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Bürger sollen für Regen zahlen

Neuruppin Bürger sollen für Regen zahlen

Neuruppins Stadtwerke wollen die Kosten fürs Niederschlagswasser künftig ganz genau abrechnen. Ab April befragen sie alle Grundstückseigentümer, von wie viel Fläche sie Regen ins Kanalnetz einleiten. Danach gibt’s eine Rechnung.

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Der Deckel eines Regenwasserkanals in der Neuruppiner Innenstadt.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Auf viele Neuruppiner kommt eine neue Ausgabe zu. Künftig sollen Grundstücksbesitzer in der Fontanestadt und den Ortsteilen auch fürs Regenwasser eine Rechnung von den Stadtwerken bekommen. Zumindest für das Regenwasser, das von ihren Grundstücken in den öffentlichen Regenwasserkanal gelangt.

Bisher unterscheiden die Stadtwerke in ihren Rechnungen nicht zwischen Abwasser und sogenanntem Niederschlagswasser. Die Kosten für die Entsorgung des Regenwassers und die Kanäle sind in den Abwassergebühren enthalten. Die berechnen sich aus der Menge des verbrauchten Trinkwassers.

Wer also viel Trinkwasser verbraucht und damit auch viel Abwassergebühren zahlen muss, der berappt damit, automatisch und ohne dass er davon bisher etwas bemerkt, auch einen höheren Anteil fürs Regenwasser, als ein Neuruppiner, der wenig Trinkwasser verbraucht.

Bisher muss jeder zahlen – egal, ob er Regenwasser in den Kanal leitet

Zwar bekommen die Stadtwerke so die Kosten für die Beseitigung des Regenwassers in die Kasse, für die Bürger hat die Methode aber einen Haken:

Einzige Ausnahme war bisher die Stadt Neuruppin. Sie überweist an die Stadtwerke jedes Jahr eine feste Summe von rund 212 000 Euro. Darin enthalten sind 25 000 Euro für die Reinigung des Regeneinläufe auf den Straßen und 187 000 Euro als Pauschale für die Entsorgung des Regenwassers von den Flächen, die der Stadt gehören.

Die Summe ist eine grobe Schätzung. Stadtverwaltung und Stadtwerke gehen davon aus, dass etwa ein Viertel des eingeleiteten Regenwassers von öffentlichen Flächen stammt. Ob das stimmt, weiß niemand ganz genau.

Stadtwerke lassen alle Grundstückseigentümer befragen

Um sicher zu gehen, müsste für jede einzelne Fläche in Neuruppin ausgerechnet werden, wie viele Quadratmeter so befestigt sind, dass nichts versickern kann, und von wie vielen Quadratmetern der Niederschlag ins Kanalnetz geleitet wird. Das wollen die Stadtwerke jetzt tun.

Ab April werden alle Grundstücksbesitzer angeschrieben. Sie sollen mitteilen, wie viel „versiegelte“ Flächen sie auf ihrem Grundstück haben, von denen Regen- oder Tauwasser ins Netz der Stadtwerke fließt. Grundsätzlich sollte zwar jeder Regen auf seinem eigenen Grundstück versickern lassen, sofern er es nicht etwa zum Blumengießen oder für die Toilettenspülung sammelt. Doch bei manchen Grundstücken ist das nicht möglich.

Andere Städte kassieren längst Gebühren für Niederschlagswasser

Neuruppin ist bei weitem nicht die einzige Stadt, die Extrakosten fürs Regenwasser berechnet. Viele Kommunen kassieren seit Jahren separate Niederschlagswassergebühren: Wittstock, Potsdam, Oranienburg und Perleberg zum Beispiel. Die Höhe der Gebühren ist sehr verschieden. Mal betragen sie 13 Cent pro Quadratmeter, mal mehr als ein Euro.

Wie teuer es in Neuruppin wird, stellt sich erst heraus, wenn alle Flächen erfasst sind, heißt es jetzt in einer schriftliche Mitteilung an die Stadtverordneten. Bis dahin wird es mehrere Monate dauern.

Von Reyk Grunow

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