozent Fördermittel vom Bund und Land bereit, die restlichen 20 Prozent trägt die Stadt Wittstock als Eigenanteil.

„Die größte Herausforderung ist, aus den vier Varianten ein geeignetes Sanierungskonzept auszuwählen“, räumte Grubetzki ein. Denn den Fachleuten geht es darum, nachhaltige Werte mit bis zu 100 Jahren Bestandsdauer zu schaffen. Das Vorhaben wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Zunächst soll der Torbogen gesichert und der Schaden erkundet werden. Erst dann wird das endgültige Sanierungskonzept in Absprache mit der Denkmalpflege erstellt.

Noch ist völlig unklar, wie das Innenleben dieses 1,63 Meter breiten Abschnittes aussieht. Die Ursachen für die bis zu vier Zentimeter breiten Risse am Korbbogen sind bislang unbekannt. „Das Baugrundgutachten sagt aus, dass die Gründung der Türme intakt ist“, so Grubetzki. Aus dem Sanierungskonzept leitet sich der zweite Bauabschnitt ab. „Es geht auch darum, ob dann der Torbogen ausgemauert oder mit Sand verfüllt wird“, so Grubetzki. In diesem Zuge kommen auf das Tordach neue Schindeln.

Zahlen und Fakten

Seit April 2014 ist das Südtor der Wittstocker Stadtmauer gesperrt und mit einem Bauzaun weiträumig abgeriegelt. Gründe sind mehrere bis zu vier Zentimeter breite Risse am Torbogen. Es drohte akute Einsturgefahr.

Über das Alter des Torbogens gehen die Meinungen auseinander. Zum einen kann der Abschnitt aus der Zeit von 1880 bis 1890 stammen und zum anderen erst 1930 entstanden sein. „Auf jeden Fall ist das ein historisch sehr junger Torbogen“, sagt Architektin Martina Grubetzki.

Die Idee, den Torbogen komplett abzutragen, hat die Denkmalbehörde bereits vor zwei Jahren abgelehnt. Daher stehen nun bereits vier Sanierungsvarianten zur Diskussion.
cmr

Von Christamaria Ruch

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