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Ostprignitz-Ruppin Buch stellt Neuruppiner Künstler vor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Buch stellt Neuruppiner Künstler vor
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00:18 19.02.2016
Robert Werner Wagner in seinem Neuruppiner Atelier. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Vor Kurzem war der Verleger Günter Rieger in Ahrenshoop. Bei einem Spaziergang versuchte er die Ansichten zu entdecken, die der Neuruppiner Künstler Robert Werner Wagner für seine Kaltnadelradierungen ausgewählt hatte. Rieger fand nicht alle Motive wieder. Dennoch war der 67-Jährige zutiefst beeindruckt. „Die Stimmung, die sich auf den Radierungen wiederfindet, traf ganz genau zu.“

Mehrmals schon haben der Verleger aus Karwe und der Künstler aus Neuruppin zusammengearbeitet. Ihre jüngste Zusammenarbeit ist ein in der Edition Rieger erschienenes Buch, das 80 Kaltnadelradierungen Wagners aus den vergangenen 30 Jahren vereint. Zu sehen sind Ansichten aus Neuruppin, dem Ruppiner Land, der Ostsee, Paris oder Weimar. Mal zart, mal düster. Immer stimmungsvoll. „Es ist eine Art Retrospektive in Buchform“, sagt Rieger. Anders als die Kataloge, die Wagners Malerei präsentieren, wolle „Ein Künstler in Neuruppin. Robert Werner Wagner“ den Teil des Wagner’schen Werkes vorstellen, „das so im Stillen daherkommt“.

Robert Werner Wagner ist ein Meister der Nadel

1993 hatte Wagner sein Atelier im dritten Stock des Neuruppiner Fontanehauses eingerichtet. Fast genauso lange kennen sich Rieger und Wagner bereits. Beide begegnen einander mit feinem Humor und Respekt. „Die Kaltnadelradierung ist der direkteste Ausdruck des künstlerischen Wollens auf einem Blatt“, sagt Rieger. „Werner ist ein Meister der Kaltnadelradierungen.“

200, vielleicht sogar 250 Kaltnadelradierungen hat Wagner in den vergangenen Jahrzehnten angefertigt – genau hat der heute 79-Jährige die Arbeiten nie gezählt. Etwa die Hälfte der in dem Buch versammelten Radierungen ist noch nie gezeigt worden.

Verleger Günter Rieger (l.) und Robert Werner Wagner arbeiten bereits seit den 90er-Jahren zusammen. Quelle: Peter Geisler

Für Wagner bedeutet die Kalt­nadelradierung auch hohes handwerkliches Können. „Man muss ein ganz sicherer Zeichner sein“, sagt Wagner. „Rutscht man einmal mit der Nadel ab, ist das Blatt hinüber.“ Gleichwohl fühlt sich Wagner der Kaltnadel-Technik sehr verbunden. Die Drucke, die dabei entstehen, haben „so etwas Malerisches, Sensibles und Weiches“.

Ganz bewusst lässt Wagner immer nur zehn Originale pro Blatt drucken. Nur so, sagt er, haben die Drucke höchste Qualität und zeigen auch feinste Linien. Gedruckt werden seine Werke bei einem befreundeten Drucker im Prenzlauer Berg. „Eine ganz herrliche Druckerei“, findet Wagner. In seinem Atelier, sagt der 79-Jährige mit einem schelmischen Lächeln, könne er keine Druckerpressen aufstellen – viel zu schwer, „da kommt doch gleich die ganze Decke runter.“

Penible Ordnung im Atelier

Bei einem Rundgang durch Wagners Atelierräume fällt sofort die penible Ordnung auf. Pastellkreiden sind nach Farbtönen sortiert, Pinsel nach Größen geordnet, Unterlagen liegen im rechten Winkel zur Tischkante. „Du hast deinen Arbeitsplatz zu verlassen wie ein Schreiner“ – dieser Ratschlag eines früheren Professors habe ihn sein gesamtes Arbeitsleben begleitet, sagt Wagner. Praktisch sei die Ordnung zudem. „Das Material ruft dich ganz einfach.“

Wegen einer Krankheit hatte Wagner eine Pause einlegen müssen. Kurz vor Erscheinen des Buches steuerte er doch noch zwei Porträts Schinkels und Fontane bei. Jetzt will sich der Neuruppiner mit dem schlohweißen, vollen Haar wieder verstärkt der Malerei zuwenden. Mit dem jüngsten Buch zu seinen Kaltnadelradierungen ist er sehr zufrieden. „Es ist ein Wurf meiner Ansicht nach.“

Die Edition Rieger stellt Künstler aus der Region vor

In den vergangenen Jahren hat Wagner mehrmals schon in der Edition Rieger erschienene Werke illustriert – „Die Hexen von Boltenmühle“, das Fontane-Gedicht „Der alte Zieten“ oder die Tierarzt-Erinnerungen „Nichts Tierisches ist mir fremd“. Das jetzt erschienene Buch über das grafische Werk Wagners ist Teil einer Reihe, in der Rieger Künstler aus der Region vorstellt.

Ein Band über das Schaffen des Neuruppiner Künstlers Bernd Weimar und ein Buch, das Walter Kuphal als Grafiker vorstellt, sind bereits erschienen. Die nächsten Bände sind bereits in Planung – Rieger würde gern die Werke der Keramikerin Sigrid Hilpert-Artes vorstellen, die viele Jahre in einer Neuruppiner Werkstatt mit Karl Fulle und Ursula Zänker arbeitete und jetzt in Dresden lebt. Ihrer früheren Kollegin Ursula Zänker könnte ein fünfter Band gewidmet sein. Er wolle Künstler zeigen, in deren Arbeiten sich die Region widerspiegelt, sagt Rieger.

Von Frauke Herweg

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