Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Bürgerstiftung Wusterhausen wird aktiv

Ein Jahr nach der Gründung Bürgerstiftung Wusterhausen wird aktiv

In Fehrbellin und Rheinsberg laufen sie schon gut, in Wusterhausen aber steckt sie noch in den Kinderschuhen. Da will sie jetzt endlich heraus: die Bürgerstiftung. An der Dosse vor einem Jahr gegründet, konnte über die Stiftung allerdings auch schon an so mancher Stelle geholfen werden.

Voriger Artikel
Neuruppin nimmt wieder mehr Flüchtlinge auf
Nächster Artikel
Ferienlagerromantik lockt nach Bork

Lindgren-Schüler wurden von der Stiftung schon bedacht. Hier tanzten einige von ihnen einst bei der Tour-de-Prignitz-Etappenparty.

Quelle: Matthias Anke (Archiv)

Wusterhausen. Wer einen Stein ins Wasser wirft, kann zusehen, wie es sich in einem größer werdenden Kreis ausbreitet. Auf diesem Bild fußt die Idee des Projektes, mit dem Wusterhausener vor gut einem Jahr an den Start gingen.

Am 2. Dezember 2014 wurde die Urkunde für die „Bürgerstiftung Wusterhausen/Dosse“ unterzeichnet. Initiatoren waren Bürgermeister Roman Blank und die örtliche Gewerbegemeinschaft. Im übertragenen Sinne fingen damit die Dossestädter den Ball auf, den die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin Kommunen zuwirft. Eine Stiftungsgemeinschaft der Bank macht es möglich, dass Städte und Gemeinden ihr eigenes Sparschwein füttern können, aus dessen Bauch Vereine, Veranstaltungen, örtliche Initiativen langfristig finanziell unterstützt werden können. Das Geld soll von den Städtern kommen, von den heutigen und den ehemaligen, eigentlich von jedem, der es erübrigen kann.

14 000 Euro als Stiftungsstock

Starthilfe gibt die Sparkasse. Für Wusterhausen waren es 14 000 Euro als Stiftungsstock. Diese dauerhafte Kapitaleinlage darf nicht angegriffen werden. Sie vergrößert sich mit jeder sogenannten Zustiftung und beträgt gegenwärtig 18 500 Euro. Obwohl der gemeine Sparer derzeit vergeblich darauf hofft, dass sich sein Guthaben dank Zinsen mehrt, gibt es bei der Bürgerstiftung eine Ausnahme. Die Sparkasse OPR sichert in jedem Fall Zinsen in Höhe von drei Prozent zu. Dieses Geld kann verwendet werden. Je mehr im Stock, desto größer die Verfügbarkeit – so die einfache Rechnung. Das Wusterhausener Vorhaben orientiert sich an Beispielen aus Fehrbellin und Rheinsberg. In beiden Städten haben öffentliche und private Geldgeber für ein erhebliches Fundament ihrer Bürgerstiftungen gesorgt. Die Fehrbelliner Stadtverordneten stimmten sogar dafür, eine halbe Million Euro aus der Rücklage der Stadt ihrer Stiftung zu überlassen. Dafür wurde ein Großteil freiwilliger sozialer Leistungen Stiftungsaufgabe.

Wusterhausen ist davon noch ein ganzes Stück entfernt, obwohl es gute Anfänge gab. Aber mit der öffentlichen Wahrnehmung hat es sehr zögerlich geklappt. Zwar geben die 2000 Flyer, die die Sparkasse auf ihre Kosten drucken ließ, ausreichend Auskunft über Vorhaben, Ziele und Vorteile, doch kamen die Heftchen erst zwei Tage vor dem diesjährigen Neujahrsempfang Ende Januar in der Gemeinde an. Seitdem liegen sie öffentlich aus. Kein Wunder, dass es noch an Reaktionen hapert.

Vier Mitglieder der Gewerbegemeinschaft im Stiftungsrat

„Wir wollen da aktiver werden“, sagt Steuerberater Sebastian Groß namens des siebenköpfigen Stiftungsrates, darunter vier Mitglieder aus der Gewerbegemeinschaft und der Bürgermeister als „geborenes“ Mitglied. So sei eine der Ideen, die Betreiber von Windkraftanlagen anzuschreiben. Worum es geht, steht auf der ersten Seite der handlichen Infoschrift: „Wusterhausen braucht Ihre Unterstützung.“ Ein Zahlschein ist Teil des Druckwerks. Darauf kann sich der Adressat entweder als Spender oder als Zustifter beteiligen. Zustiftungen dienen dem Stiftungsstock, also dem Kapital. Spenden müssen innerhalb eines Jahres ausgereicht werden.

Das ist mittlerweile auch schon geschehen. Nutznießer waren dabei die Arbeitsgemeinschaft Schwimmen, die sich allwöchentlich unter Leitung von Wolfgang Kamphausen im Fitness-Center am Campingplatz trifft, und die Tanzgruppe der Astrid-Lindgren-Grundschule. In beiden Fällen hielt sich der Stiftungsrat bei der Vergabe passgenau an die selbst gesteckten Hilfsziele: Jugend beziehungsweise Sport. Ferner geht es um Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, von Altenhilfe, Kunst und Kultur, Denkmalschutz und -pflege, Bildung und Ausbildung, Naturschutz und Landschaftspflege, Wohlfahrtswesen, Rettung aus Lebensgefahr und Feuerschutz. „Das ist ein weites Feld“, fasst Sebastian Groß zusammen. Es zu bestellen, dabei könnte seiner Ansicht nach auch die Gemeinde mithelfen, „zum Beispiel, wenn Erlöse aus Sonderverkäufen von Grundstücken unser Konto erreichen“.

Die Gemeindevertreter konnten sich für eine solche Regelung noch nicht erwärmen. „Die Sache ist an sich in Ordnung, doch kann man meiner Meinung nach nicht von einer Bürgerstiftung sprechen, wenn der Stiftungsrat, in dem Fall von der Gewerbegemeinschaft, mehrheitlich Mitglieder stellt“, sagt Uwe Tackmann. Der Gemeindevertreter der Linken, selber im Verein und etwa zehn Jahre lang Schatzmeister, macht seine Kritik an diesem Punkt fest. Es gehe ihm um die „Art und Weise der Kontrolle bei der Vergabe“ der Gelder.

Von Wolfgang Hörmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg