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Ostprignitz-Ruppin Bushaltestellen: verdreckt, beschmiert, demoliert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bushaltestellen: verdreckt, beschmiert, demoliert
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18:54 02.11.2017
Selbst an neuen Haltestellen wie in der Alt Ruppiner Allee werden die Scheiben nicht geputzt. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Sie sind dreckig, die Schreiben zerkratzt, die Sitze beschmiert: Egal, wie schön die Wartehäuschen auch sind, die an Neuruppiner Bushaltestellen aufgestellt werden – es nur eine Frage von Tagen, bis sie ramponiert aussehen und heruntergekommen. Immer wieder werden die Glaswände zerschlagen und oft dauert es Monate, bis die Schäden repariert werden. An manchen Stellen hat die Stadt offenbar schon aufgegeben und das Glas durch Bretter ersetzt.

Regina Birke ärgert der Zustand der Neuruppiner Bushaltestellen schon lange. Jetzt hat sie sich ans MAZ-Lesertelefon gewandt. Zusammen mit ihrem Mann wohnt sie in der Junckerstraße. „Hier bei uns haben sie vor ein paar Jahren auch ein neues Häuschen aufgebaut“, sagt Regina Birke. Doch schon kurze Zeit später wirkte die Haltestelle alles andere als attraktiv. Neuruppins Stadtverwaltung beteiligt sich am Beschwerdeportal Maerker im Internet; dort gab es schon mehrfach Klagen wegen der heruntergekommenen Unterstände. Die Stadt versprach Besserung, passiert ist aber wenig. Regina Birke hatte sogar schon überlegt, ob sie die Haltestelle vor ihrer Tür selbst putzen sollte. „Aber da haben mir Bekannte dringend abgeraten“, erinnert sie sich. Das Spezialglas sei empfindlich und könnte schnell beschädigt werden, hieß es. Also hofft sie weiter, dass sich jemand offiziell um die Reinigung kümmert.

Für bessere Reinigung ist kaum Geld vorgesehen

Wer zuständig wäre, steht für Neuruppins Baudezernenten Arne Krohn außer Frage: Die Haltestellen sind Sache der Stadt, sagt er. Auch Krohn räumt ein, dass sie nicht immer im besten Zustand sind, die bessere Pflege scheitert allerdings am Geld. „Die Reinigung ist Teil unseres normalen Unterhaltungsbudgets“, sagt der Dezernent. In dem sind auch Reparaturen von Schlaglöchern und anderen Straßenschäden, Rasenpflege, Heckenschnitt, das Leeren der Papierkörbe und vieles andere enthalten. Für die Haltestellen wird es da eng. Der Stadtbauhof macht, wofür das Geld reicht.

Im Vergleich zu manch anderer Stadt ist das wenig. Nimmt man die Neuruppiner Haltestellen als Maßstab, scheinen die in Hennigsdorf zum Beispiel regelrecht zu glänzen. Dort sind aber auch drei Firmen dafür zuständig. „Unser Stadtservice kümmert sich natürlich um die normale Reinigung“, sagt Hennigsdorfs Stadtsprecherin Ilona Möser. Zweimal im Monat putzt außerdem eine Firma die Glasflächen, einmal im halben Jahr ein drittes Unternehmen die Dächer.

Hennigsdorf hat mehr Firmen und mehr Mitarbeiter

Davon kann Neuruppins Bauhofleiterin Simone Deter nur träumen. „So etwas haben wir nicht“, sagt sie. Die Neuruppiner Bauhofmitarbeiter fegen den Boden der Haltestellen, leeren die Papierkörbe und sammeln den Unrat rundherum auf. Um die Reinigung der Glasflächen kümmert sich in Neuruppin niemand, um die Dächer auch nicht.

„Sinnvoll ist das schon“, räumt Simone Deter ein. Auch andere Arbeiten hält die Chefin des Stadtbauhofs für sinnvoll. Etwa die Reinigung der Stellplätze für Glascontainer. Auch darum soll sich der Stadtbauhof eigentlich kümmern. Allerdings ist unklar, woher dafür das Geld kommen soll, und auch, wer die Aufgaben erledigen soll. Zum Vergleich: Der Neuruppiner Stadtbauhof hat 25 Mitarbeiter und ist für rund 305 Quadratkilometer zuständig; der Stadtservice Hennigsdorf hat 40 Mitarbeiter bei nur 31 Quadratmetern Stadtfläche.

Der Bauhof vermisst einen Plan, was die Stadt eigentlich will

Verbesserungen wären in Neuruppin trotzdem drin, glaubt Simone Deter. „Wir brauchen vor allem einen Plan“, sagt sie: ein Konzept, was wann und wie erledigt werden soll. Wie oft sollen etwa die Glascontainerplätze geputzt werden, wie häufig und wie gründlich die Bushaltestellen? „An manchen Aufträgen hätten vielleicht auch andere Firmen Interesse“, glaubt die Chefin des Stadtbauhofes. Das Reinigen der Containerstellplätze ist eine immer wiederkehrende Aufgabe – die könnte sich für eine private Firma durchaus lohnen. So ein Konzept müsste aber in Zusammenarbeit mit der Stadt entstehen – die ist schließlich der Auftraggeber.

Kleine Hoffnung: Fürs kommende Jahr hat Neuruppin das Unterhaltungsbudget deutlich aufgestockt. Im Entwurf des Haushalts sind zwei Millionen Euro vorgesehen – deutlich mehr als bisher. Das Geld ist wohl auch eine Art Anschubfinanzierung: Bisher war der Stadtbauhof ein weitgehend selbstständiger Eigenbetrieb der Fontanestadt. 2018 wird er ein Teil der Stadtwerke. Aus Stadtbauhof wird dann Stadtservice.

Von Reyk Grunow

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