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Ostprignitz-Ruppin Bückwitzer Hollenbach-Orgel klingt bald wieder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bückwitzer Hollenbach-Orgel klingt bald wieder
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00:28 30.03.2018
Orgelbauer Matthias Beckmann hat die Bückwitzer Hollenbach-Orgel restauriert. Die Prospektpfeifen musste er komplett erneuern. Quelle: Sandra Bels
Bückwitz

Der so genannte große Holzwurm hat der Statik des Gehäuses der Bückwitzer Hollenbach-Orgel massiv geschadet. „Die Löcher, die er hinterlassen hat, sind teilweise fingerdick“, sagt Orgelrestaurator Matthias Beckmann aus Friesack. Er restauriert die Orgel in der Kirche. Bis Ende April wollen Beckmann und seine Mitarbeiter fertig sein. Dann soll das Instrument eingeweiht werden.

Die zerfressenen Teile des Gehäuses hat Beckmann schon ausgetauscht. Sie sind unschwer zu erkennen, weil das neue Holz viel heller ist als das alte. Ob es farblich noch angepasst wird, das muss laut Beckmann der Denkmalschutz entscheiden: „Man darf die Orgel nicht einfach so verändern.“

Das Gehäuse stammt nur aus Hollenbachs Feder

Vom Gehäuse weiß der Friesacker, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aus Hollenbachs Hand stammt, aber aus seiner Feder. Er soll die Zeichnungen dafür angefertigt haben. Erbauer soll aber der Tischler sein, der auch den Innenraum der Kirche gestaltet hat. „Es gibt Parallelen in der Art der Bauweise“, so Beckmann. Den Namen des Tischlers kennt er jedoch nicht.

Beckmann weiß aber aus Aufzeichnungen, dass die Orgel 1881 von Hollenbach gebaut wurde. Es war sein neuntes Instrument. Die Orgel hat acht Register und 486 Pfeifen. „Das Orgelwerk ist fast im Original erhalten“, so Beckmann. Lediglich vier Innenpfeifen und die Prospektpfeifen musste er erneuern. Dazu kamen ein paar Verschleißteile und gebrochene Drähte. Das Innenwerk ist einst mit Holzschutzlasur behandelt worden. Deshalb konnte ihm der Holzwurm nichts anhaben.

Die Pfeifen der Bückwitzer Hollenbach-Orgel sind nicht vom Holzwurm angefressen worden. Quelle: Sandra Bels

Blasebalg wurde komplett restauriert

Der Orgelbauer hat den Blasebalg komplett restauriert. Zusätzlich wird ein elektrisches Gebläse eingebaut, das den Blasebalg befüllt. Später kann der Organist mit dem Pedal das Gebläse füllen oder elektrisch, beides funktioniert. „So holen wir die Töne aus der Vergangenheit ins Heute“, sagt Beckmann. Seine Aufgabe ist es, die Intention und den Geist von Hollenbach wieder erkennbar zu machen.

An den Inschriften im Innenraum der Hollenbach-Orgel erkennt der Restaurator, dass sie zweimal instand gesetzt wurde: 1907 vom Orgelbauer Piper aus Perleberg und 1957 vom Orgelbauer Hans Voit aus Rathenow. Diese Inschriften fertigen Orgelbauer traditionell an. Teilweise sind sie sehr versteckt. Auch Beckmann hat sich verewigt. Er vermutet, dass kurz nach der zweiten Restauration das Instrument verstummt ist. Für ihn ist es „ein großes Glück, das sie danach einfach stehen gelassen und nicht abgebaut oder gar geplündert wurde“.

Alle Teile sind da. Die Holzpfeifen liegen aber größtenteils noch in der Kirche verteilt. Beckmann will sie nach und nach wieder in das Instrument einbauen. Am 28. April soll die restaurierte Bückwitzer Hollenbach-Orgel erstmals wieder gespielt werden. Restaurierungsbeginn war im Herbst 2017. Da wurde die Orgel auseinander gebaut.

Freundeskreis Dorfkirche plant eine feierliche Einweihung

Der Freundeskreis Dorfkirche Bückwitz plant eine feierliche Einweihung. Sein Vorsitzender Dieter Helm hat die Orgelrestaurierung begleitet. Er ist froh darüber, dass die Arbeiten dank einer großzügigen Spende nun doch noch möglich geworden sind. Vor acht Jahren wurde die Grundsanierung der Kirche abgeschlossen. Damals war an die Orgelrestauration noch nicht zu denken. Heute wird sie komplett mit Spenden bezahlt. So bekam der Verein unter anderem 20 000 Euro von der Stiftung Preußisches Kulturerbe. Auch die Sparkasse gehört zu den Spendern ebenso wie private Geldgeber. 36 000 Euro wird die Sanierung der Orgel kosten.

Benjamin Mix bereitet den Einbau der Orgelpfeifen vor. Quelle: Sandra Bels

Zusammen mit dem Geld für die Kirchensanierung sind laut Helm gut 500 000 Euro ins Gotteshaus geflossen, das im Jahr 2005 noch als baufällig galt.

Die Kirche ist künftig für alle offen

Die Bückwitzer Kirche soll künftig nicht nur für Gottesdienste genutzt werden. „Wir wollen sie für die Dorfgemeinschaft öffnen“, sagt Dieter Helm. Er hat begonnen, den Innenraum zu gestalten. Bis zur Orgeleinweihung will er die Ausstellung über die Geschichte der Bückwitzer Bauern vervollständigen. Viele Bilder finden sich schon an den Wänden. Landwirtschaft gestern und heute ist darauf zu sehen. Es sind Bilder von Familien aus dem Ort. Helm hat außerdem alle Wirtschaften des Ortes von 1491 bis heute zusammen getragen.

Die Ausstellung ist überschrieben mit „Die Bückwitzer Bauern“ und wird am 28. April eröffnet. Den Gottesdienst gestaltet Pfarrerin Gundula Reinshagen. Er beginnt um 14 Uhr. Matthias Beckmann wird dabei sein. Die Wusterhausener Kantorin Hayan Kim spielt die Orgel. Ihren Klang und die Arbeiten daran nimmt der Orgelsachverständige des Kirchenkreises Johannes Wauer aus Wittenberge ab.

Der Freundeskreis Dorfkirche Bückwitz bietet zusammen mit dem Bürgerverein des Ortes Kaffee und Kuchen an. Dabei können sich die Gäste auch einen Lichtbildervortrag über die Arbeiten an der Orgel anschauen. Matthias Beckmann stellt ihn zusammen.

Ein junger neugotischer Backsteinbau

Die Bückwitzer Kirche, ein neugotischer Backsteinbau, ist eine relativ junge Kirche. Sie wurde nach einer langen Bauzeit am 30. November 1880 eingeweiht.

Sie ist die vierte Kirche im Ort. Ihre drei Vorgängerinnen fielen unter anderem dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer beziehungsweise dem großen Ortsbrand im Jahr 1835.

Das erste Mal wurde eine Kirche in Bückwitz im Jahr 1540 erwähnt. Laut Chronik gab es damals die Katharinenkapelle im Garten von Familie Helm.

Von Sandra Bels

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