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Buch über die „Harzer“ geschrieben

Wusterhausen Buch über die „Harzer“ geschrieben

Ein Gewerk, das typisch DDR war, war das Harzen – sagt Klaus Hoferichter. Der 79-jährige Wusterhausener muss es wissen, schließlich arbeitete er einst jahrelang in der Forstwirtschaft. Seine Erinnerungen aus dieser Zeit hat er nun in einem Buch niedergeschrieben – in dem es um noch so einiges mehr geht als nur um den aus den Kiefernstämmen tropfenden Saft.

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Der 79-jährige Schriftsteller Klaus Hoferichter aus Wusterhausen ist vielmehr bekannt als Zeichner.

Quelle: MAZ-Archiv

Wusterhausen. Er hieß Kiene. Und der Kiene war ein Harzer. Harzer? Einer, der in dem gleichnamigen Mittelgebirge haust? Mitnichten. „Harzer“ waren die Leute, die Kiefern anritzten, um ihren Harz aus den Baumstämmen zu gewinnen. „Ein Gewerk, das typisch DDR war“, sagt Klaus Hoferichter. Ein Mann, der weiß, wovon er spricht, und der dieses Harz, das einst Basisstoff für die chemische Industrie war, als „weißes Gold“ bezeichnet. Denn Hoferichter war früher in der Fortwirtschaft tätig. Und um dieses Kiefernharz dreht sich nun so einiges in dem neuen Buch des mittlerweile bald 80-jährigen Wusterhauseners.

Klaus Hoferichter wurde 1936 in einer Laubenkolonie in Berlin geboren. Er verlebte seine ersten Jahre also noch im „Grünen“. In Kreuzberg lernte er dann „Zilles Milieu“ kennen, bewohnte eine feuchte Kellerwohnung mit wenig Licht. Der Krieg vertrieb seine Familie von Berlin nach Ostpreußen.

Hoferichter leitete von 1978 bis 1992 das Museum in Wusterhausen

In den Nachkriegsjahren wurden Hoferichters dann im brandenburgischen Wusterhausen sesshaft. Der junge Mann lernte einen von ihm ungeliebten Bauberuf, versuchte sich im Lebensmittelgroßhandel als Lagerist und ging dann in die Forstwirtschaft, wurde schließlich Forstfacharbeiter.

Seine Erfüllung indes fand Hoferichter letztlich als Museumsleiter in Wusterhausen. Er führte die Einrichtung von 1978 bis 1992. Jahrzehntelang schrieb er zudem Artikel, Berichte, Porträts und zeichnete allerhand Motive rund um Wusterhausen, aber auch innerhalb des gesamten Kyritzer Altkreises. Über all das gibt bereits sein erstes Buch Auskunft: 2008 veröffentlichte Hoferichter seine Autobiografie „Marga, Unkraut vergeht nicht“.

In seinem jetzt vorliegenden zweiten Buch geht es eben unter anderem um die „Harzer“, diejenigen also, die das „Weiße Gold“ für die DDR-Forstwirtschaft sammelten. Klaus Hoferichter schöpfte dabei aus seinen Erinnerungen und schildert auf eindrückliche Weise diesen Wirtschaftszweig: Er verbindet das Erleben eines Harzers namens Kiene mit dem Erleben eines Waldvogels, genannt Kohlmeisen-Hänschen. Und er lässt den Wald samt Tieren, Pflanzen, Gerüchen und Geräuschen durch alle Jahreszeiten lebendig werden.

Mit Zeichnungen und Gedichten versehen

Welche Schwierigkeiten und welches Glück Harzer Kiene im Wald hatte und was davon nur in der DDR geschehen konnte, wird genauso plastisch und mit viel Wissenswertem angereichert erzählt wie die aufregende Zeit des jungen Meiserichs, nachdem er aus seinem Nest gejagt wurde.

Kohlmeise Hänschen

Kohlmeise Hänschen

Quelle: Repro

Die Handlung ist über ein Jahr hinweg gespannt. Der Autor selbst verbrachte in eben jenem Wald 16 Jahre. „Ich möchte an ein hierzulande ausgestorbenes Handwerk erinnern und neugierig machen auf das Walderleben“, sagt Hoferichter über sein Werk, in dem er der Erzählung Federzeichnungen und auch Gedichte beifügte.

Manchem Wusterhausener ist der Schriftsteller ohnehin viel mehr als Zeichner bekannt. Die eine oder andere Ausstellung seiner Bilder gab es in der Region schon zu sehen.

Von Matthias Anke

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