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Bürger rettet Seeadler-Nachwuchs in Königsberg

Seeadler-Männchen verstorben / Todesursache wird geklärt Bürger rettet Seeadler-Nachwuchs in Königsberg

Ein Seeadlerpaar ist den Tierfreunden in Königsberg seit Jahren treu. Deshalb sitzt der Schock umso tiefer, denn das Männchen ist in dieser Woche verstorben. Hartmut Maahs hat sich nun für die Rettung des Nachwuchses eingesetzt. Doch dazu musste er selbst in die Höhe zur Hohspannungsleitung. 

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Hartmut Maahs (l.) staunt selbst über die gemessene 1,60 Meter Flügelspannweite des toten Seeadlers.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Königsberg. Ohne fremde Hilfe wäre jetzt wohl ein jahrelang standorttreues Seeadlerpaar am Dorfrand von Königsberg für immer verloren. Der männliche Seeadler war bereits am Dienstag ums Leben gekommen. Niemand weiß wie und warum. „Ich habe das tote Tier um 8.45 Uhr auf dem Mastende der Hochspannungsleitung liegen sehen. Von dort ist der Vogel kurz danach heruntergefallen. Ich habe ihn nur noch geborgen.“, sagt Hartmut Maahs. Er wohnt gleich am Dorfrand. Seit dem Jahr 2008 schaut er jeden Tag nach, ob die beiden Seeadler fliegen oder im Horst sitzen.

Sorge um die Küken

Hartmut Maahs war sich sicher, dass im Horst ordentlich was los sein müsste. Zu dieser Jahreszeit ist eigentlich längst schon mit Küken zu rechnen. Der Tod des Seeadlers jagte ihm vor diesem Hintergrund noch zusätzlich einen richtigen Schreck ein.

Maahs telefonierte sich die Finger wund. „Ich brauchte Unterstützung. Wir mussten an den Horst, um zu wissen, ob und was drin ist. Dazu musste aber die Hochspannungsleitung stromlos gemacht werden und ein Hubgerät musste her“, sagt der ehrenamtliche Naturschützer. Rick Hartmann und Andreas Boldt bei Edis in Heiligengrabe sagten sofort Hilfe zu. Eine Meyenburger Elektrofirma schickte ein Hubfahrzeug, das von Sebastian Preuß bedient wird.

Allerdings waren die Helfer dann mit allem auf sich allein gestellt. Trotz der Informationen an Umwelt- und Naturschutzbehörde musste sich Hartmut Maahs selbst um die Vorgehensweise kümmern: Erst mal mit dem Korb nach oben, nachdem die Leitungen stromlos gemacht und geerdet waren, und nachsehen.

Eier müssen in den Brutkasten

Statt Küken lagen in dem erstaunlich flachen Horst aber nur drei Eier, kaum größer als Hühnereier. Hartmut Maahs musste erneut Telefonnummern organisieren, jetzt brauchte er eine Verbindung zur Naturschutzstation Buckow. „Die haben nämlich einen Brutschrank für solche Fälle. Da kommen die Eier nun hin. Aber auch diesen Transport muss ich selbst erledigen.“, sagt Maahs. Der ehrenamtliche Aufwand ist groß.

Hartmut Maahs lobt die Geduld der Elektrofachmänner bis zur Klärung. Der Königsberger zeigt ihnen am Schluss auch noch den toten Seeadler. Den möchte der Ehrenamtler in ein Fachlabor schicken, um die Todesursache klären zu lassen.

Von Gerd-Peter Diederich

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