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Bühnenstück mit falschem Napoleon

Alt Daber Bühnenstück mit falschem Napoleon

Das Bühnenstück „Bonaparte bedroht Wittstock“ von Wolfgang Dost wurde am Samstagabend im Daberturm-Ensemble in Alt Daber aufgeführt. Dabei geht es um einen vermeintlichen Napoleon, der sich zwar nur für den Feldherren ausgibt, aber die Sympathien trotzdem auf seiner Seite hat.

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Lernen sich lieben: Der falsche Napoleon (Reinhard Göhler) und das Zimmermädchen Marie (Nicole Dase).

Quelle: Björn Wagener

Alt Daber. Die gute Nachricht zuerst: Der berühmte Feldherr Napoleon hat Wittstock verschont. Das lag aber weniger an seiner Großherzigkeit als vielmehr daran, dass der angebliche Napoleon gar nicht der war, für den er sich ausgab. Alles nur Betrug – aber ein sehr unterhaltsamer. Am Samstagabend erlebten rund 80 Besucher im Daberturm-Ensemble in Alt Daber das Bühnenstück „Bonaparte bedroht Wittstock“, geschrieben von Historiker Wolfgang Dost und gespielt von Laiendarstellern aus Wittstock und Heiligengrabe. Eine dreiviertel Stunde lang drehte sich alles um eine vermeintliche Bedrohung, die gar keine war. Statt Krieg und Gemetzel gibt es eine Liebesgeschichte zum Dahinschmelzen, wenn auch gepaart mit krimineller Energie.

Es beginnt mit einem Gerücht

Es geht darum, dass 1813 ein Gerücht in Wittstock die Runde macht. Napoleon wolle mit 140 000 Soldaten in Wittstock einmarschieren und das Städtchen dem Erdboden gleichmachen. Das sorgt natürlich für einigen Wirbel. Nur mit Geld, so glauben die Wittstocker, allen voran Stadtsekretarius Meier, sei die drohende Katastrophe noch abzuwenden. 5000 Taler verlangt „Napoleon“ persönlich, dafür, dass er Wittstock in Ruhe lässt. Der Betrag wird tatsächlich gezahlt – und Meyer atmet auf, nicht ahnend, dass das gar nicht nötig gewesen wäre, denn Napoleon ist in Wirklichkeit der Wittstocker Hans Menzel, der sich nur für den Feldherren ausgibt. Der machthungrige Stadtsekretarius hatte ihm einst übel mitgespielt und ihn aus der Stadt gejagt. Dafür sollte er nun buchstäblich zahlen. Und: Der gewitzte Hans bekommt am Ende nicht nur das viele Geld, sondern gewinnt auch das Herz des Zimmermädchens Marie, das ihn sogar zärtlich „Napi“ nennen darf, aber bald dahinterkommt, dass die ganze Geschichte gar nicht stimmt. Doch da haben sich beide schon längst unsterblich ineinander verliebt.

Weitere Rollen in der amüsanten Geschichte spielen unter anderem der neugierige Postvorsteher, der alle Briefe öffnet und liest; die Wahrsagerin Mutter Tarnow, die sogar einen kurzen Blick ins Gartenschau-Jahr 2019 wagt; der Haudrauf-Verteidigungsstratege Major von Vogel oder der Barbier Schäfer, der schnellste Friseur Europas.

Regisseur Wolfgang Dost sehr zufrieden

Acht Theaterstücke mit Regionalbezug hat Wolfgang Dost bereits geschrieben. Sie seien bisher insgesamt 29 mal aufgeführt worden. Für „Bonaparte“ hatten die zehn Darsteller neunmal geprobt. Aber das lohnte sich. „Ich bin sehr zufrieden. Sie haben in der Aufführung sogar noch besser gespielt als in den Proben“, resümierte Wolfgang Dost nach der Veranstaltung. So sahen das auch die Zuschauer. Es gab so manchen Lacher und am Ende überall zufriedene Gesichter.

Peter Krause, der den Postvorsteher spielte, genehmigte sich nach der Aufführung erst einmal ein Hals-Bonbon. „Das laute Sprechen geht doch ganz schön auf die Stimme“, fand er. Die Hobbyschauspieler freuten sich über die Anerkennung und den Applaus. „Es war uns eine große Ehre, unsere Freizeit für Sie opfern zu dürfen. Ein bisschen Unterhaltung, nette Gespräche, das kommt im Alltag viel zu wenig vor“, mit diesen Worten entließ Reinhard Göhler, der den falschen Napoleon spielte, am Samstagabend das Publikum.

Von Björn Wagener

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