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Buntes Fest gegen Demo in Lindow

Asylpolitik Buntes Fest gegen Demo in Lindow

Die Lindower Bürger sind gespalten. Bei der ersten Demo gegen Flüchtlinge vor drei Wochen sind rund 70 Menschen mitgelaufen. Am Sonnabend soll es eine zweiten Protest geben. Doch die Amtsverwaltung hält mit einem bunten Fest, das für Aufklärung sorgen soll, dagegen. Amtsleiter Danilo Lieske hofft beim Herbstfest mit den Menschen sprechen zu können.

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Etwa 70 „besorgte Bürger“ liefen bei der ersten Demo mit.

Lindow. „Ich möchte in dieser Stadt keine extremistischen Konfrontationen erleben“, sagt Lindows Amtsdirektor Danilo Lieske (SPD). Die für Sonnabend in Lindow erneut angemeldete Demo gegen Flüchtlinge bereitet ihm Sorgen. Man dürfe die Asyl­gegner nicht einfach laufen lassen, sondern müsse ihnen die Stirn bieten, findet Lieske. Eine reine Gegendemo soll es aber nicht werden, dessen ist sich die Amtsverwaltung sicher. Deshalb trägt die zeitgleich zum Protest angemeldete Gegenveranstaltung den Namen „Herbstfest“ und soll eine bunte Zusammenkunft werden.

Amtsdirektor Danilo Lieske

Amtsdirektor Danilo Lieske.

Quelle: Peter Geisler

Bereits zum zweiten Mal werden „besorgte Bürger“ am Sonnabend durch Lindows Straßen ziehen. Beim ersten Protest am 31. Oktober war unter den 70 Demonstranten auch NPD-Mann Dave Trick. Laut einem Facebook-Eintrag soll die Demo um 13 Uhr am Friedhof starten. Die Organisatoren der Vereinigung sind Mike Eipel, Sohn des einstigen Bürgermeisters Dieter Eipel (CDU), und Ralf Mahler.Die beiden Lindower protestieren vor allem dagegen, dass Kinder auf dem Weg zum Kindergarten bald an einem Flüchtlingsheim vorbeilaufen sollen. „Das sind alles nur Vorwände, um Angst zu schüren“, meint Danilo Lieske. „Wenn es danach geht, ist eine Flüchtlingsunterkunft überall ungünstig.“ Die Argumente seien „irrsinnig“, denn beide Gelände, die 200 Meter Luftlinie auseinander liegen, sind umzäunt oder sogar bewacht.

Das ursprünglich als Willkommensparty für Flüchtlinge angekündigte Herbstfest wird zeitgleich vor dem Rathaus beginnen. Mit dem Fest solle klar Stellung bezogen und verhindert werden, dass Ruhe zum Nährboden für rechts- oder linksextremistische Gruppierungen wird. „Das Stadtbild verändert sich, aber die Bevölkerung soll mit uns darüber reden“, sagt Lindows Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU). Wann die Flüchtlinge in Lindow unterkommen werden, ist derweil noch unklar. Eigentlich sollten die ersten um den 20.  November eintreffen. Aber wann genau, wisse man meist erst, wenn der Bus vor der Tür steht, so Otto.

Fest soll den Menschen die Ängste nehmen

Das Fest soll nicht nur Offenheit gegenüber Flüchtlingen zeigen, sondern den Menschen ihre Ängste nehmen. „Die Stadtgemeinschaft in Lindow ist gespalten“, sagt Otto. Sie könne die Sorgen der Menschen verstehen, gerade nach den Terroranschlägen in Paris. Aber das Problem, die Flüchtlinge angemessen unterzubringen, müsse trotzdem gelöst werden. „Sie sind nun mal da und müssen irgendwo untergebracht werden, deswegen sollten wir uns wie Menschen verhalten“, sagt auch Lieske. Zudem müsse den Lindowern klar sein, dass bei großen Demos auf dem Markt bewusst feindselige Stimmung verbreitet werde. „Wir wollen Herz statt Hetze“, sagt Dirk Bock von der Kirchengemeinde Lindow.

Neben Bratwurst und Glühwein organisiert der Kindergarten beim Herbstfest am Sonnabend ein Kuchenbüffet. Die Erlöse gehen sowohl an die Jugendarbeit in Lindow, als auch an die Kita selbst.

Von Luise Fröhlich

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