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Camper bangen um die Zukunft

Zeltplatz in Schweinrich Camper bangen um die Zukunft

Der Campingplatz Am Blanschen bei Schweinrich soll neu verpachtet werden. Die Stadt Wittstock verhandelt derzeit mit dem einzigen Bewerber. Dieser kündigte bereits an, umfassende Veränderungen vorzunehmen. Ortsvorsteher Armin Stutz bemängelt die Geheimniskrämerei im Zuge der Verhandlungen.

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Campingplatz Am Blanschen mit Imbiss und Dranser See.

Quelle: Ruch

Schweinrich. Dicke Luft herrscht am Campingplatz Am Blaschen bei Schweinrich. Die Ausschreibung zur Suche und Vergabe an einen neuen Pächter wirbelt derzeit viel Staub unter den Besuchern und bei Ortsvorsteher Armin Stutz auf.

Interessent Jörg Wedde aus Berlin steht derzeit in Pachtverhandlungen mit der Stadt Wittstock. Er reiste am Wochenende zum Platz und ließ gegenüber einem anderen Camper verlauten: Am Mittwoch, 15. Juni, unterzeichnet er den Pachtvertrag mit der Stadt. Dies verneinte Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann auf MAZ-Nachfrage: „Wir stehen in Verhandlungen, aber ein Termin steht noch nicht fest.“

Angst vor enormer Mieterhöhung

Jörg Wedde signalisierte gegenüber den Campern Veränderungen. Dauercamper Nils Emde, zugleich Sprecher der Gäste, wandte sich noch am Wochenende an den Ortsvorsteher. „Fünf Stellplätze am Wiesenbadestrand sowie fünf weitere am westlichen Platzteil sollen weichen“, sagte Nils Emde gegenüber der MAZ. Außerdem soll Wedde laut Emde planen, „die jährliche Miete von 700 Euro pro Stellplatz auf mindestens 1050 Euro anzuheben.“ Nils Emde: „Ich bin darüber sehr verwundert“, weil die Anlage A der Ausschreibung „eine Fortführung der Pacht auf den angestammten Plätzen verpflichtend vorsieht.“ Hinzu kommt, dass sozialverträgliche Mieten vertragsbindend sind. „Das ist alles eine Verhandlungssache, auch die Frage der sozialverträglichen Mieten“, so Jörg Gehrmann. Er sorgt sich wegen des schlechten Zustands des Wasser- und Abwassernetzes sowie die Elektrik. „Dies entspricht keinem Campingplatzstandard mehr.“

Ortsvorsteher Armin Stutz ist beunruhigt wegen der „Geheimniskrämerei“

Ortsvorsteher Armin Stutz ist beunruhigt wegen der „Geheimniskrämerei“.

Quelle: Christamaria Ruch

„Es herrscht ein großes Geheimnis über die Vergabe und wir sind beunruhigt, weil mehrmals der Ortsbeirat von der Stadt nicht über die Vorgänge auf dem Campingplatz informiert wurde“, so Armin Stutz gegenüber der MAZ. Bei der jüngsten Pachtausschreibung der Stadt im Februar dieses Jahres erfolgte das Interessenbekundungsverfahren laut Nils Emde innerhalb von nur sechs Werktagen. „Nur ein Interessent schaffte das in dieser Zeit“, so Emde. Zum Vergleich: Bei der ersten Ausschreibung im März 2015 konnten innerhalb von drei Monaten Interessenbekundungen abgegeben werden.

Alles in allem urteilt Armin Stutz: „Über der Vergabe liegt ein Nebel des Grauens.“ Er kann sich gut vorstellen, dass „die derzeitigen Camper den Platz als Verein oder Genossenschaft weiter betreiben.“ Stutz spricht sich für den Fortbestand des Platzes aus, „weil auch Einheimische den See zur Erholung nutzen.“ Jörg Gehrmann: „Wenn letzten Endes kein Pächter gefunden wird, wird die Stadt den Platz nicht übernehmen, weil das nicht unsere Aufgabe ist.“ In diesem Fall wird zum Jahresende der Betrieb Am Blanschen eingestellt.

Von Christamaria Ruch

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