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Bus musste auf der A 24 stehen bleiben

Großkontrolle an Raststätte Linumer Bruch Bus musste auf der A 24 stehen bleiben

Für 46 Busfahrgäste, die am Montag von Halle nach Warnemünde wollten, war am Montagmittag die Reise erst mal an der Raststätte Linumer Bruch der A 24 zu Ende. Grund: Der Bus hatte eine defekte Bremsanlage. Das entdeckten Polizisten, die am Montag dort insgesamt 59 Busse kontrollierten – bei 25 gab es Beanstandungen.

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Nicht nur die Papiere der Busfahrer wurden kontrolliert, sondern ebenfalls der Motorraum der Busse und die Reifen.

Quelle: Andreas Vogel

Linum. Dafür, dass er gerade mit seinem Bus von der Polizei zu einer Kontrolle rausgewunken wurde, macht Jörg Henschel einen entspannten Eindruck. Dabei haben der 47-jährige Busfahrer und seine Fahrgäste nicht viel Zeit. „Ich muss um 13 Uhr die Fähre in Rostock nach Gedser erreichen“, sagt Henschel. Das sollte geklappt haben: Hauptkommissar Thomas Dobkowicz und die Beamten von der Sonderüberwachungsgruppe der Verkehrspolizei haben weder etwas an den Papieren von Henschel auszusetzen, noch irgendwelche Mängel an dem Bus festgestellt.

Das ist am Montag fast die Ausnahme. Schon innerhalb einer Stunde haben die 15 Polizisten, die sich auf der Raststätte Linumer Bruch an der A 24 postiert haben und vor allem Fern- und Reisebusse unter die Lupe nehmen, zehn Verstöße regis­triert. „Meist werden die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten“, sagte Einsatzleiter Dobkowicz. Maximal zehn Stunden dürfen Busfahrer am Stück fahren, dann ist eine Ruhezeit von mindestens 45 Minuten vorgeschrieben. Doch an die vorgeschriebene Pause halten sich längst nicht alle Berufskraftfahrer. „Die Verstöße sind gleichbleibend auf hohem Niveau“, so Dobkowicz.

Immer wieder Busse mit defekten Bremsen

Doch es geht noch schlimmer: Bei einem der insgesamt 59 kon­trollierten Busse am Montag war offensichtlich die Bremsanlage defekt. Die Beamten untersagten daraufhin die Weiterfahrt. Die 46 Fahrgäste, die aus Halle kamen und nach Warnemünde wollten, hatten daraufhin einen längeren Aufenthalt an der Raststätte Linumer Bruch. Sie warteten dort auf den Ersatzbus, den das Unternehmen aus Thüringen schicken wollte. Laut Polizei dürfte es technische Mängel an deutschen Bussen eigentlich gar nicht geben. „Die müssen alle drei Monate untersucht werden“, sagte Dobkowicz. Gleichwohl musste er schon mehrfach Busse aus dem Verkehr ziehen – sogar einen Bus, der mit Schulkindern auf dem Weg an die Küste war. Das liegt allerdings schon ein, zwei Jahre zurück.

Dänischer Reisebus drängelt

Am Montag musste ein dänischer Reisebus einen unplanmäßigen Stopp an der A 24 einlegen. Der Fahrer wollte trotz belegter Überholspur einen Laster überholen und zwang damit andere Fahrer zu einer Gefahrenbremsung. Polizisten, die im zivilen Videowagen zwischen den Autobahnauffahrten Kremmen und Fehrbellin pendelten, beobachteten die Szene und leiteten den Bus auf den Rastplatz. Der Fahrer muss jetzt mit einem Bußgeld von gut 150 Euro rechnen.

Insgesamt 25 der 59 Busse, die am Montag an der Raststätte Linumer Bruch kontrolliert wurden, wurden beanstandet. Die Polizei fertigte 16 Anzeigen und verhängte in neun Fällen Verwarngelder. Die verstärkten Kontrollen im Polizeipräsidium Potsdam sollen bis Freitag fortgesetzt werden. Am Dienstag stehen besonders Gefahrguttransporte im Fokus, am Mittwoch geht es um die ordnungsgemäße Sicherung der Ladung, am Donnerstag um das Einhalten der Sicherheitsabstandes, die Gurtpflicht und das unrechtmäßige Nutzen von Handys während der Fahrt.

Jedes dritte Fahrzeug beanstandet

Im vergangenen Jahr kontrollierte die Polizeidirektion Nord in Neuruppin mehr als 9200 Fahrzeuge des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs, bei fast 3700 gab es Beanstandungen.

Die meisten Verstöße gab es gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten (933). In 318 Fällen war das Fahrzeug überladen oder die Ladung war nicht ordnungsgemäß gesichert, 317 Laster wiesen technische Mängel auf. In 332 Fällen wurde den Kraftfahrern die Weiterfahrt untersagt.

Laster waren im vergangenen Jahr an fast 2000 Unfällen im Bereich der Polizeidirektion Nord beteiligt. Dabei wurden 195 Menschen verletzt und acht getötet.

Zur Polizeidirektion Nord in Neuruppin gehören die Landkreise Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel.

Von Andreas Vogel

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